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Ärger über Müll: Klütz entfernt Behälter

Klütz Ärger über Müll: Klütz entfernt Behälter

In den Eimern auf dem Parkplatz an der Wohlenberger Wiek wird unerlaubt Hausmüll entsorgt

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„Leider scheint es sich momentan zur Kultur zu entwickeln, seinen Müll irgendwo hinzuschmeißen.Guntram Jung (CDU) Bürgermeister Klütz

Klütz. Schon seit Monaten sorgt die illegale Müllentsorgung in Klütz für Ärger (die OZ berichtete). Nun führt die Stadt weitere Maßnahmen durch, um dem Treiben entgegen zu wirken. So werden in Zukunft auf dem Parkplatz an der Wohlenberger Wiek die Abfallbehälter über den Winter entfernt. Darauf haben sich am Montagabend die Stadtvertreter verständigt. Außerhalb der Saison entsorgen Leute dort immer wieder ihren Hausmüll. „Dafür sind die Behälter nicht vorgesehen“, ärgerte sich der Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU). „Doch leider scheint es sich momentan zur Kultur zu entwickeln, seinen Müll irgendwo hinzuschmeißen“, haderte er. Das Problem nehme in der Schloss-Stadt Ausmaße an, die nicht mehr normal seien. Auch andere Stellen in Klütz verkommen durch illegale Müllentsorgung immer wieder zu Schandflecken.

OZ-Bild

In den Eimern auf dem Parkplatz an der Wohlenberger Wiek wird unerlaubt Hausmüll entsorgt

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„Es ist ein Trauerspiel. Wer macht so etwas?“, kommentierte auch die stellvertretende Bürgermeisterin Petra Rappen (CDU). In den Abfalltonnen befinde sich überwiegend kein Abfall von Strandspaziergängern – wie angedacht. Stattdessen seien Hausmüll und blaue Säcke zu finden. „Das ist nicht im Sinne des Erfinders, schädigt das Image der Stadt und kostet den Steuerzahler eine Menge Geld“, so Rappen. Laut Jung sei zum Teil sogar gewerblicher Müll vorzufinden. So habe er selbst Pappkartons einer Wismarer Firma in Tonnen an der Wohlenberger Wiek entdeckt. „Wir haben einiges zur Anzeige gebracht“, so das Stadtoberhaupt. Der Landkreis habe auch Verfahren eingeleitet. „Doch leider sind die Chancen nicht sehr hoch, die Schuldigen zu finden“, musste Jung eingestehen.

Die Stadt Klütz hat sich mit ihrem Beschluss von Montagabend sogar die Möglichkeit offen gehalten, die Behälter dauerhaft zu entfernen. „Ob wir das wirklich machen, müssen wir abwarten“, sagte Guntram Jung. Dazu müsste auch eine Änderung in der entsprechenden Satzung vorgenommen werden. Doch unbedingt nötig seien die bereitgestellten Papier- und Müllkörbe nicht. Denn die ansässigen Imbissbuden an der Wohlenberger Wiek hätten im Sommer ohnehin die Pflicht, Abfallbehälter für die Kunden aufzustellen. Am Strand will die Stadt aber weiterhin Mülleimer für Gäste zur Verfügung stellen, so der Bürgermeister.

Stadtvertreter Jens Nevermann schüttelte angesichts der Mülleskapaden einiger Unbelehrbarer den Kopf. „Und das alles, um ein paar Cent zu sparen“, meinte er. Nevermann stimmte dem Beschluss zu, die Behälter auf dem Parkplatz zunächst zeitweise zu entfernen, äußerte aber gleichzeitig seine Sorge: „Wer den Müll jetzt dort entsorgt, der schmeißt ihn künftig auch dorthin.“ Ob dort Mülleimer stehen oder nicht – die Täter würden sich davon nicht abhalten lassen.

Dabei drohen laut Landkreis empfindliche Strafen. Das Bußgeld könne gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz bis zu 100000 Euro betragen. „Tatsächlich setzen wir in Abhängigkeit von der Schwere des Delikts von Verwarngeldern bis hin zu vierstelligen Beträgen alles fest“, sagt Frank Scholz, Sachgebietsleiter der unteren Abfall- und Immissionsschutzbehörde. Der Landkreis Nordwestmecklenburg wendet jährlich etwa 32000 Euro auf, um herrenlose Abfälle aus der Landschaft zu entsorgen und beräumt auf diese Weise ca. 1200 Kubikmeter.

Daniel Heidmann

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