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Grevesmühlen Boltenhagen Verlag feiert Geburtstag
Mecklenburg Grevesmühlen Boltenhagen Verlag feiert Geburtstag
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00:00 30.03.2013
Boltenhagen

Das Buch „Mythos Tarnewitz — Geheimnisse einer Halbinsel“ war der erste Bestseller des Boltenhagen Verlags, der sich vor zehn Jahren im Ostseebad gründete. „Die ersten 3000 Exemplare waren schnell vergriffen“, erinnert sich Geschäftsführer Rüdiger Rätzke (65). Leser gab es sogar aus Frankreich und den USA. Viele interessierten sich für die Historie der ehemaligen Erprobungsstelle der Nazi-Luftwaffe auf der Halbinsel Tarnewitz.

Das Interesse ist bis heute geblieben. Immer wieder melden sich auch Zeitzeugen beim Verlag. Zu ihnen gehört Kurt Schwarz aus dem thüringischen Neundorf/Lobenstein. Er war 1946 bei der Demontage des Flugplatzes dabei. Seine Erlebnisse sind in der 2012 erschienenen 4. Auflage nachzulesen. Darin kommt übrigens auch Dr. Frank Speier zu Wort, dessen Vater Eugen Speier am 1. Mai 1945 beim Flugzeugabsturz ums Leben kam. Er arbeitete auf der Erprobungsstelle als Entwicklungsingenieur und wollte kurz vor Kriegsende eine der beiden Tarnewitzer Messerschmitt-Modelle ME 262 in den Westen ausfliegen.

Derzeit arbeiten Rüdiger Rätzke und seine Frau Angelika, Inhaberin des Boltenhagen Verlags, an einer 5. Auflage dieses Buches, das 2014 gedruckt werden soll. Zu den Lesern gehören auch viele Einheimische, wie Rüdiger Rätzke berichtet. Das zeigte sich zum Beispiel nach dem Erscheinen des 2011 veröffentlichten Buches „Zwischen Stacheldraht und Strandkorb“. Darin hatte Autor Dorian Rätzke (42) bei seiner Spurensuche entlang der Lübecker Bucht Einzelschicksale von Menschen aus der einstigen Sperrzone der DDR aufgegriffen. Auch diese Lektüre wurde zum Bestseller. Im kommenden Jahr soll es eine 3. Auflage geben. Zuvor wird der Verlag im Sommer 2013 das Buch „Schloss Bothmer — Legenden und Wahrheiten“ herausbringen, an dem momentan ebenfalls Dorian Rätzke arbeitet.

Neben den beiden Bestsellern haben die Rätzkes aber auch mit dem Boltenhagen Buch den Nerv vieler Einheimischer getroffen. Die Lektüre lebt vor allem von den lebendigen Geschichten. So ist etwa dargestellt, wie ein Jude in der tiefsten Nazizeit in Boltenhagen gelebt hat.

Ebenfalls sehr beliebt ist der Touristenführer, der seit 2003 jedes Jahr mit Informationen über Boltenhagen und Umgebung erscheint. „Die Familien mit Kindern wollen zum Beispiel wissen, wo es Spielplätze gibt und wo sie auch mal günstig essen gehen können. Diejenigen, die in der Vor- und Nachsaison nach Boltenhagen kommen, legen hingegen mehr Wert auf Kultur- und Kunsttipps“, erzählt Angelika Rätzke.

Anregungen für den Touristenführer nehmen die Rätzkes in ihrer Buchhandlung im Kurpark auf. Hier finden die Kunden neben den Büchern des Boltenhagen Verlags auch andere literarische Schätze wie das 1864 herausgegebene Buch „Leuschen und Riemels“ mit plattdeutschen Texten von Fritz Reuter. Aber auch Kinderbücher dürfen nicht fehlen. Und wer genauer hinschaut, der entdeckt auch den Kunstkalender „Lichtblicke“ mit den schönsten Gemälden der Boltenhagener Malerin Adelheid Jaenisch oder den Postkartenkalender von 2004 mit historischen Ansichten des Ostseebades.

Es waren die ersten Erzeugnisse des Boltenhagen Verlags, der jetzt am Ostersonntag anlässlich des zehnjährigen Bestehens von 12 bis 14 Uhr Freunde, Förderer und Unterstützer zu einem kleinen Umtrunk einlädt. Und solange der Vorrat reicht, erhalten an diesem Tag alle Besucher des Buchladens ein Kalenderposter mit einer Grafik von Professor Wolf-Dieter Pfennig gratis.

Bücher über die Region
Der Boltenhagen Verlag, im Dezember 2002 gegründet, ist ein Familienbetrieb, der Bücher über die Ostseeregion mit Land und Leuten veröffentlicht. Die Publikationen erwecken großes Interesse, allen voran die Bestseller „Mythos Tarnewitz — Geheimnisse einer Halbinsel“ und „Zwischen Stacheldraht und Strandkorb — DDR-Alltag an der Lübecker Bucht“.

Der Verlag veranstaltet seit 2002 den „Ostseetalk mit Prominenten“.

Seit 2008 gehört ein kleiner Buchladen zum Verlag. „Buch im Kurpark“ bietet Neues vom Büchermarkt, Klassiker der Weltliteratur und Bildende Kunst.

Dirk Hoffmann

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