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Grevesmühlen Bebauungspläne gegen Ferienwohnungen
Mecklenburg Grevesmühlen Bebauungspläne gegen Ferienwohnungen
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10:17 09.10.2018
Das Ostseebad Boltenhagen ist auch im Oktober gut besucht. Schließlich sind schon in vielen Bundesländern Herbstferien. Und das Wetter verlockt mit Sonnenschein und blauem Himmel zu einer Extraportion Urlaub. Quelle: GVM
Boltenhagen

 Die Gemeinde Boltenhagen arbeitet am zweiten Bebauungsplan, um Wohnraum im Ostseebad zu sichern. Für die Albin-Köbis-Siedlung sollen feste Regelungen getroffen werden, die sicherstellen, dass höchstens untergeordnete Ferienwohnungen – die traditionellen Sachsenkeller – vermietet werden. Dafür dürfte der Anteil an Urlaubsunterkünften nicht über 20 Prozent liegen. Da es offenbar in fast jedem Haus der Siedlung so eine kleine Unterkunft gibt, ist das Maß wohl erreicht. 

Bereits im Bauausschuss wurde über das Thema diskutiert, am Donnerstag soll der Bebauungsplan in der Gemeindevertretung beschlossen werden. Ein Grund dafür sind offenbar jetzt schon übermäßig als Ferienwohnung genutzte Gebäude in der Wohnsiedlung, die neben der Strandklinik fast direkt an der Ostsee liegt. „Mir ist bekannt, dass mehrere Häuser illegal komplett als Ferienwohnung vermietet werden“, hatte Christiane Meier gesagt, die den Vorsitz des Bauausschusses übernommen hatte, nachdem sich der Vorsitzende Michael Steigmann und Bauausschussmitglied Stephan Apelt als Bewohner der Albin-Köbis-Siedlung für befangen erklärt hatten. „Der Landkreis könnte schon jetzt dort tätig werden“, hatte Christiane Meier ergänzt. Jetzt wolle die Gemeinde aber einen Bebauungsplan aufstellen, damit solche Illegalität aufhört und künftig nicht mehr vorkommen kann.

Die Sachsenkeller sollen aber weiterhin eine Berechtigung haben. Das ermöglicht eine Änderung des Baugesetzbuches von 2017 und Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg hatte immer betont, dass diese Form der Unterbringung im Ostseebad Tradition habe.

Tatsächlich nutzt ein Großteil der Urlauber die kleinen Ferienwohnungen. Etwa 60 Prozent der betten werden dort angeboten. Etwa 3500 der insgesamt 9814 Urlauberbetten sind in Betrieben mit weniger als vier Betten zu finden. Das hat eine Analyse der Firma Plan und Praxis ergeben, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte. Sie hat auch das Wohngebiet zwischen Weidenstieg, Friedrich-Engels-Straße und Klützer Straße untersucht, für das die Gemeinde ebenfalls einen Bebauungsplan erstellen lässt, um den Bestand der Wohnungen für dauerhafte Einwohner zu sichern.

Und auch für die Wochenendhaussiedlung am Mariannenweg wurde schon ein Bebauungsplan erarbeitet. Er besagt, das zuvor erlaubte Steildächer nicht mehr auf die alten Bungalows aufgesetzt werden dürfen. Ebenso dürfen die Terrassen nicht überbaut werden. Die Nutzung wird entsprechend dem Zweck des Vereins als Wochenendhäuser festgesetzt.

Mehr Urlauber als Einwohner

2487 Einwohner hat die Gemeinde Boltenhagen. Im Jahr 2017 zählte das Ostseebad 1477252 Übernachtungen von Touristen. Denen stehen 9814 Betten in Hotels, Pensionen, auf Campingplätzen, in den Kliniken und in Ferienwohnungen, Appartements oder privat vermieteten Zimmern zur Verfügung. Etwa 60 Prozent dieser Urlauberbetten sind Ferienwohnungen zu finden.

In einem Neubaugebiet am Ortseingang bei Wichmannsdorf sollen künftig 200 Wohneinheiten zum reinen Wohnen entstehen.

Boltenhagen hat knapp 2500 Einwohner. Dem gegenüber stehen viele Touristen, die den ortsansässigen Firmen, den Tourismusbetrieben und den Hausbesitzern mit kleiner Ferienwohnungen während der Saison gute Umsätze bescheren. Im Jahr 2017 wurden 1477252 Übernachtungen gezählt. Doch Boltenhagen soll auch ein Ort zum Leben bleiben. Deswegen will die Gemeindevertretung auch weiteren Wohnraum schaffen.

So wurde bereits im Februar 2017 mit der Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LGE) ein Vertrag über die Entwicklung eines Wohngebiets mit 200 Wohneinheiten zwischen dem Ortsteil Wichmannsdorf und der Bebauung mit Supermärkten an der Kastanienallee unterzeichnet. Pläne für den Bau von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern liegen bereits vor. Unter anderem hatte es nach der Vertragsunterzeichnung Probleme mit dem Amt für Raumordnung geben. Das hatte unter anderem erklärt, dass Boltenhagen eigentlich genug Wohnraum hätte, wenn alle illegal genutzten Ferienwohnungen reiner Wohnraum wären. Auch um solchen Argumentationen entgegenzuwirken, schafft die Gemeinde mit den Bebauungsplänen für schon längst existierende Gebiete feste Regelungen.

Malte Behnk

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