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Boltenhagen: Fotos am Strand wirklich nicht erlaubt?

Boltenhagen Boltenhagen: Fotos am Strand wirklich nicht erlaubt?

Verbotsschild irritiert / Kurverwaltung will Privatsphäre der Gäste schützen / Die meinen: Ein Slogan wie „Paparazzi out!“ könnte helfen – Verbot macht Anliegen nicht deutlich

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Erstes Ostseebad verhängt Foto-Verbot am Strand

Für Jörg und Petra Tessarczyk aus Hamburg ist das vermeintliche Verbot kein Aufreger.

Boltenhagen. Renate Prüß schüttelt den Kopf. „Ich dachte, das ist ein Scherz. Erst habe ich das Schild gar nicht gesehen, aber jetzt frage ich mich, ob das wirklich ernst gemeint ist.“ Die Urlauberin aus Dresden hatte in dieser Woche wie viele andere Besucher auch den Strand des Ostseebades samt Sonnenuntergang fotografiert. Nicht ahnend, dass das illegal sein könnte. Die 63-Jährige hat trotzdem Fotos für das Urlaubsalbum gemacht. Denn: „Wer will denn das überhaupt kontrollieren?“

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Verbotsschild irritiert / Kurverwaltung will Privatsphäre der Gäste schützen / Die meinen: Ein Slogan wie „Paparazzi out!“ könnte helfen – Verbot macht Anliegen nicht deutlich

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Vermutlich niemand. Denn auch in der Kurverwaltung gibt es nicht wirklich einen Plan, wie man mit dem ungewöhnlichen Verbot umgehen soll. In der Türkei und in Dubai, wo das Fotografieren am Strand ebenfalls untersagt ist, drohen drakonische Strafen. Doch soweit ist man in Nordwestmecklenburg nicht. Stattdessen sorgt das Schild nun dafür, dass es genauso häufig fotografiert wird wie der Strand.

Das Verbot als Attraktion funktioniert zumindest.

Das, was Renate Prüß den Kopf schütteln lässt, haben viele andere Urlauber und selbst Einheimische noch gar nicht entdeckt. Das brachte eine OZ-Blitzumfrage an den Strandaufgängen 4 und 5 an den Tag.

Und auch das: Soll das Verbotszeichen, wie von der Kurverwaltung gewünscht, „ein freundlicher Hinweis“ darauf sein, „die Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte auch am Strand zu respektieren“, wird das Mittel dem Zweck nicht gerecht. Verboten ist verboten, das schließt die Landschaftsaufnahme genauso ein wie das Foto von der eigenen Familie. Dem Vernehmen nach aber soll der Auslöser für die Aktion der Kurverwaltung ein Vorfall gewesen sein, bei dem jemand fotografiert worden war, der das aber nicht wollte. Auf seine Intervention hin soll der Fotografierende geantwortet haben: Wieso?

Ist doch nicht verboten. Jetzt ist es verboten.

Nicht gesehen worden ist der mit rotem Strich in rotem Kreis versehene Fotoapparat zuletzt wohl auch deshalb kaum, weil das vermeintliche Verbotszeichen sich auf den Schildern an den Strandzugängen nicht zu den anderen neun Verboten gesellt, sondern ganz unten links angebracht worden ist. Lediglich für Waltraud Haubelt (74) von den Befragten – sie lebt seit zwölf Jahren im Ostseebad – war das Verbot schon Diskussionsthema. Weder Uwe Klingowski, Strandaufsicht am Aufgang 5, noch Liane Chille, die Standkörbe am Aufgang 4 vermietet, waren bisher auf das Thema angesprochen worden. Auch Vorfälle wie geschildert sind nicht bekannt.

Monic Steinbeck (23) und Marvin Keller (23), die gerade bei Liane Chille aus Richtung Strand vorbeikommen und in Sachsen-Anhalt zu Hause sind, können erst gar nicht verstehen, um was es geht.

Auch sie hatten das Zeichen nicht gesehen und fragten: „Fotografieren wirklich verboten?“ Gisela (78) und Fritz Haeger (79) aus Nordrhein-Westfalen sagen mit dem unkommentierten Verbot konfrontiert: „Wer hat sich das ausgedacht?“ und „Das ist ja wohl ein Aprilscherz!“ Im Gespräch kommen sie aber genau wie die jungen Leute zu dem Fazit, dass dem eigentlichen Anliegen der Kurverwaltung, das auch sie unterstützen, anders Rechnung getragen werden müsste. Ein Slogan sollte her, regen sie an: „Paparazzi out!“

Für Petra (50) und Jörg Tessarczyk (48) aus Hamburg ist das Thema überhaupt kein Aufreger, sie könnten sogar mit einem „echten“ Verbot leben. Waltraud (59) und Heinz (64) Weidemüller aus Sachsen, die schon in DDR-Zeiten Anhänger der FKK-Kultur waren, sehen das mit dem Fotografieren nicht so verbissen ernst. Bilder im Internet von sich allerdings wären auch für sie ein Tabu.

Michael Prochnow und Cornelia Roxin

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