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„Bad Boltenhagen“ sorgt für Diskussion

Christinenfeld „Bad Boltenhagen“ sorgt für Diskussion

Bürgermeister in Boltenhagen und Klütz sind mit dem Ferienparknamen nicht einverstanden

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Die Firma Van Wijnen Recreatiebouw will in Christinenfeld bei Klütz einen Ferienpark namens „Bad Boltenhagen“ bauen.

Quelle: Foto: Malte Behnk

Christinenfeld. Eine Ferienhaussiedlung „Bad Boltenhagen“ in Christinenfeld? Bei ersten Werbeveranstaltungen zum Verkauf der ersten 54 Ferienhäuser als Investitionsobjekt gab es Erstaunen über die Namensgebung, und ortskundigen Interessenten ist aufgefallen, dass Christinenfeld in den Unterlagen nicht östlich, sondern nördlich von Klütz auf einer Karte dargestellt wird und somit sehr dicht am bekannteren Ostseebad Boltenhagen liegt.

Im Ostseebad löst die Namensgebung sogar Ärger aus. Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) will prüfen, ob die Gemeinde rechtlich dagegen vorgehen kann, obwohl ihm das Ferienhausprojekt grundsätzlich gefällt. „Ich habe einen Anwalt dazu konsultiert, habe aber bislang die Information bekommen, dass so eine Namensgebung wohl geht“, sagt er. Dennoch hält er den Namen „Bad Boltenhagen“

für irreführend. Ein Alleinstellungsmerkmal des Ostseebads sei schließlich, dass die Ferienunterkünfte nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt seien. Christinenfeld hingegen liegt etwa sechs Kilometer von der Ostsee entfernt.

„Dass sich Orte wie Christinenfeld weiterentwickeln, ist gut und kann sich auch auf Boltenhagen positiv auswirken – zum Beispiel, wenn sich die Stadt Klütz an unserem Shuttle beteiligt“, sagt Schmiedeberg. Mögliche Synergieeffekte sollte man nicht vernachlässigen.

Auch Guntram Jung (CDU), Bürgermeister der Stadt Klütz, hat Probleme mit dem Ferienpark-Namen. „Schon als er uns im August vorgestellt wurde, war ich nicht erfreut darüber und habe mit Nachdruck gesagt, dass ich den Namen nicht gut finde“, sagt er. „Ich werde drauf drängen, dass es nur ein Arbeitstitel bleibt. Der Name muss geändert werden“, so Jung.

Klaas Odink, Geschäftsführer des niederländischen Unternehmens Van Wijnen Recreatiebouw, das die Ferienhaussiedlung bauen wird, die später von Landal Green Parks vermietet werden, sieht die Diskussion gelassen. Den Titel „Bad Boltenhagen“ habe man gewählt, weil der Name des Ostseebads schon bekannt sei, zumindest bekannter als Klütz oder deren Ortsteil Christinenfeld. „Da können die Boltenhagener doch eigentlich stolz drauf sein“, sagt Odink.

Er hat auch eine Erklärung für die Ungenauigkeit der Karte. „Bei der Karte ist uns offenbar ein Fehler unterlaufen, den wir beim nächsten Druck berichtigen“, sagt der Niederländer auf Anfrage zu.

Anett Bierholz, Geschäftsführerin des Verbandes Mecklenburgische Ostseebäder, sagt: „Der Name ,Bad Boltenhagen’ ist reines Marketing, auch wenn der eigentliche Ort fünf Kilometer weit entfernt ist.“

Sie habe es durchaus schon erlebt, dass ähnliche Projekte mit Namen aus der Umgebung versehen werden. „Es liegt an den Kaufinteressenten, sich über alles zu informieren“, sagt Bierholz. „Dazu gehört auch die Entfernung zum Strand oder zur nächsten Einkaufsmöglichkeit, denn das ist den Urlaubern wichtig“, erklärt sie. Derzeit gibt es für die 54 im ersten Bauabschnitt geplanten Ferienhäuser in Christinenfeld 25 Kaufinteressenten, wie Klaas Odink berichtet. „Wir hoffen, dass wir im März oder April mit dem Bau der Häuser beginnen. Mit der Infrastruktur wie Straßen könnten wir schon etwas früher beginnen.“

Baurechtlich ist dafür alles ordentlich vorbereitet, wie eine Sprecherin des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung auf Anfrage mitteilt. So gebe es einen zweiteiligen Bebauungsplan, der bereits seit 2006 rechtskräftig ist. Er ist als Mischgebiet geplant, in dem sowohl Ferienwohnungen als auch Häuser zum dauerhaften Wohnen vorgesehen sind. All das wollen die Investoren aus den Niederlanden erfüllen.

2011 wurden Pläne für ein Seniorendorf in Christinenfeld vorgestellt, die aber bis 2014 nicht umgesetzt werden konnten. Nach OZ-Informationen sollten Senioren für eine Wohnung in der Anlage mit Golfplatz monatlich 8000 Euro Miete zahlen.

113 Ferienhäuser in mehreren Bauabschnitten

Insgesamt sollen in der Ferienhausanlage in Christinenfeld 113 Ferienhäuser errichtet werden.

54 Häuser umfasst der erste

Bauabschnitt, mit dem im März

oder April begonnen werden soll.

Verkauft werden die Häuser für

vier bis acht Personen ab einem

Gesamtpreis von 230750 Euro.

Ein Schwimmbad, das auch Schule und Kindergarten nutzen dürfen, wird in der Anlage gebaut.

Malte Behnk

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