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Grevesmühlen Beim Abitur sind Jungs die Spätstarter
Mecklenburg Grevesmühlen Beim Abitur sind Jungs die Spätstarter
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04:42 14.03.2013
Zielstrebig: M�dchen lernen effektiver in der Schulzeit, so jedenfalls lautet das Fazit der P�dagogen angesichts der Abiturzahlen.

Die meisten männlichen Schüler werden die Jungs am Grevesmühlener Tannenberg-Gymnasium beneiden. Denn nirgends ist die Quote an weiblichen Schülern so hoch wie in der ehemaligen Kreisstadt. Über die Gründe kann Schulleiterin Ute Debold nur spekulieren: „Ich vermute, dass die Mädchen einfach zielstrebiger sind in dem Alter. Aber wirklich tiefschürfende Untersuchungen hat es zu dem Thema nicht gegeben.“ Dass der männliche Nachwuchs in Grevesmühlen keineswegs schlechter ist in der Schule als die Mädchen, zeigt ein Beispiel, das vor wenigen Tagen durch die Presse ging. Nico Lachmann erhielt zusammen mit seinen Kollegen der Medizinischen Hochschule Hannover den Eva Luise Köhler Forschungspreis für die Erkenntnisse auf dem Gebiet der sogenannten Seltenen Krankheiten.

Lachmann, inzwischen 32 Jahre alt und mit einem Doktortitel versehen, hat in Grevesmühlen nicht etwa das Gymnasium besucht, sondern seinen Realschulabschluss auf der Wasserturmschule gemacht. Sein Abitur holte er erst später nach. Sein Vater bezeichnet den jungen Mann als Spätstarter.

Und damit dürfte er nicht der einzige sein, denn die Zahlen des Gymnasiums am Tannenberg sprechen eine deutliche Sprache. Vergleicht man die Jahrgänge zwischen 1992 und 2012, stellt sich heraus, dass nur der Jahrgang 2010 mehr Jungen hatte als Mädchen. „In meiner Klasse ist das Verhältnis zwei zu eins, also 16 Mädchen und 8 Jungen“, sagt Max Ehrhardt, Schüler der zwölften Klasse in Grevesmühlen.

„In den unteren Klassenstufen ist das noch ausgeglichener aber später lässt das dann nach.“ Auch Jeniffer Käther glaubt, dass mehr Mädchen als Jungen am Gymnasium sind. „Das liegt vielleicht aber auch nur daran, dass die Gruppen der Mädchen auffälliger und vor allem lauter sind“, sagt sie.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch mit Blick auf den Landkreis Nordwestmecklenburg. Im Jahr 2011 machten hier insgesamt 187 Schüler ihr Abitur. Davon waren 106 Mädchen und 81 Jungen. Im Gegensatz dazu weist die Stadt Wismar eine höhere Anzahl an männlichen Abiturienten auf. Hier erhielten im selben Jahr 12 Jungen mehr als Mädchen die Hochschulreife. In Schönberg war das Verhältnis zwischen den Schülerinnen und Schülern ausgeglichen. Die Direktorin Ute Debold vermutet ein höheres Durchhaltevermögen bei Mädchen. „Die beißen sich besser durch“, sagt sie. Ähnlich sieht das auch Max Ehrhardt. „Ich glaube nicht das Mädchen intelligenter sind als Jungen, aber vielleicht fleißiger.“ In Anbetracht dieser Zahlen spricht Ute Debold von einem erhöhten Förderungsbedarf bei Jungs. „Nach vielen Jahren der Mädchenförderung muss auch wieder etwas für die Jungs gemacht werden“, sagt sie. Aktionen wie der Girls'Day, dienten in den vergangenen Jahren der Förderung von Schülerinnen. Seit 2011 gibt es auch den Boys'Day — am 25. April.

Schule in Zahlen
2011 gab es 22 Mädchen und 17 Jungen am Grevesmühlener Gymnasium im Abiturjahrgang. In Wismar waren 41 Mädchen und 53 Jungen Wismar, im gesamten Landkreis 106 Mädchen und 81 Jungen.

2010 war der einzige Jahrgang nach der Wende in Grevesmühlen, in denen es mehr Jungen (32) als Mädchen (22) gab. 46 Mädchen waren es in Wismar und 36 Jungen.

2009 gab es 41 Mädchen im Abijahrgang in Grevesmühlen und 28 Jungen.

Knut-Henning Miersch, Martin Fett und Michael Proc

(Mo.

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