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Grevesmühlen Begegnungscafé ist wichtiger Treffpunkt
Mecklenburg Grevesmühlen Begegnungscafé ist wichtiger Treffpunkt
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00:00 20.02.2017
Teshahimet Kfie (26) aus Eritrea, Carlo Reinhardt und Mamadou Young (28) aus Mauretanien. Quelle: Fotos: Dirk Hoffmann

Nach und nach füllt sich der Gemeindesaal der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Grevesmühlen. Die Flüchtlingshilfe bleib.mensch hat zur internationalen Kaffeetafel eingeladen. Es kommen Flüchtlinge ebenso wie einheimische Bürger, die sich hier an einem Ort der Begegnung treffen. Inzwischen liegt es mehr als ein Jahr zurück, dass das Begegnungscafé

„Ich nehme an einem Integrationskurs in Lübeck teil.“Ahmad Ismaeil (30) aus Syrien, seit 15 Monaten in Deutschland

im Herbst 2015 erstmals öffnete. „Manchmal kamen 40 Menschen und mehr hierher“, erinnert sich Carlo Reinhardt an diese Zeit. Der Bernstorfer ist einer derjenigen, die sich in der Flüchtlingsarbeit ehrenamtlich engagieren. Damals, so erzählt er weiter, kamen viele Flüchtlinge auch mit Formularen, die sie ohne Hilfe aufgrund der für sie fremden Sprache nicht ausfüllen konnten. Das ist heute in dieser Form nicht mehr der Fall. Sprachprobleme gibt es zwar immer noch hin und wieder. Aber nicht mehr in dem Maße – denn nach absolvierten Integrationskursen ist eine Verständigung heute weitaus einfacher. Und viele, so erzählt Reinhardt weiter, beherrschen die englische Sprache. Da wird er, der diese Sprache sehr gut beherrscht, dann selbst oft zum Dolmetscher zwischen Flüchtlingen und Einheimischen.

Regelmäßig kommt zum Beispiel auch Mamadou Young in das Begegnungscafé, um mit anderen zu sprechen und sich auszutauschen. Über die Balkanroute war der 28-Jährige aus Mauretanien geflohen und vor 17 Monaten in Deutschland angekommen. Nach dem Besuch von Integrationskursen in Grevesmühlen und Wismar möchte er so schnell wie möglich Arbeit finden.

Einen Schritt weiter ist da schon Ahmad Ismaeil. Der 30-Jährige aus Damaskus ist gelernter Baumaschineningenieur, nimmt derzeit in Lübeck an einem Integrationskurs teil und will nach einem viermonatigen Praktikum bei einem Herrenausstatter als Modetextilverkäufer arbeiten. Seit 15 Monaten lebt er in Deutschland, das 14-tägig geöffnete Begegnungscafé besucht auch er regelmäßig. Neben Ismaeil sitzt diesmal Mohamed Kasier. Der 20-jährige Syrer kommt gerade aus Schwerin von einem Integrationskurs zur Studienvorbereitung. In seiner Heimat hatte er das Abitur gemacht, ein Semester Bauingenieur studiert, war dann geflohen und ist seit 14 Monaten in Grevesmühlen.

„Aufgrund der längeren Anfahrtswege haben wir die Zeiten des Begegnungscafés geändert. Statt 14 Uhr beginnen wir nun immer an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat um 15 Uhr“, erklärt Riticia Warnke, die sich wie Carlo Reinhardt und Andere hier engagiert. Geändert hat sich einiges in den zurückliegenden Wochen und Monaten. Mit dem Status als anerkannte Flüchtlinge haben viele Mecklenburg-Vorpommern und damit auch Grevesmühlen wieder verlassen. Sie wurden seitdem im Begegnungscafé natürlich nicht mehr gesehen. Dieser Ort wird dennoch gut besucht. Er ist nach wie vor ein wichtiger Anlaufpunkt zur Verständigung, Integration und dem Miteinander von Flüchtlingen und einheimischen Bürgern. Das wird gut angenommen.

Dirk Hoffmann

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