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Der Umwelt zuliebe: Becher mit Pfand

Boltenhagen Der Umwelt zuliebe: Becher mit Pfand

Bioladen & Bistro „Stellshagen & Meer“ in Tarnewitz sagt Müll den Kampf an

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Hoffen, dass sich die Recup-Idee ausbreitet: Claudia Hörl (v.l.), Otfried Eckloff, Gertrud Cordes, Annette Dauter.

Quelle: Foto: Annett Meinke

Boltenhagen. Täglich wenigstens einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten – das wird im Ostseebad Boltenhagen jetzt ganz einfach. Zumindest für all jene, die ihren morgendlichen „Coffee to go“ (Kaffee zum Mitnehmen) lieben, nicht auf ihn verzichten wollen und ihn bereits im Tarnewitzer Bioladen & Bistro „Stellshagen & Meer“ kaufen – oder dies demnächst zu tun gedenken.

Info für Unternehmen und Pfand-Fans

Um die Recup-Idee in der Region zu etablieren, ist das Gutshaus Stellshagen bereit, Auskünfte über seine Erfahrungen mit dem Pfandsystem zu erteilen.

Ansprechpartner: Marketingfachmann des Gutes, Otfried Eckloff, unter der E-Mail-Adresse: otto.eckloff@gutshaus-stellshagen.de.

Im Internet: www.recup.de; auf Facebook unter www.facebook/recup2go und www.instagram.com/recup2go. Eine App zum Runterladen zeigt alle Recup-Partner in Deutschland an.

Ein Euro Pfand und ein leichter Becher

In der Außenstelle des Hotels Gut Stellshagen – auch in seinen anderen Außenstellen in den Gemeinden Damshagen und Parin – gibt es seit zwei Wochen Pfand-Kaffeebecher. „Und so einfach geht das“, erklärt Otfried Eckloff, Marketingchef des Gutes: „Mehrwegbecher statt Einwegbecher wählen, einen Euro Pfand zahlen, am nächsten Tag oder irgendwann wiederkommen, den Becher wieder bei uns oder anderen Geschäften, die bei diesem Pfandsystem mitmachen, abgeben, Geld zurück – oder stattdessen wieder einen frischen, sauberen Mehrwegbecher gefüllt mit Kaffee, Kakao oder Tee mitnehmen.“

Die Idee der Kaffee-Pfandbecher wurde übrigens von dem Münchner Start-up-Unternehmen „Recup“, entwickelt. Das verleiht die Becher bereits an Unternehmen bundesweit für eine Jahresgebühr von 365 Euro (ein Euro pro Tag).

Es nimmt die Becher, die aus recycelbarem Kunststoff bestehen, zurück – dann, wenn ihre Lebensdauer beendet ist. Die Gefäße sollen immerhin 500 Geschirrspülmaschinengänge aushalten. Und – „Recup“

ersetzt sie dann auch durch neue. Es gibt die Pfandbecher in der Farbe Braun und Mint, in den Größen 0,2 Liter oder 0,3 Liter.

Erst München und Berlin, dann der Klützer Winkel

Das Pfandsystem „Recup“ hatte zunächst Großstädte wie München, Köln, Berlin, Oldenburg, Rosenheim und Wasserburg erobert. Wird es nun von Tarnewitz, Damshagen und Parin aus seinen Siegeszug in den Klützer Winkel antreten – und danach dann auch noch Grevesmühlen, Wismar und später ganz Nordwestmecklenburg erobern?

Wenn es nach Gertrud Cordes, Chefin des Hotel Gut Stellshagen, und ihrem Marketingchef Otfried Eckloff geht, dann wäre das mehr als wünschenswert. Denn das Recup-System rechnet sich mehrfach – nicht nur für die Umwelt, für das gute Gewissen der Kaffeeausschenker und Kaffeegenießer, auch „aus rein ökonomischer Sicht“, wie Cordes betont.

Auf den Nutzen für die Umwelt bräuchte man angesichts der Zahlen eigentlich gar nicht mehr hinzuweisen. Jährlich werden in Deutschland um die 2,8 Milliarden Kaffeebecher aus Pappe in den Müll geworfen. Pro Stunde sind es mittlerweile 32000 Becher – und es werden täglich mehr.

Noch Rabatt auf Kaffee im Recup-Becher

„Das Besondere für unsere Kunden ist die Möglichkeit, die Becher tatsächlich bei jedem Unternehmen abgeben zu können, dass bei Recup mitmacht“, macht Marketingchef Eckloff noch einmal ganz deutlich.

Bisher sind das in der Region nur die Geschäfte, die zum Biogut Stellshagen gehören – doch Cordes und Eckloff hoffen sehr, dass sich bald andere Cafés und Bäcker in Boltenhagen und darüber hinaus der Recup-Idee anschließen. Zumal niemand befürchten muss, dann von zurückgegebenen Bechern überschwemmt zu werden.

„Sollten tatsächlich mal übermäßig viel mehr Becher in einem Geschäft abgegeben werden, als ausgegeben werden, dann nimmt Recup die überschüssigen Becher auch wieder ab“, zerstreut Otfried Eckloff auftretende Bedenken.

Die Kunden des Bio-Bistros in Tarnewitz jedenfalls reagieren bereits offen und erfreut auf das Angebot, erzählt Annette Dauter, die Leiterin des Tarnewitzer Bioladens & Bistros. „Es wird von den Kunden, die wir ansprechen, gut angenommen. Bis zum Ende dieses Jahres gibt es übrigens für jeden, der einen Pfandbecher mitnimmt auch 20 Cent Rabatt auf alle Kaffeesorten.“

Auch Boltenhagens Kurdirektorin Claudia Hörl gefällt die Idee. „Könnte sich das Pfandsystem in Boltenhagen durchsetzen, würde das enorm zur Verringerung des Mülls, der anfällt, beitragen.“ Dass diese Pfandbecher sogar noch zu einem interessanten Marketinginstrument werden könnten, erklärte Eckloff der Kurdirektorin noch. Für ein Entgelt von 2000 bis 3000 Euro bedruckt Recup Becher mit typischen Ortsmotiven. Eine schöne Vorstellung: In München geht ein Recup-Fan in sein Café und tauscht seinen Becher aus und plötzlich sieht er „Rudi, den Schwan“ aus Boltenhagen vor sich – und denkt sich vielleicht: Hm, Boltenhagen, wo ist das denn? Schaut nach im Internet und kommt vorbei.

Annett Meinke

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