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Böhmische Kronleuchter für Bothmer

Klütz Böhmische Kronleuchter für Bothmer

Fünf Lüster hat Petra Matelova in ihrer Werkstatt in Novy Bor angefertigt und jetzt im Schloss aufgehängt.

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Petra Matelova montiert die Einzelteile der drei gläsernen Kronleuchter für den Festsaal von Schloss Bothmer an einem Gestell vor.

Klütz. Sie glitzern, sie funkeln und sie gehören zu einem Schloss einfach dazu: Fünf Kronleuchter wurden bis gestern im Rahmen der umfassenden Sanierung im Gartensaal und im Festsaal von Schloss Bothmer aufgehängt. Sie wurden von Petra Matelova in ihrer Werkstatt im nordböhmischen Novy Bor in Tschechien in Handarbeit gefertigt. Mit ihrem Mann Jiri Matela hat die Glaskünstlerin die Lüster selber an den sanierten Decken des Schlosses installiert.

Nun könnte man angesichts der Kosten sagen, Kronleuchter gibt es auch in vielen Möbelgeschäften. Aber: „Wir haben uns für Handarbeit entschieden, weil es Unikate sind, speziell abgestimmt auf die beiden Räume“, sagt Steffen Siefert, Projektleiter für die Sanierung von Schloss Bothmer beim Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) des Landes. Tatsächlich hatte sich Petra Matelova den Festsaal und den Gartensaal vor fast genau einem Jahr angeschaut, um die Räume zu kennen, für die sie die Kronleuchter dann baute. „Es hat etwa drei Monate gedauert, die Glasteile herzustellen. Sie werden heiß geformt. So entstehen die markanten Rillen“, erklärt sie. Zuvor hatte sie alle Teile nach historischen Vorbildern aus der Barockzeit entworfen. Aus etwa 40 Einzelteilen besteht jeder der fünf Kronleuchter für Schloss Bothmer. „Ich freue mich immer, die Lüster dann fertig in ihrem Raum zu sehen“, sagt Petra Matelova, während sie einen der drei Leuchter für den Festsaal an einer Art Galgen zum Aufhängen an der Decke vorbereitet. Sie selber zieht den zerbrechlichen Lüster an einem langen Seil vom Boden in die Höhe. Ihr Mann Jiri befestigt den Leuchter an einem Haken an der sechs Meter hohen Stuckdecke. Lediglich den Anschluss an das Stromnetz des Schlosses übernimmt ein Elektriker.

Steffen Siefert beobachtet die Installation der Leuchter gemeinsam mit Jörg Wachtel, der für den BBL die Gestaltung der Ausstellung im Schloss übernimmt. „Er könnte noch zehn Zentimeter höher“, sagt Siefert über den größeren der drei Leuchter, die den Festsaal schmücken werden.

Im Gartensaal mit seinen grünen Wänden hängen bereits zwei gläserne Leuchter. „Das ist für mich der schönste Raum in Schloss Bothmer. Hier sollen nach der Eröffnung auch standesamtliche Trauungen stattfinden“, sagt Steffen Siefert und blickt auf die Sandsteinreliefs mit Jupiter und Venus, die lange im Volkskundemuseum in Schönberg lagerten. „Mit den Leuchtern ist der Gartensaal jetzt komplett“, freut sich Siefert. Dass die Leuchter nicht genau denen nachempfunden sind, die einmal in Schloss Bothmer hingen, hat einen schlichten Grund. „Es gibt verschiedene Fotos, auf denen auch Kronleuchter abgebildet sind. Allerdings waren es verschiedene, weil wohl die unterschiedlichen Besitzer und Bewohner des Schlosses ihre Leuchter mitbrachten und auch wieder mitnahmen“, erklärt der Projektleiter. Also wurden die Lüster komplett neu gestaltet und angefertigt. „So fügen sie sich gut in die Raumgestaltung ein.“

Zum ersten Konzert im Festsaal seit Beginn der Sanierung von Schloss Bothmer hätten die Kronleuchter aus seiner Sicht gut gepasst. Ende Juli war das Schumann Quartett dort aufgetreten und etwa 140 Besucher hatten den Festsaal mit seinen dunklen Holzwänden gefüllt.

Aber im nächsten Jahr werden wieder viele Konzerte in und um Schloss Bothmer stattfinden. „Die Festspiele MV sind ein fester Partner für das Schloss geworden“, sagt Siefert, der sich noch mehr musikalische Höhepunkte in der Parkanlage und den sanierten Räumen vorstellen kann. Am 23. Mai soll das Haupthaus offiziell eröffnet werden. Dann sollen auch das Restaurant im ehemaligen Pferdestall und ein Raum für Feierlichkeiten in der alten Reithalle fertig sein.

Geld für Kamine fehlt noch
Beheizt wurde Schloss Bothmer früher mit 16 Kaminen aus Sandstein mit einer dunklen Marmorierung. Die wurde später überstrichen und erst kürzlich entdeckt. Heute müsste diese Marmorierung an mindestens acht Kaminen erneuert werden. Dafür werden rund 6400 Euro benötigt, die nicht in den Sanierungskosten einkalkuliert sind.

Spenden dafür nimmt die DSD Stiftung Schloss Bothmer unter der Kennzahl 1004541,
Konto-Nr. 10 27 75 82 69 bei der SEB Bank,
BLZ 380 101 11, an.

 



Malte Behnk

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