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Bothmer-Apfelsaft aus heimischer Mosterei

Klütz Bothmer-Apfelsaft aus heimischer Mosterei

Alte Molkerei hat jetzt auch Saftpresse. Früchte stammen aus dem Schlossgarten. Angebot steht jedermann offen.

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Johann Volk kippt Birnen, die ihm ein Klützer vorbeigebracht hat, in die Obstwaschanlage. Am Ende kommen die Früchte als Mus heraus, aus dem anschließend der Saft gewonnen wird. Fotos (2): Ulrike Oehlers

Klütz. Alles begann mit den Schafen von Johann Volk und Ana Sojor. Als das Paar im Februar 2012 nach Klütz zog, mussten die Tiere erst einmal anderweitig untergebracht werden:

zunächst bei einem Bekannten, anschließend im ehemaligen Küchengarten von Schloss Bothmer, der nicht mehr genutzt wird. Johann Volk holte sich hierfür beim Eigentümer, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, grünes Licht — und entdeckte sofort das Potenzial des Geländes.

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Der Apfelsaft wird in einigen Läden rund um Klütz erhältlich sein.

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„Im Küchengarten stehen knapp 200 Obstbäume“, berichtet er. Diese gaben den Anstoß für die Mosterei, mit der er Anfang des Monats in der alten Molkerei von Klütz gestartet ist. Hier entsteht sowohl Apfelsaft für den Verkauf im Handel oder an Partner-Hotels als auch solcher für den Privatbedarf von Kunden, die ihr eigenes Obst mitbringen.

Platz für die Mosterei gab es genug. „La Lecheria“ haben er und seine Frau den großen Gebäudekomplex an der Straße in Richtung Lübeck genannt, in dem sie bereits unter anderem zwei Galerien und ein Tanz-Studio etabliert haben. In der ehemaligen Verwalterwohnung der Molkerei leben sie selber mit ihrem siebenjährigen Sohn Rafael.

Das kellerartige Erdgeschoss war bisher ungenutzt. Hier steht nun eine Presse mit Obstwaschanlage, in der die Früchte mit Hochdruck gereinigt und dann zu Mus verarbeitet werden. Wie Johann Volk erklärt, könne die Maschine auch Kirschen oder Pflaumen verwerten, da deren Steine nicht zerkleinert, sondern im ersten Arbeitsgang aufgefangen werden. Die Presse macht das Mus zu Saft, der anschließend im Pasteurisator haltbar gemacht wird.

Die drei Maschinen sind nagelneu. „Das Ganze ist ein Familienbetrieb, den ich zusammen mit meinem Schwager Christoph Nickel führe. Inklusive Umbau haben wir rund 50 000 Euro investiert. Wir hätten es gefördert kriegen können, hatten aber keine Lust mehr“, erzählt Johann Volk und deutet einen hohen bürokratischen Aufwand an, für den er eigens eine Bürokraft hätte einstellen müssen. Das Geld für die Investitionen habe sein Schwager beigesteuert, „ich hätte es nicht gekonnt“. Christoph Nickel lebt „zurzeit noch in Berlin“, sei aber regelmäßig vor Ort.

Unzählige Glasflaschen stehen schon in Kästen bereit. „Wir warten noch auf die Etikettiermaschine“, erklärt Johann Volk. „Die Etikette hat meine Frau entworfen. Sie ist Malerin.“ Auf den Schildern wird zu lesen sein: „100 Prozent Direktsaft aus dem Küchengarten Schloss Bothmer“. Außerdem gibt es einen Hinweis auf die Biozertifizierung, die sich die beiden Unternehmer besorgt haben.

„Wir verwerten nur einen kleinen Teil der Äpfel aus dem Küchengarten. Der ganze Rest vergammelt“, sagt Volk und hat daraus auch schon weitere Ideen entwickelt. So könnte er sich vorstellen, den Küchengarten eines Tages zu bewirtschaften und als Anlage für Besucher herzurichten. „Aber das ist Zukunftsmusik“, fügt er hinzu.

Vorerst geht es darum, die Flaschen mit dem selbstgepressten Apfelsaft auf den Markt zu bringen. Mit den Märkten Markant in Boltenhagen und Konsum in Kalkhorst sei er im Gespräch, berichtet der 57-Jährige. Der Bioladen in Damshagen habe bereits seine Bereitschaft zur Kooperation bekundet, ebenso wie das Seehotel „Großherzog von Mecklenburg“ in Boltenhagen. Auch der Lebensmittelmarkt in Klütz stehe dem Vorhaben offen gegenüber. Das Netzwerk ist auch deshalb wichtig, weil auf die Glasflaschen ein Pfand erhoben wird. Der Preis für einen Liter Bioapfelsaft im Handel soll 1,80 Euro betragen. Der Saft ist ungezuckert. Wer Saft aus eigenem Obst gewinnen möchte, kann sich ebenfalls an Johann Volk wenden und mit ihm einen Termin abstimmen. „Ein Kilogramm Obst ergibt etwa 0,6 bis 0,7 Liter Saft“, erklärt er.

In näherer Zukunft will er einen Teil der Räume in einen Weinkeller verwandeln — „mit Tanks, in denen das gemostete Obst vergoren wird, um Obstbrand zu machen“, beschreibt er. „Wir wollen Cidre aus Äpfeln und Birnen herstellen“

So funktioniert es
Jeder kann seine Äpfel, Birnen, Quitten, Mispeln oder anderes Obst in die alte Molkerei „La Lecheria“ in Klütz, Lübecker Straße 3, bringen. Dort wird der Saft des Obstes gewonnen, pasteurisiert und abgefüllt. Das Obst sollte sauber und reif sein, faulige Früchte sollten aussortiert werden. 50 Kilogramm Obst ergeben etwa 30 Liter Saft.


Behälter können mitgebracht oder auch vor Ort erworben werden. Die Mosterei bietet auch Pfandflaschen an. Je Liter Saft sind 70 Cent zu zahlen. Bei größeren Mengen — ab 150 Liter Saft — kostet ein Liter 65 Cent.


Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich: ☎ 03 88 25/37 12 67 oder 01 51/59 21 00 03. Je nach Menge kann der gewonnene Saft direkt mitgenommen werden. In der Mosterei werden außerdem alte Obstsorten angekauft. Im selben Gebäudekomplex befinden sich außerdem Galerien, ein Café und ein Studio, das für verschiedene Veranstaltungen sowie Kinovorführungen genutzt wird.

 

 

Ulrike Oehlers

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