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Bienenhaltung kontra Landwirtschaft

Neukloster Bienenhaltung kontra Landwirtschaft

Vor der Rapssaison befassten sich Mecklenburgs Imker mit Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln / Fazit: Kommunikation mit Landwirten weiter verbessern

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Hauptnutzpflanze für die Honigproduktion in MV ist der Raps. Imker Siegurt Tilly begutachtet Carnika-Bienen an einer Wabe.

Quelle: Norbert Fellechner

Neukloster. Als Reaktion auf das massive Bienensterben verordnete die EU 2013, dass Pestizide nur noch eingeschränkt eingesetzt werden dürfen. Auch mit Insektiziden gebeiztes Raps-Saatgut dürfen Landwirte nicht mehr ausbringen. „Ob es etwas genutzt hat, wird sich erst in einigen Wochen zeigen“, sagte Torsten Ellmann, 1. Vorsitzender vom Landesverband der Imker MV, am Sonnabend am Rande der Regionalimkerkonferenz in Neukloster. Er sei aber vorsichtig optimistisch. Auch entsprechend behandeltes Mais-Saatgut wurde bereits aus dem Verkehr gezogen.

Dabei ist es nicht das Saatgut oder die aus ihm wachsenden Pflanzen, die die Bienen und andere Bestäuberinsekten schädigen. Vielmehr ist es der beim Ausbringen erzeugte Abriebstaub, der sich auf die bereits blühenden Pflanzen im Umfeld des Ackers legt und damit für die Vergiftung sorgt.

Über den Einsatz von Pestiziden als Pflanzenschutz und deren Auswirkungen auf die Bienen haben sich vor der Rapssaison etwa 40 Imker aus Mecklenburg im Schullandheim Neukloster informiert. Margit Nagel vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei MV erläuterte die gültigen Bestimmungen und zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Davon gibt es 400 Wirkstoffe mit circa 3300 Produkten — eingeteilt von B1, stark Bienen gefährdend, bis B4, nicht Bienen gefährdend. Ausgebracht werden dürfen sie alle. Entscheidend ist, wann. Dafür sind die Flugzeiten der Immen, die Blütezeiten der betreffenden Pflanzen und die Witterung mit Wind, Luftfeuchtigkeit und Temperatur bedeutende Indikatoren.

„Meine Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass die Landwirte die Regeln und Vorschriften einhalten“, erklärte Margit Nagel. Dass dies nicht immer so ist, zeigten die von ihr vorgestellten Fälle.

Darüber regte sich allgemeiner Unmut, zumal die Imker meist eigene leidvolle Erfahrungen mit den Landwirten und deren beauftragten Lohnunternehmen gemacht haben. „Wissenschaftler, die von der EU beauftragt wurden, haben festgestellt, dass Pestizide eindeutig die Hauptverursacher des Bienensterbens sind“, machte Uwe Polak, Vorsitzender des Imkervereins Lübz und Umgebung, seinem Ärger Luft.

Auch die Tatsache, dass die Imker zehn Prozent ihres Honigs wegen überschrittener Grenzwerte von Pestizid-Rückständen nicht vermarkten dürfen, trägt nicht zu einem entspannten Verhältnis zwischen Imkern und Landwirten bei. Das sind 400000 Kilogramm Honig oder zwischen 2,4 und 3,2 Millionen Euro Verlust pro Jahr.

Es geht aber auch anders, wie der Ortsverband Neukloster beweist. „Bei uns bewirtschaftet die Landboden Glasin die Felder. Wir sprechen uns immer ab, wann sie welche Mittel spritzen will und wo unsere Bienenwagen aktuell stehen. Das funktioniert bestens“, berichtete Vorsitzender Siegfried Naedler. Überhaupt war der Tenor der Veranstaltung, dass die Kommunikation zwischen den Beteiligten weiter verbessert werden muss.

Von der Ur-Biene bis zu Berufsimkern

Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera), auch Europäische Honigbiene, gehört zur Familie der Echten Bienen (Apidae). Es gibt etwa 25 Unterarten. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet war Europa, Afrika und Vorderasien.

Die Gattung der Honigbiene existiert, wie angenommen wird, seit etwa 100 Millionen Jahren. Das älteste Indiz ist ein Bernstein-Fossil mit einer 2,95 Millimeter großen Ur-Biene.

Die Europäer nutzen die Honigbiene seit mehreren tausend Jahren. So zeigt die Felsmalerei aus Cuevas de la Araña bei Bicorp, Valencia/Spanien, eine frühe Form der Bienennutzung. Die Darstellung ist etwa 12000 Jahre alt.

Spätestens seit dem 7. Jahrtausend vor Christus haben Bauern des Neolithikums die Biene domestiziert. Vor rund 7000 Jahren begann die gezielte Haltung in Zentralanatolien.

In Griechenland wurden um 600 vor Christus die ersten Gesetze die Bienen betreffend erlassen. Auch das heutige Bienenrecht hat eine lange Tradition und ist im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Erst seit etwa 300 Jahren wird die Biene von Biologen erforscht und ihr Verhalten untersucht. Quelle: Wikipedia

1546Bienenhalter sind in den 78 Ortsvereinen im Landesverband der Imker MV organisiert, 20 sind Berufsimker. Etwa 220 davon sind in den zwölf Ortsvereinen in Nordwestmecklenburg aktiv. Alle zusammen halten rund 17500 Bienenvölker, vorwiegend der Rassen Carnica-, Buckfast- und Dunkle-Biene. Schätzungen des Verbandes gehen davon aus, dass sich diese Zahl durch nicht organisierte Imker auf 20000 Völker erhöht.

• Mehr Infos: www.imkermv.de

Von Peter Täufel

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