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Brandschutzgutachten fehlt: Es bleibt eng für die DLRG

Boltenhagen Brandschutzgutachten fehlt: Es bleibt eng für die DLRG

Boltenhagens Kurdirektorin befürchtet das Aus für die Unterkunft der Rettungsschwimmer. Ihr Vorgänger ist dagegen sicher, dass es dazu nicht kommen wird.

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„Wir haben extra Brand- schutztüren und -wände in der Schule einsetzen und einziehen lassen. Da wird nichts gesperrt werden.“ Dieter Dunkelmann, Boltenhagens ehemaliger Kurdirektor

Boltenhagen. Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) müssen in Boltenhagen mit wenig Platz auskommen. Zwei ehemalige Hausmeisterwohnungen in der Grundschule stehen ihnen als Unterkünfte zur Verfügung. „Bei voller Besetzung, also 21 Rettungsschwimmern, wird es ganz schön eng“, erklärte Wachleiter Sven Schmitz.

Kurdirektorin Claudia Hörl ist um Entspannung bemüht. Das heißt: auf der Suche nach mehr Raum. „Wir haben überlegt, ob wir das Dach in der Schule weiter ausbauen können und dadurch die Situation für die Rettungsschwimmer entzerren“, sagte sie. Allerdings habe sie bis jetzt noch keinen Antrag auf Nutzungsänderung gestellt.

„Dazu muss es ein Brandschutzgutachten geben“, erklärte Claudia Hörl, „doch es hat sich herausgestellt, dass es unter den derzeitigen Bedingungen nicht ausgestellt werden kann.“ Die Kurdirektorin befürchtete gar, dass die Nutzung der Räume für die Rettungsschwimmer untersagt werden könnte. „Im schlechtesten Fall könnte es sein, dass wir überlegen müssen, Räume anzumieten“, stellte sie fest.

Davon wollte ihr Amtsvorgänger nichts wissen. „In der Schule wird nichts gesperrt werden“, war Dieter Dunkelmann sicher. Bevor die Rettungsschwimmer 2004 in die ehemaligen Hausmeisterwohnungen zogen, seien extra Brandschutztüren eingesetzt und -wände eingezogen worden. „Sonst hätten wir die Genehmigung gar nicht bekommen“, erklärte der ehemalige Kurdirektor, der seine Erfahrungen als sachkundiger Einwohner im Kurbetriebsausschuss einbringt. Er räumte aber ein, dass ein Ausbau schwierig werden könnte.

Wie es um die Unterkunft der Rettungsschwimmer in Boltenhagen wirklich bestellt ist, kann derzeit nur das Bauamt der Kreisverwaltung sagen. Dort war gestern jedoch keiner zu erreichen.

Die Unterkunft der Rettungsschwimmer rückt nicht zum ersten Mal in den Blickpunkt. Als 2002 ihr Bungalow in Tarnewitz wegen des Baus von Wohnhäusern abgerissen wurde, begann die Zeit des Provisoriums. 2003 waren die Frauen und Männer der DLRG auf dem Campingplatz untergebracht, dann folgte der Einzug in die Schule — mit der Perspektive, 2010 in eine neue, dauerhafte Unterkunft an der Weißen Wiek ziehen zu können.

Daraus wurde nichts. Ende Juni 2010 stoppte ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Greifswald den Baubeginn einer maritimen Begegnungsstätte, in der neben den Boltenhagener Wassersportlern auch die Rettungsschwimmer eine Bleibe finden sollten. Als Grund gaben die Richter an, dass der Bebauungsplan, der auch die beiden Tui-Hotels umfasst, mit den strengen Richtlinien der europäischen Vogelschutzrichtlinie nicht vereinbar sei. Doch genau der unterliegt die gesamte Wismarbucht. Darum haben die Rettungsschwimmer nach wie vor ihr Domizil in der Grundschule.

Sylvia Kartheuser

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