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Boltenhagen setzt auf Seegras-Aufbereitung

Boltenhagen Boltenhagen setzt auf Seegras-Aufbereitung

Gereinigter Sand soll möglichst wieder an den Strand gebracht werden

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Zwischen 4000 und 8000 Tonnen Seegras werden jährlich in Boltenhagen angeschwemmt und in der Saison täglich vom Strand geräumt.

Boltenhagen. Im Ostseebad Boltenhagen läuft das Seegras vom Strand jetzt über Förderbänder. Am Seegraslager im Ortsteil Tarnewitz ist eine Siebanlage aufgebaut worden, mit der seit etwa zwei Wochen das dort deponierte Material aufbereitet wird. Sand und pflanzliche Teile laufen nach dem Sieben über unterschiedliche Bänder auf getrennte Haufen.

Der Bauhof der Kurverwaltung hatte bislang das Seegras, das an den Strand gespült wurde in Tarnewitz gelagert, muss dieses Lager aber auflösen. Pro Jahr hatte der Bauhof durchschnittlich zwischen 4000 und 8000 Tonnen Seegras vom Strand geräumt. Dabei besteht jede Lastwagenladung zu 40 bis 60 Prozent aus Sand.

Kurdirektorin Claudia Hörl sagt: „Sand für den Strand bekommt man nicht einfach so. Daher ist es gut, dass wir ihn wieder an den Strand zurückbringen können.“ Dafür muss der Sand noch untersucht werden. Stehen die Ergebnisse fest, könnte er noch bis Ende März an den Strand transportiert werden.

Claudia Hörl weist darauf hin, dass Boltenhagen mit seiner Lage in einer Bucht, teilweise mit erheblichen Seegrasmengen zu kämpfen hat. „Wir waren gerade in Schleswig-Holstein für einen Erfahrungsaustausch bezüglich Seegras. In Eckernförde berichtete man uns von 1500 Tonnen pro Jahr“, vergleicht die Kurdirektorin. Ähnliche Mengen würden aus Ahrenshoop gemeldet.

Das Ostseebad musste aus mehreren Gründen handeln. Einerseits sollen die Nutzer des Strandes zufriedengestellt werden, die sich über das angeschwemmte Seegras beschweren. Andererseits muss die Gemeinde geltendes Recht einhalten. Die Lagerung von Bioabfall, wozu das Seegras nach dem Abtransport vom Strand zählt, ist nämlich bereits seit 2005 nicht mehr erlaubt. Daher wird aktuell das bislang genutzte Seegraslager in Tarnewitz geräumt. Danach soll an der Stelle eine Anlage nach Vorgaben des Bundesimmissionschutzgesetz angelegt werden. Sie muss unter anderem das entstehende Sickerwasser aus dem nassen Material vom Strand auffangen.

Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) ist erfreut über das Aussieben des Seegrases. „Wir hoffen, den ausgesiebten Sand wieder an den Strand bringen zu können. Er soll dann nach Redewisch gebracht werden“, sagt Schmiedeberg.

Für eine Genehmigung, den gesiebten Sand wieder an den Strand bringen zu dürfen, hatten Ostseegemeinden wie Boltenhagen lange gekämpft. Der Sand musste aber auf Schadstoffe untersucht werden.

Boltenhagens Nachbargemeinden Hohenkirchen und Klütz haben auch Strandabschnitte, an denen Seegras angespült und beräumt wird. Die Kommunen haben sich aber dafür entschieden, das gesammelte Material komplett auf einer Deponie entsorgen zu lassen.

 



Malte Behnk

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Boltenhagen
In Boltenhagen wird das Seegras vom Sand getrennt. Er soll wieder an den Strand gebracht werden.

In Boltenhagen läuft die Siebmaschine. Das Ostseebad trennt das bislang eingesammelte Seegras vom Sand, der wieder an den Strand gebracht werden soll.

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