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Auf der „Via Baltica“ der Hektik des Alltags entfliehen

Schönberg Auf der „Via Baltica“ der Hektik des Alltags entfliehen

Acht Pilger machten sich auf den Weg von Grevesmühlen nach Schönberg / Ihr Weg führte 23 Kilometer lang durch neun Orte vorbei an Wäldern, Wiesen und Maisfeldern

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Schönberg. Das Besondere am Pilgern kann man gar nicht so richtig beschreiben, sagt Maria Harder, als sie sich am Sonnabend auf den Weg von Grevesmühlen nach Schönberg macht. Zusammen mit sieben weiteren Wanderern begibt sich die Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Grevesmühlen um 9 Uhr auf die 23 Kilometer lange Strecke über Börzow, Roxin, Hof und Kirch Mummendorf, Hansdorf, Prieschendorf und Groß Bünsdorf nach Schönberg. Sie gehört zur sogenannten „Via Baltica“

 

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Man ver- gisst Zeit und Probleme, ist nicht mehr in der Hektik des Alltags.“Pastorin Maria Harder

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Beim Pilgern hat man Ruhe und findet zu sich selbst.“Annette Lipke aus Grevesmühlen

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Es ist klas- se, zu Fuß die Landschaft zu entdecken. Man sieht und fühlt anders.“Edith Dargel aus Hamburg

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Beim Pilgern hat man Ruhe und findet zu sich selbst.“Annette Lipke aus Grevesmühlen

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Man ver- gisst Zeit und Probleme, ist nicht mehr in der Hektik des Alltags.“Pastorin Maria Harder

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Via Baltica

Die „Via Baltica“ stellt die Brücke von den baltischen Ländern bis nach Santiago de Compostela in Spanien dar. Sie beginnt in Estland und verläuft in Deutschland von Usedom kommend über Greifswald, Rostock und Wismar durch MV, führt weiter in Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen bis ins niedersächsische Osnabrück.

„Manche Leute machen es wegen des Glaubens“, weiß Harder. „Bei manchen ist es das Gefühl des Aussteigens aus dem hektischen Alltag.“ Nach gut vier Stunden des Pilgerns bei rund 20 Grad Celsius – vorbei an Wäldern, Wiesen und Maisfeldern – strahlt Maria Harder. „Pilgern ist toll. Man vergisst die Zeit und die Probleme um sich herum, ist nicht mehr in der Hektik des Alltags. Man kommt zu sich selbst und nimmt die Natur ganz anders wahr.“

Ihren Mitstreitern, darunter Edith Dargel aus Hamburg, geht es ähnlich. „Es ist klasse, zu Fuß die Landschaft zu entdecken“, sagt sie. „Man sieht und fühlt ganz anders.“ Annette Lipke aus Grevesmühlen ist ebenfalls begeistert: „Man hat Ruhe, findet zu sich selbst.“ Und man kann sich „toll austauschen in einer Gruppe, sich über Gott und die Welt unterhalten“, sagt ein Hamburger, der seinen Namen nicht nennen möchte.

Nach rund sieben Stunden erreichen die Pilger um 16 Uhr ihr Ziel Schönberg. Dort erhalten sie neben einem Abschlusssegen einen Stempel in ihrem Pilgerpass. „Der erste auf der Pilgerstrecke“, freut sich Maria Harder. Sie hatte die Idee fürs Wandern. „Als ich nach Grevesmühlen kam, habe ich festgestellt, dass die Stadt direkt an der ,Via Baltica’ liegt.“ Ihre Kirchgemeinde hat sogar eine Pilgerherberge. Jedes Jahr, so die Pastorin, kehren zahlreiche Wanderer ein. „Damit die Stadt das auch wahrnimmt, haben wir beschlossen, uns mit dem Thema Pilgern auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch, dass wir gesagt haben: Wir wollen zumindest auf den Strecken wandern, die in unserer Nähe sind.“

Den 23 Kilometer langen Abschnitt von Grevesmühlen nach Schönberg haben Harder und die sieben anderen Pilger hinter sich. Im nächsten Jahr soll es weiter gehen. Dann von Wismar nach Grevesmühlen.

Geht es nach Maria Harder, gibt es für die Mitglieder der Kirchgemeinde Grevesmühlen künftig einen Pilgertag pro Jahr.

Für die Pastorin steht auch schon fest: In zwei, drei Jahren, wenn ihre Kinder größer sind, will sie eine deutlich größere Herausforderung in Angriff nehmen: den Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien. „Ich möchte das machen, um mir mal für längere Zeit eine Auszeit zu nehmen, um Dinge bewusster wahrzunehmen, um mal zur Ruhe zu kommen und mal auszusteigen aus den Problemen, die einen sonst so beschäftigen.“

Steffen Oldörp

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