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Beim Schlachtefest geht es um die Wurst

Dorf Mecklenburg Beim Schlachtefest geht es um die Wurst

Veranstaltung in Dorf Mecklenburg stellt Handwerk vor

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Schlachtefest 2017: Jörg Dargel, Danilo Broschk und Christian Groschupf (v.li.) reinigten das Schwein mit heißem Wasser.

Quelle: Foto: Frank Peter Reichelt

Dorf Mecklenburg. Zum elften Mal wird am Sonnabend das „Schlachtefest“ im Kreisagrarmuseum in Dorf Mecklenburg stattfinden. Bei diesem Ereignis besteht die Gelegenheit, dem Schlachter über „die Schulter“ zu schauen und einen Einblick in dieses alte Handwerk zu bekommen.

Sonderausstellung

Das Schlachtefest am Sonnabend beginnt um 10 Uhr. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von den Klasbachtaler Blasmusikern aus Neukloster.

Eine Sonderausstellung im Agrarmuseum stellt noch bis zum 18. März das Schlachterhandwerk und die Fleischerinnung vor.

Während bis in die 1970er Jahre noch viele Schlachtereien existierten, gibt es heutzutage nur noch wenige Fleischereien in unseren Städten und noch weniger in den Dörfern. Große Fleisch- und Wurstfabriken versorgen die Discounter mit dem Sortiment aus den traditionellen Schlachtereien. Nur noch wenige Lebensmittelgeschäfte verfügen über eine Wursttheke, an der man noch frisches Hackfleisch kaufen kann.

Insbesondere vor dem Krieg jedoch wurde direkt bei den Tierhaltern und -mästern geschlachtet. Hausschlachter zogen von Hof zu Hof und schlachteten die Tiere. Direkt im Anschluß wurde die Verarbeitung durchgeführt. Verschiedene Wurstsorten wurden hergestellt. Bestimmte Fleischpartien wurden eingepökelt oder zum Räuchern zubereitet. In manchen Dörfern gab es zentrale Räucherkammern, in denen beispielsweise die Schinken oder Mettwürste mehrerer Haushalte geräuchert wurden. In einigen früheren Haustypen wurden die zu räuchernden Waren vor dem Herd an der Decke befestigt und so durch den Rauch haltbar gemacht. Im „Rauchhaus“ war die ganze Bauweise auf diese Art der Fleisch- und Wurstkonservierung ausgerichtet.

Da das Schlachten eine typische Winterarbeit war, suchten sich die Hausschlachter im Sommer andere Tätigkeiten. Manche verdingten sich daher in den warmen Monaten als Maurer, was sehr gut paßte, da die Bautätigkeiten in der Regel im Winter ruhen mussten. Das ist auch der Grund, warum der Wintermonat Februar für die Durchführung des Schlachtefestes gewählt wurde.

Um 10 Uhr beginnt die Veranstaltung. Das geschlachtete Schwein wird kurz danach zum Museum gebracht. Die erste Tätigkeit ist dann das „Abbrühen“ im Trog und das Entfernen der Borsten und Klauen, denn niemand möchte „Haare“ in der Suppe oder im Essen finden. Es folgt das Zerteilen des Schweines und die Entnahme der Eingeweide. Eine interessante Frage betrifft die sogenannte ,Ausschlachtung' des Schweines. Wieviel des Lebendgewichtes wird für den menschlichen Verzehr genutzt? Auch hier gibt es große Unterschiede zu früher. Bestimmte Körperteile der Tiere werden heute nicht mehr verzehrt.

„Schnuten un Poten“ vom Schwein oder „Euter“ von der Kuh werden heutzutage kaum noch gekocht. Außerdem möchte der Verbraucher heute mageres Fleisch. Weil vor hundert Jahren viel mehr Menschen körperlich arbeiten mussten, mussten sie entsprechend mehr Energie mit der Nahrung aufnehmen. Daher aßen sie mehr Fett als heute. So erfahren die Besucher, wie sich im Wandel der Zeit die Gewohnheiten hinsichtlich der Arbeit und des Verzehrs geändert haben.

OZ

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