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Grevesmühlen Anders
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01:05 14.04.2018

Wenn Sie ein Bild für Gott finden sollten, würde Ihnen etwas einfallen?

Pirina Kittel,

Pastorin in Klütz,

Boltenhagen

und Bössow

Zuerst vielleicht, dass wir uns kein Bild machen sollen Richtig und doch auch nicht, denn das ‚Bilderverbot’ meint: Gott ist viel mehr als alles, was wir denken können.

Ohne Bilder könnten wir nichts über Gott sagen. Sie bilden sich in uns und das ist gewollt. Burg, Quelle, Mutter die Bilder des Ersten Testamens sagen: Mensch, du wirst geachtet und geliebt. Und die Konfis lernen: „Der Herr ist mein Hirte “

Aber das Hirtenbild wirft lange Schatten: Der Hirte hat die Aufsicht und beherrscht Vieh, Haus und Hof. Beherrschen Hirten auch die Familien-, Betriebs- und andere Herden unserer Zeit? Das stimmt nachdenklich. Wo Macht ist, ist auch immer Missbrauch von Macht. Und der starke Mann sorgt zuerst für sich selbst, oder?! Moderne Hirten verzichten längst auf Gatter, Leinen und Pflöcke: Von der richtigen Werbung überlistet fressen ihnen ihre Schafe noch das härteste, unverdaulichste Gras aus der Hand, da wird sogar die Wüste zur Erlebnisweide Geschoren und geschröpft werden die Schafe von grinsenden Wirtschaftshirten, unter denen sich traditionelle Bindungen auflösen. Auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft muss eh‘ jedes Schaf seine eigene Haut zu Markte tragen. Nein, weder Unterordnung noch Schafsgehorsam!

In der frühen Christenheit klärten sie es: „Seid Hirten, so wie unser Hirte der oberste Hirte ist.“ Der ist ein AndersHirte. Der übt keine Macht aus und hütet nicht fürs Geldverdienen. Wo andere Hirten Zäune ziehen – um den Europagarten beispielsweise, ihren Standort sichern und Hunde um die Herde hetzen, da macht sich dieser AndersHirte auf und davon. Er steigt über Hecken und verliert sich selbst hin zu den Verlorenen, verirrt sich hin zu den Verirrten im Gestrüpp. Der geht durch den fragilen Glanz der Städte und durch die finsteren Gassen am Rand – stets auf der Suche nach denen, die fremd sind unter Fremden, hungrig nach Heil. Und er legt sich zu den Betäubten, zu den Verwirrten, zu den Verängstigten in das dürre, gar zu dürre Gras. Er harrt mit ihnen aus, immer noch auf der Suche, bis zuletzt.

Dieser AndersHirte ist noch immer unterwegs. Er schaut uns über die Schulter bei unserem rastlosen Laufen und Rennen. Er stärkt uns den Rücken gegen die Versprechungen und Zumutungen des Zeitgeistes.

OZ

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