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Grevesmühlen Beim Einsatz geblitzt: Wie schnell dürfen Lebensretter sein?
Mecklenburg Grevesmühlen Beim Einsatz geblitzt: Wie schnell dürfen Lebensretter sein?
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06:08 31.05.2016
Für Rettungswagen im Einsatz gelten Sonderrechte. Ein Freifahrtschein zum Rasen ist das aber nicht. Quelle: Lukas Schulze/dpa
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Mallentin/Grevesmühlen/Schwerin

Was ist erlaubt, wenn es darum geht, Leben zu retten? In Nordwestmecklenburg muss der Fahrer eines Rettungswagens wohl seinen Führerschein für vier Wochen abgeben, weil er zu schnell zum Einsatz fuhr. Der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) war in Mallentin bei Grevesmühlen geblitzt worden – mit Tempo 90 statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde. OZ-Leser sind empört: In Online-Posts und E-Mails kritisieren sie das Vorgehen der Bußgeldbehörde. Das Problem: Konkrete, einheitliche Regeln für Retter in Eile gibt es offenbar in MV nicht.

Im Notfall zählt jede Sekunde. Damit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst schnell dorthin kommen, wo’s brennt, räumt ihnen die Straßenverkehrsordnung Sonderrechte ein. Sind sie mit Blaulicht auf Verfolgungsjagd, unterwegs zu Unfall oder Brand, dürfen sie Tempolimits und rote Ampeln ignorieren. Ein Freifahrtsschein zum rücksichtslosen Rasen ist das aber nicht.

Die Einsatzkräfte dürfen nur so schnell unterwegs sein, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird und so wie Straßen- und Witterungsverhältnisse es zulassen. Was das bedeutet, scheint Auslegungssache zu sein. Mancherorts darf bei Blaulichtfahrten die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um maximal 50 Prozent, andernorts um maximal 20 Prozent überschritten werden.

OZ

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