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Grevesmühlen Badehose gegen Mathebuch: Schüler lernen Schwimmen
Mecklenburg Grevesmühlen Badehose gegen Mathebuch: Schüler lernen Schwimmen
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00:00 05.07.2016
Nur zur Sicherheit: Klassen- und Schulleiterin Petra Hering führt bei den Schwimmversuchen von Karolina Benn die Schwimmstange mit.

Vor einer Woche noch konnte Karolina Benn nicht schwimmen – sie hatte regelrecht Angst vor dem Element Wasser. Heute zieht sie ihre Bahnen, wenn auch unter den schützenden Händen von Lehrerin Petra Hering, die in einigem Abstand zur Zehnjährigen die Schwimmstange hält – nur zur Sicherheit. Der nächste Schritt: der Sprung vom Startblock. Aber jetzt lieber noch nicht, meint Karolina. Vielleicht später. Oder morgen.

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Alle Grundschulen im Landkreis Nordwestmecklenburg haben den Schwimmunterricht im Lehrplan / Regionale Schulen bieten ihn zusätzlich an – aber längst nicht alle

Geduld, die muss Schwimmlehrer Reinhard Galda an den Tag legen. Es bringt nichts, die Kinder zu zwingen, meint er. Es kommt von ganz alleine. So wie bei Luca Kagelmacher. Der zehnjährige Klassenkamerad von Karolina konnte ein wenig schwimmen, hatte aber eine ganz falsche Technik drauf. Für Reinhard Galda war es harte Arbeit, die falschen, selbst angeeigneten Bewegungen bei Luca wieder rauszubekommen – mit vielen Trockenübungen. Nun strebt Luca das Bronzeabzeichen an.

Fünf Schüler der vierten Klasse der Grundschule Roggendorf konnten noch nicht schwimmen, bevor sie in der vergangenen Woche in den Schwimmunterricht im Freibad in Grevesmühlen starteten.

Erschreckend: Einige hatten privat kostenpflichtige Schwimmkurse in Schwimmhallen belegt und bekamen das Seepferdchen ausgehändigt, wie Klassenleiterin Petra Hering erzählt. Sicher im Wasser waren sie aber längst nicht. Umso wichtiger findet Reinhard Galda den Schwimmunterricht in Schulen. „Der steht im Lehrplan der Grundschulen und der Mittelstufe“, sagt er. Alle Grundschulen im Landkreis Nordwestmecklenburg führen diesen Schwimmunterricht auch durch – nicht immer selbstverständlich in Mecklenburg-Vorpommern. Immerhin bieten ihn acht Grundschulen nicht an.

Die Grundschule „Fritz Reuter“ in Grevesmühlen teilt ihre Schüler auf. Die Nichtschwimmer – auch mit dem Seepferdchen gelten die Mädchen und Jungen als Nichtschwimmer – fahren nach Schlutup in ein beheiztes und gefliestes Schwimmbad. „Das wurde von der Schulkonferenz so beschlossen und hat seit Jahren Tradition bei uns“, erläutert der stellvertretende Schulleiter Ralf Bendiks. „Der Vorteil für die Kinder ist, dass es begreifbarer ist, wenn der Grund zu sehen ist“, begründet er. Die Eltern zahlen letztlich einen Anteil der Buskosten und des Eintritts ins Schwimmbad. Die Schüler, die bereits das Bronzeabzeichen haben, gehen ab Donnerstag ins Freibad Grevesmühlen, um ihre Kenntnisse aufzufrischen oder sogar die nächste Schwimmstufe abzulegen.

In jedem Schuljahr bietet auch die Regionale Schule in Klütz für Fünftklässler drei Tage Schwimmunterricht an. In jeder Klasse gibt es laut Sportlehrer Udo Müller einige wenige, die noch nicht schwimmen können. Die drei Tage zum Erlernen reichen dann zwar nicht aus, aber der Anfang ist gemacht. Die Regionale Schule „Am Wasserturm“ in Grevesmühlen hat den Schwimmunterricht vor einigen Jahren aus dem Lehrplan gestrichen. „Schwimmunterricht wird in der Grundschule angeboten. Die Grundschüler, die zu uns kommen, können also schwimmen“, begründet Schulleiterin Brunhilde Hallmann. Der Meinung ist Reinhard Galda keineswegs und bedauert den Entschluss der Schule.

Als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Rettungs- und Schulschwimmen bildet Reinhard Galda, zuletzt Lehrer an der Regionalen Schule in Grevesmühlen, jedes Jahr Sportlehrer zu Schwimmlehrern aus. Mit einer Prüfung erhalten sie dann die sogenannte Lehrbefähigung. Alle zwei Jahre müssen sie ihre Kenntnisse auffrischen. Haben sie dann auch noch den Rettungsschwimmerschein, können sie bei den Schülern auch die Schwimmprüfungen abnehmen.

Jana Franke

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