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Aktiv im Alter: Senioren kegeln und wollen ein Schwimmbad

Boltenhagen/Wohlenberg Aktiv im Alter: Senioren kegeln und wollen ein Schwimmbad

In Boltenhagen vermissen viele ältere Einwohner das Angebot der geschlossenen Ostsee-Therme / Im Sozialverband halten sie sich mit Kegeln fit

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Karin Frank (l.) tritt gegen Veronika Rothke im Kegeln an. Alle zwei Wochen treffen sich die Senioren im Feriendorf in Wohlenberg.

Quelle: Malte Behnk

Boltenhagen/Wohlenberg. Viele Senioren in Boltenhagen sind trotz ihres Alters fit und wollen sich sportlich betätigen. Bei der Ortsgruppe des Sozialverbands Deutschland treffen sich knapp 20 Frauen und Männer alle zwei Wochen zum Kegeln im Feriendorf in Wohlenberg. Die Kegelbahn bietet ihnen zwar einen sportlichen Ausgleich, seit die Ostsee-Therme in Boltenhagen im Februar 2015 geschlossen wurde, vermissen aber viele der Senioren das Schwimmen.

„Unsere Mitglieder bedauern es sehr, dass die Therme geschlossen ist“, sagt Dieter Frank (78), der Vorsitzende der Ortsgruppe des Sozialverbands. „Es hatten sich immer ein paar Frauen und Männer zum Schwimmen dort verabredet und sie konnten dort auch Krankengymnastik machen“, berichtet er. „Wenn die Gemeinde sich kümmert, wäre es sehr schön, eine neue Möglichkeit zum Schwimmen oder zur Wassergymnastik zu bekommen“, sagt Frank. Waltraud Witt (66), ebenfalls im Vorstand der Ortsgruppe, weiß von Versuchen einiger Senioren in der Umgebung eine Alternative zur Therme zu finden. „Im Hotel in Hohen Schönberg gibt es ein Schwimmbecken, das ist aber sehr klein und das Wasser sehr kalt“, sagt sie. Viele Senioren bräuchten aber beheiztes Wasser. Das Wonnemar in Wismar sei keine Alternative für die Senioren, so Witt. Es sei zu weit weg und der Eintritt zu kostspielig.

Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) kennt den Wunsch der Senioren. „Ich weiß und habe Verständnis dafür, dass den Senioren ein Schwimmbad fehlt“, sagt Schmiedeberg, der selber nach Alternativen im Ort sucht. So habe er Ende März einen Gesprächstermin mit dem Geschäftsführer der Ostsee-Klinik, zu der die geschlossene Therme gehört. Die Klinik habe ein weiteres Schwimmbecken, das mit Zustimmung der Leitung vielleicht auch zeitweise von Senioren genutzt werden könnte. „Aber da müssen erst Gespräche geführt werden und ich möchte den Seniorenbeirat einbeziehen.“ Sollten die Gespräche mit der Ostsee-Klinik nicht erfolgreich verlaufen, wolle sich Schmiedeberg auch an die Strandklinik wenden. Dort nutzen zeitweise die Jugendlichen der DLRG ein Schwimmbecken fürs Training. Außerdem wolle er auch Hotels fragen, ob die Senioren dort gelegentlich schwimmen könnten.

Solange sie darauf warten, beschäftigen sich die Damen und Herren vom Sozialverband aber auch anders, zum Beispiel auf der Kegelbahn. Es wird dabei zwar viel gelacht und Dieter Frank ist der Überzeugung, der Sport „ist ein Glücksspiel“. Dennoch zählen die Senioren ernsthaft mit. „Zum Abschluss des Jahres wird zusammengerechnet und der Sieger bekommt einen Orden“, sagt Waltraud Witt. „Wer die meisten Pudel geworfen hat, bekommt auch einen Preis“, fügt sie hinzu. Aber wer einen Pudel, also keine Punkte wirft, muss auch 5 Cent in die Kasse zahlen.

Im Wechsel zu den Treffen auf der Kegelbahn im Feriendorf spielen die Senioren alle zwei Wochen Karten im Hotel John Brinckman und sie machen viele Ausflüge. Zuletzt ging es mit etwa 100 Teilnehmern in zwei Bussen der Firma Oppermann aus Klütz zum Rauchhaus in Möllin bei Gadebusch. „Wir hatten Mitglieder der Sozialverbands-Ortsgruppe Grevesmühlen mitgenommen. Sie hatten sich aufgelöst und bauen sich mit unserer Unterstützung wieder auf“, erklärt Dieter Frank die große Zahl der Teilnehmer bei etwa 60 Mitgliedern in der Boltenhagener Ortsgruppe. „Wir nehmen auch gerne Nicht-Mitglieder mit zu unseren Veranstaltungen“, betont er.

Von Malte Behnk

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