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Berufsfeuerwehr in Sorge zum Jubiläum

Wismar Berufsfeuerwehr in Sorge zum Jubiläum

Mitgliederstamm soll schrumpfen. Dennoch wird das 85-jährige Bestehen morgen mit einem Festumzug gefeiert.

Wismar. Mit einem großen Festumzug wird morgen das 85-jährige Bestehen der Berufsfeuerwehr gefeiert. Befreundete Wehren aus der Umgebung und das Landesfeuerwehrmuseum reihen sich auf dem Weg vom Weidendammplatz zum Alten Hafen ein, Beginn 10 Uhr. Dort gibt es bis zum Nachmittag Vorführungen und eine Schau alter und neuer Fahrzeuge.

Doch in das Fest mischt sich die Sorge um die Zukunft. Das wurde gestern beim Festakt zum Jubiläum im Gebäude der Berufsfeuerwehr an der Frischen Grube deutlich. Fest steht: Die Berufsfeuerwehr in ihrer jetzigen Größe wird es nicht mehr geben. Die Frage ist vielmehr: In welcher Größe bleibt sie bestehen.

Im Zuge der Kreisgebietsreform sind einige Tätigkeiten entfallen, vor allem der Rettungsdienst. Damit verbunden sind zehn Planstellen. Allerdings sind die Mitglieder in den Dienstrhythmus eingebunden. Doch vom Innenministerium gibt es die Auflage, zehn Stellen zu streichen. Das geschieht bis Ende 2015 durch altersbedingtes Ausscheiden von Mitarbeitern. Damit schrumpft die Berufsfeuerwehr von 48 Mitgliedern auf die Mindest-Sollstärke von 38 Beamten.

Darüber hinaus gibt es die Überlegung, die Wehr auf 33/34 Kräfte abzusenken. Die Berufsfeuerwehr hieße dann Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlicher Wachbereitschaft.

Wismars stellvertretender Bürgermeister Michael Berkhahn (CDU) sagte gestern: „Die Berufsfeuerwehr ist der Hauptanker für die Sicherstellung des Brandschutzes in der Stadt.“ Der für die Feuerwehr zuständige Senator machte auf der einen Seite klar, dass es auch in Zukunft hauptberuflichen Brandschutz in Wismar geben werde, weil tagsüber die freiwilligen Wehren allein die Sicherheit nicht leisten können. Auf der anderen Seite erwähnte er den Kostendruck. Der Brandschutzbedarfsplan aus dem Jahr 2005 wird gegenwärtig überarbeitet und soll bis Jahresende vorliegen.

Wolfgang Schmidt, Leiter der Berufsfeuerwehr Wismar, fasste die Zukunftsaussichten so zusammen: „So viel Hauptamtlichkeit wie nötig und so viel Freiwilligkeit wie möglich.“ In den zahlreichen Grußworten war der Beifall immer dann besonders stark, wenn es um den Erhalt der Berufsfeuerwehr ging.

Neben den personellen Änderungen wird weiterhin die Standortfrage diskutiert. Der Umzug der Altstadtwehr zum Kagenmarkt (die OZ berichtete) ist so gut wie sicher, für die Berufsfeuerwehr steht die Suche noch völlig am Anfang. Im Gespräch ist der Bereich Gewerbegebiet West.

Der jetzige Standort an der Frischen Grube, seit 85 Jahren Sitz der Wehr, besitzt zwar Charme, stößt aber im Alltag längst an seine Grenzen. Dennoch bot der gestrige Empfang auch viel Zeit für informative und unterhaltsame Rückblicke sowie Ehrungen. Längst vorbei sind die Zeiten, als Pferde vor die Löschwagen gespannt wurden, als in der Nazi-Zeit die Feuerwehr der Polizei unterstand oder als zu DDR- Zeiten Feuerwehrleute im sozialistischen Wettbewerb Buntmetall sammelten.

Seit Oktober 1990 untersteht die Berufsfeuerwehr Wismar der Kommune. Ein Meilenstein war im Januar 1999 die Integrierte Leistelle für den Landkreis und Wismar mit Sitz in der Hansestadt. Seit 2005 hat die Leitstelle für Westmecklenburg ihren Sitz in Schwerin. Ein anderer Meilenstein war von 1992 bis 2012 der Rettungsdienst bei der Berufsfeuerwehr. Mit der Landkreisneuordnung entfiel auch diese Aufgabe. Die Diskussion um die Zukunft ist in vollem Gange.

 

Heiko Hoffmann

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