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Grevesmühlen Berufung: Boltenhagens Kämmerin erneut vor Gericht
Mecklenburg Grevesmühlen Berufung: Boltenhagens Kämmerin erneut vor Gericht
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00:00 19.04.2013
Das Gerichtsgebäude am Demmlerplatz in Schwerin. Quelle: Dirk Hourticolon
Boltenhagen

Das Betrugsverfahren gegen die ehemalige Kämmerin von Boltenhagen, Katrin D., und ihren Ehemann geht in die nächste Verhandlungsrunde. Die Verwaltungsangestellte, war im Juni 2011 vom Wismarer Schöffengericht wegen Betruges zu einer Strafe von 4500 Euro verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass D. und ihr Mann einen Vermittlungsgutschein der Arge abgerechnet haben, ohne dass eine Vermittlung stattgefunden hatte. Die einstige Kämmerin war vor dem Arbeitsgericht gegen ihre Kündigung vorgegangen und arbeitet derzeit im Bauamt des Amtes Klützer Winkel.

Rechtsmittel hatte sie ebenfalls gegen die Entscheidung des Amtsgerichtes eingelegt, so dass die Sache nun in der Berufungsverhandlung vor dem Schweriner Landgericht neu aufgerollt wird. Gestern, am ersten Verhandlungstag, verweigerte Katrin D. die Aussage.

Angezeigt worden war sie damals von ihrem Vorgesetzten, Bürgermeister Olaf Claus. Für den hat die erste Verhandlung, in der er als Zeuge auftrat, Folgen. Nämlich ein Verfahren wegen Falschaussage.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, vor Gericht gelogen zu haben. Inzwischen wurde Anklage gegen Boltenhagens Bürgermeister, der sein Amt derzeit nicht ausüben darf, erhoben.

Vor dem Landgericht geht es derweil um die Frage, ob Katrin D. ihrem Mann, der eine Jobvermittlung betrieben hatte, außerhalb des gesetzlichen Rahmens unter die Arme gegriffen hat. Denn laut Staatsanwaltschaft hat keine wirkliche Vermittlung stattgefunden, kassiert habe er trotzdem. Und zwar bis zu 2000 Euro pro Fall. So soll es auch im Fall Lutz H. gewesen sein. Nach eigenen Angaben hat er sich regulär bei der Kurverwaltung zum Verkehrsüberwacher beworben, ohne eine Vermittlungstätigkeit von Frank D. in Anspruch zu nehmen. „Der Staat wolle ja verarscht werden“, soll Frank D. beim Ausfüllen der Formulare gesagt haben, erklärte der Zeuge gestern vor Gericht. Erst ein Jahr später habe H. ein schlechtes Gewissen bekommen und sich mit Olaf Claus über die Ereignisse unterhalten. Ob er oder Claus das Gespräch damals gesucht hat, daran könne er sich nicht mehr erinnern. Laut Verteidigung sei Lutz H. von Claus instrumentalisiert worden.

Insgesamt sind für das Verfahren vier Verhandlungstage angesetzt worden, am kommenden Donnerstag sollen weitere Zeugen gehört werden. Unter anderem soll auch Olaf Claus in dem Verfahren erneut zu Wort kommen.

Knut-Henning Miersch und Michael Prochnow

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