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70 Jahre „Gärtnerfreude“ in Boltenhagen

Boltenhagen 70 Jahre „Gärtnerfreude“ in Boltenhagen

Kleingartenverein feiert am 1. Juli an der Sportanlage / Festlicher Ball am Vorabend

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In der gepflegten Anlage an Boltenhagens Ortsrand gibt es 144 Parzellen mit vielen blühenden Blumen und ertragreichem Gemüseanbau.

Boltenhagen. Der Zweite Weltkrieg war gerade erst vorbei, als am 1. Juli 1947 der Kleingartenverein „Gärtnerfreude“ im Ostseebad Boltenhagen gegründet wurde. Am 30. Juni und 1. Juli wird das mit einem Ball und einem Sommerfest gefeiert.

 

OZ-Bild

Der Vorsitzende Günter Hoth und seine Stellvertreterin Ingrid Fraedrich wollen das 70-jährige Bestehen ihres Kleingartenvereins mit vielen Gästen feiern.

Quelle: Fotos: Malte Behnk

„Früher haben wir Gärtner oft Bälle gefeiert“, erinnert sich der heutige Vereinsvorsitzende Günter Hoth. Zum Tanz habe man sich dann im damaligen FDGB-Heim „Fritz Reuter“ getroffen, das 1993 für den Bau des Seehotels abgerissen wurde. Der Gärtnerball zum Jubiläum wird im Festsaal an der Grundschule gefeiert.

Die Kleingartenalage am Ortsrand beim Klärwerk ist eine wahre Idylle. In jeder Parzelle blühen bunte Blumen, wie man sie auch aus Bauerngärten kennt. Kartoffeln wachsen aus kleinen Dämmen, an Sträuchern und kleinen Bäumen reifen Obst und Beeren. Aus 144 Parzellen besteht der Kleingartenverein, 137 Parzellen sind an 92 Mitglieder verpachtet. „Die meisten sind Boltenhagener und sie haben auch immer noch Vorrang“, sagt Günter Hoth. „Aber 28 Pächter sind von Außerhalb.“ Bis zur Wende seien die Gärten ausschließlich an Bewohner des Ostseebads vergeben worden. Nur wer wegzog, durfte seinen Garten trotzdem behalten. Bei der zweiten Mitgliederversammlung nach der Wende wurde diese Regel geändert.

„Ich bin 1979 hergezogen und habe dann ’82 den Garten bekommen“, sagt Hoth. „Da war eine Warteliste von zehn, zwölf Leuten ganz normal.“ Damals gehörte er zu „den Neuen“, „den Jungen“ und er musste sich vor den „alten Hasen“ erstmal beweisen. „Ich hatte den Garten mitsamt der Laube übernommen, die hier heute noch steht und habe Tomaten und Kartoffeln angepflanzt“, erinnert sich Hoth an seinen Start. Nach ein paar Wochen staunten seine Nachbarn, weil der Neuling erstaunlich große Tomaten und viele Kartoffeln heranzog. „Ich konnte gar nichts dafür“, sagt Hoth lachend. „In der Parzelle hatte mein Vorgänger eine Vogelvoliere stehen. Die war zwar abgerissen, aber der Boden dort war bestens gedüngt.“

Auch heute freuen sich die Kleingärtner über neue junge Mitglieder, die ihren Garten pflegen. „Es sind schon einige Junge dazugekommen, aber wir haben noch einen Altersdurchschnitt von fast 72 Jahren.“ Auf übergeordnete Verbände können sich die Gärtner aber kaum stützen. „Der Kreisverband hat sich wegen Streitigkeiten aufgelöst, daher hängen wir gegenüber dem Landesverband oft in der Luft“, sagt Günter Hoth. Allerdings müssten so auch keine Gelder an einen Kreisverband gezahlt werden, was die Pacht für die Kleingärten immer noch günstig macht. Zwölf Euro pro Jahr zahlen Kleingärtner für eine Parzelle. „Wer eine Parzelle übernimmt, zahlt aber in der Regel eine Art Ablöse für die Laube oder größere Pflanzen. 1000 bis 1500 Euro sind da durchaus üblich“, sagt der Vorsitzende des Kleingartenvereins.

Das 70-jährige Bestehen wird am Sonnabend, 1. Juli, mit einem Sommerfest an der Sport- und Freizeitanlage an der Klützer Straße gefeiert. „Dort gibt es eine große Fläche, die wir nicht haben“, so Günter Hoth. Für eine Tombola hat er in den vergangenen Wochen viele hochwertige Preise eingesammelt. „Die Teilnahme lohnt sich“, sagt er. Um 18 Uhr werden die Gewinner bekannt gegeben.

Großes Fest am 1. Juli

Um 13.30 Uhr beginnt das Fest an der Sport- und Freizeitanlage an der Klützer Straße. Es spielt das Akkordeonorchester Silvio Bollmann. Die Kleingärtner backen für den Kuchenbasar, es gibt eine Tombola mit hochwertigen Preisen. Für Kinder werden Spiele, eine Hüpfburg und Torwandschießen geboten. Boltenhagens Feuerwehr führt Übungen vor und DJ „Toni Baroni“ sorgt für die Musik zum Tanz.

Malte Behnk

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