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Blühendes Naturreich zieht Neugierige an

Klütz Blühendes Naturreich zieht Neugierige an

Wilfried Wiechmann hat einen der schönsten Gärten in der Region. Die Arbeit darin mag er nicht, aber das Ergebnis.

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Wilfried Wiechmann ist täglich in seinen Gärten anzutreffen, die sich auf 1200 Quadratmetern erstrecken. Fotos (2): Dana Dolata

Klütz. Wilfried Wiechmann bekommt regelmäßig Besuch in seinem Garten. Oft sind es Wildfremde, die das 1200 Quadratmeter große blühende Areal fotografieren wollen: die stattlichen Sonnenblumen, die wuchtigen Disteln und die XXL-Fuchsschwänze. Viele Beobachter halten das Areal für einen der schönsten Gärten in der Region.

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Wilfried Wiechmann ist täglich in seinen Gärten anzutreffen, die sich auf 1200 Quadratmetern erstrecken. Fotos (2): Dana Dolata

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Am Rande steht sein mit Ranken bewachsenes Wohnhaus. Der passionierte Hobbygärtner ist aber tagein, tagaus in seinem Garten anzutreffen. Zurzeit beschäftigen ihn herbstliche Aufräumarbeiten. Der 54-Jährige spaziert durch eine seiner beiden Anlagen und zeigt auf einen der wenigen grauen Flecke inmitten der bunten Blumenmeere. „Die Schnecken haben diese Partie ruiniert“, grummelt er. „Und da sollten eigentlich Dahlien stehen. Es war zu trocken für die Dahlien in diesem Sommer.“

Oft fragen ihn Neugierige und Nachbarn nach frischen Sträußen — obwohl er es eigentlich nicht mag, die Blumen abzuschneiden. „Sie blühen viel länger, wenn man sie stehen lässt.“ Als Fotomotiv stellt er seine Blütenpracht aber gerne zur Verfügung, hat er sie doch jahrelang selbst fotografiert. So lange, bis er seinen Fotoapparat auf Kuba verschenkte, wo er im Winter regelmäßig Urlaub macht. An der landesweiten Aktion „Offene Gärten Mecklenburg-Vorpommern“ hat er noch nie teilgenommen. Er vermutet, dass die Besucher „eher auf was Feineres aus“ seien. Er habe vielmehr einen Naturgarten. „Das Unkraut darf bei mir erst einmal auflaufen. Irgendwann entscheide ich dann, ob es stört oder stehenbleibt“, erklärt Wiechmann. Unkraut empfinde er durchaus auch mal als schön und einer Blume gleich.

„Man muss nur auf die Vermehrung achten.“

Apropos Vermehrung: Einige der Taglilien, die sich inmitten der bunten Beete finden, stammen aus DDR-Zeiten, „und sie vermehren sich wie die Weltmeister“. In seinen Gärten stehen auch mehr als 100 Jahre alte Bäume und alter Wein. Der Pflanzenfreund hat schon immer in Warnkenhagen gelebt, dem Dorf seiner Familie. Seinen einstigen Traumberuf Koch übt er nicht mehr aus, auch Parteiarbeit für „Die Linke“ leistet er nicht mehr. Selbst das Schreiben von Leserbriefen hat er inzwischen eingestellt. Etwa 50 wurden gedruckt, vor allem in der Ostsee-Zeitung.

Stattdessen widmet sich Wilfried Wiechmann seinem blühenden Naturreich, das entlang der Dorfstraße in Warnkenhagen ins Auge fällt. „Es ist ausschließlich das Ergebnis, das mich zur Gartenarbeit bringt“, erzählt er. Die Arbeit selbst mache ihm überhaupt keinen Spaß. Er halte sich auch nicht für verbissen. „Einige Leute werden beherrscht durch ihren Garten“, hat er beobachtet. Das sei bei ihm nicht der Fall. Wenn er spontan Lust bekommt, baden zu fahren, so tut er es eben. Dann erledige er nur das Nötigste im Garten und mache sich mit dem Rad auf nach Rosenhagen oder zum Wald in Brook.

Einen Führerschein hat er nicht. „Ich habe mich früher verrückt gemacht vor Prüfungen“, versucht er eine Erklärung. Nicht ganz unwichtig dürfte auch seine allererste Fahrstunde nach der Theorie gewesen sein. „Der Lehrer hat mich angeschrien im Auto“, erinnert er sich. Es sei damals um den Abstand zu einem Baum gegangen. Diese Erfahrung sei so abschreckend gewesen, dass Wiechmann fortan mit dem Rad zur Arbeit im Restaurant oder der Betriebskantine fuhr. Letztere sei ihm viel lieber gewesen, da er dort die Resonanz deutlicher mitbekommen habe. Zu Freunden fährt Wiechmann heute gerne mit dem Bus.

„Ich bin ein Wärmemensch“, sagt er von sich. „Der Nebel, der Regen und das Grau-in-Grau des Winters sind nichts für mich.“ Ihm gefalle es jedoch, wenn der Frost auf den Pflanzen im Garten steht. Jahr für Jahr warte er nur darauf, dass seine Lieblingsblumen, die Osterglocken, blühen. „Die habe ich besonders gern, da man den Winter über ja gar nichts Buntes gesehen hat.“

Auf eine Traumpartnerin wartet er heute nicht mehr. „Ich war mal sehr auf die große Liebe aus“, gesteht er. Diese Aufregung habe sich mittlerweile aber gelegt. Schließlich kann er sich auch selbst bekochen. Dafür nutzt er gerne Gemüse und Früchte aus seinem Garten. Zum Beispiel Kartoffeln, Erdbeeren und Bohnen, die er zuvor gehegt und gepflegt hat.

 

 

Dana Dolata

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