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Dünenpromenade sorgt für Diskussionen

Boltenhagen Dünenpromenade sorgt für Diskussionen

Die Kurverwaltung will in Boltenhagen einen Steg auf der Düne bauen / Einwohner sind geteilter Meinung

Boltenhagen. Die Kurverwaltung im Ostseebad Boltenhagen plant eine neue Attraktion für Touristen. Auf der Düne am Strand soll eine Promenade gebaut werden, sodass Besucher den direkten Blick auf die Ostsee genießen können, ohne durch den Sand gehen zu müssen. Etwa 3,5 Millionen Euro hat die Kurverwaltung über drei Jahre als Investition eingeplant. Doch die Meinungen in Boltenhagen zu den Plänen sind geteilt.

Ein großer Kritiker des Projekts ist der parteilose Gemeindevertreter Kay Grollmisch. „Die Ruhe am Strand geht durch so eine Promenade verloren. Strandnutzer befürchten, von oben beobachtet zu werden. Es wird aus meiner Sicht ein Spannerweg“, sagt er über eine hölzerne Promenade auf der Düne. „Man hätte schon vor der ganzen Planung mal die Bürger dazu befragen sollen“, so Grollmisch.

Ähnlich kritisch stehen die Mitglieder des Seniorenbeirats der geplanten Dünenpromenade gegenüber. „Wir sehen vor allem die Kosten“, sagt der Beiratsvorsitzende Werner Jung. „Von diesem Geld könnte man vielleicht die vorhandene Strandpromenade besser herrichten.“

Eine negative Veränderung der heutigen Strandpromenade sieht auch Gemeindevertreter Swen Bertram mit einer Dünenpromenade. „Die Düne soll um 90 Zentimeter erhöht werden und darauf kommt das Plateau für diesen Laufsteg. Wer unten steht, sieht dann gar nichts mehr“, kritisiert er. Den Strand sehen Fußgänger auf der Strandpromenade schon jetzt nicht, weil Sträucher auf der Düne wachsen. „Dieser Bewuchs könnte runtergeschnitten werden. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt braucht eigentlich nur die Wurzeln zur Sicherung der Düne, das habe ich erfragt“, sagt auch Kay Grollmisch.

Der Geschäftsführer des Gewerbevereins Wolfgang Kupsch sieht in der geplanten Dünenpromenade hingegen durchaus Positives. Für Urlauber wäre es ein attraktives Angebot und damit würde auch das Tourismusgewerbe profitieren. „Ich denke aber auch, dass die Einwohner etwas davon haben, weil sich indirekt der Wohnwert verbessert“, glaubt Kupsch, der sich bewusst ist, dass emotional über das Projekt diskutiert wird. Er ist selber Mitglied im Bauausschuss der Gemeinde. „Und auch in meiner Fraktion Bolte/BfB sind wir uns nicht alle einig zu dem Thema“, erklärt er.

„Ich kann mir vorstellen, dass es für Ältere sicher bequemer ist, auf dieser Promenade zu gehen und trotzdem ohne den tiefen Sand am Strand zu sein“, sagt Manuela Homuth-Weilepp, Inhaberin der Villa Seebach. „Die Urlauber mögen aber auch das Naturbelassene in Boltenhagen. Eine Promenade auf der Düne wäre da ein Einschnitt“, sagt sie. Neuem wolle sie sich aber nicht prinzipiell verschließen.

Gemeindevertreter Kay Grollmisch kritisiert an der geplanten Dünenpromenade auch, dass aus seiner Sicht die Einwohner Boltenhagens keinen Nutzen von der Millioneninvestition hätten. „Sinnvoller wäre, wenn sich die Kurverwaltung zum Beispiel am Bau eines Kinos beteiligen würde. Wir haben einen großen Reiterhof aber kaum Reitwege. Auch Indoor-Aktivitäten wie eine Kegelbahn hätten einen Nutzen für die Bürger“, schlägt Grollmisch andere Projekte vor.

Bereits 2011 gab es übrigens die Idee, Fußgänger auf der Düne laufen zu lassen. Der damalige Kurdirektor Dieter Dunkelmann wollte dazu Holzelemente auf die Düne legen, um den nach wie vor bestehenden Konflikt zwischen Radfahrern und Fußgängern auf der Strandpromenade zu entschärfen.

Das ist auch ein Ziel, das die Kurverwaltung jetzt mit der Dünenpromenade verfolgt. Ihre Planungen werden eng mit dem zuständigen Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt abgesprochen, das parallel eine Erhöhung der Düne zur Verbesserung des Küstenschutzes plant.

Malte Behnk

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