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Eiszeit: Kurbetriebsausschuss lehnt mobilen Strandversorger ab

Boltenhagen Eiszeit: Kurbetriebsausschuss lehnt mobilen Strandversorger ab

Unternehmen von der Insel Usedom wollte den Verkauf in Boltenhagen übernehmen

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Mit solchen Strandbuggys (r.) und Kettenfahrzeugen ist die Eisheiligen GbR an den Stränden in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und versorgt die Gäste unter anderem mit verpacktem Eis. In Boltenhagen wird das in vorerst nicht passieren. FOTO: EISHEILIGEN GBR

Boltenhagen. In Boltenhagen wird es vorerst keine mobile Strandversorgung geben. Der Kurbetriebsausschuss des Ostseebades hat sich am Mittwochabend gegen ein Angebot des Unternehmens Eisheiligen GbR ausgesprochen. Die Firma wollte in der kommenden Badesaison Speiseeis an die Strandgäste verkaufen. „Ich sehe gegenwärtig aber keinen Bedarf für Boltenhagen“, sagte Ausschussmitglied Olaf Claus (Bolte). Das sah die Mehrheit des Gremiums ähnlich.

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Unternehmen von der Insel Usedom wollte den Verkauf in Boltenhagen übernehmen

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Die Eisheiligen GbR war mit dem Wunsch an Gemeinde und Kurverwaltung herangetreten, die mobile Strandbewirtschaftung im Zeitraum vom 1. Mai bis 30. September des kommenden Jahres zu übernehmen. Laut erstem Vorschlag sollten täglich fünf handgeführte Eiswagen an der Wasserkante pendeln. Dafür bot das Unternehmen von der Insel Usedom an, eine Nutzungsgebühr von 10 000 Euro zu zahlen – unter der Bedingung, dass keine weiteren Betreiber von „ambulanten Verkaufswagen“ zugelassen werden.

„Ich denke, wir haben eine relativ hohe Gebühr geboten. Das ist ein Eckpfeiler und je nach Sortiment noch anpassbar“, erklärte Robert Kindermann. Der Geschäftsführer der Eisheiligen GbR stellte sich und seine Firma im Ausschuss vor. Zur Veranschaulichung hatte er sogar drei verschiedene Fahrzeugtypen mitgebracht, die am Strand zum Einsatz kommen könnten. Darunter waren neben dem klassischen Eiswagen auch ein elektrischer Buggy sowie ein Kettenfahrzeug. Beide Geräte würden den Verkauf eines breiteren Sortiments ermöglichen.

„Die Urlauber wollen einen Kaffee und ein Stück Kuchen, Kinder ein Eis. Wir bieten auf Rügen, Usedom und Fischland-Darß-Zingst ein Vollsortiment an, das gut angenommen wird. Das wollen wir nun auch in Boltenhagen anbieten“, meinte Kindermann. Dazu gehöre auch der Verkauf von kalten und heißen Getränken sowie von kleinen Snacks. „Die Gemeinde kann aber über eingesetzte Fahrzeuge und gewünschtes Sortiment entscheiden“, betonte der Geschäftsführer der Eisheiligen GbR.

„Ich sehe so ein breites Sortiment als kritisch an“, reagierte Olaf Claus auf die Vorstellung. Kaffee beispielsweise sei aktuell auch bei den Strandkorbvermietern zu bekommen. „In der Vorlage war nur von Eis die Rede“, stellte Claus weiter fest. Beim Eisverkauf stelle sich zusätzlich die Frage, ob die Strandkorbvermieter diese Aufgabe nach dem Bau der Dünenpromenade nicht auch selbst hinbekommen würden. Sie sollen mit der Umsetzung des Millionenprojektes neue Hütten bekommen. „Die Strandkorbvermieter können das selbst“, reagierte Ausschussmitglied Mirko Klein (CDU) zustimmend. „Außerdem haben wir uns nicht zuletzt mit der Dünenpromenade vorgenommen, ein wenig mehr Niveau in das Ostseebad zu bringen“, meinte Klein. Ein mobiler Strandversorger würde dazu nicht passen. Er hinterfragte zudem, ob Elektro-Fahrzeuge bei den wasser- und naturschutzrechtlichen Regelungen ohne Weiteres am Strand in Boltenhagen einsetzbar sind.

Klein machte aber auch noch einmal auf einen schon zwei Jahre alten Beschluss aufmerksam. „Es sollte ein grundsätzliches Konzept zum Thema Strandversorgung erarbeitet werden. Das ist bis heute nicht passiert. Darüber sollten wir erst einmal sprechen.“

Ausschussmitglied Michael Steigmann (Die Linke) störte sich seinerseits daran, dass unter den Orten, an denen die Eisheiligen GbR tätig ist, keines der großen Ostseebäder Mecklenburg-Vorpommerns dabei sei. „Sie haben Warnemünde, Kühlungsborn oder Graal-Müritz nicht unter Vertrag“, kommentierte Steigmann. Das liege laut Robert Kindermann im Einzelfall an vorhandener, strandnaher Versorgung oder Vorbehalten gegenüber mobiler Bewirtschaftung. Dabei wolle sein Unternehmen eine friedliche Koexistenz zum Wohle des Gastes. „Unserer Erfahrung nach leiden die Promenadengeschäfte nicht, wenn wir an den Stränden aktiv sind.“

Überzeugen konnte der Geschäftsführer des Usedomer Unternehmens das Gremium in seinen Ausführungen jedoch nicht. Auch Boltenhagens Bürgermeister, der unter den Zuhörern weilte, äußerte sich zum Angebot. „Der Bau der Dünenpromenade mit neuen Hütten bringt möglicherweise eine besser Strandversorgung. Das wird allerdings noch Zeit in Anspruch nehmen“, erklärte Christian Schmiedeberg (CDU).

Außerdem wäre die Gemeinde bei der Vergabe der Strandversorgung zu einer Ausschreibung verpflichtet.

Daraufhin stellte der Kurbetriebsausschuss das Angebot der Eisheiligen GbR zurück bis das Thema Dünenpromenade geregelt und ein Konzept zur Strandversorgung im Ostseebad Boltenhagen erarbeitet wurde.

Unternehmen seit 1996 an Stränden aktiv

Die Eisheiligen GbR ist 1996 gegründet worden. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Gewerbegebiet Loddin auf Usedom. Auf der Insel liegen auch die Wurzeln der Firma, die sich auf den mobilen Verkauf am Strand spezialisiert hat.

Mehrere Strände entlang der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns werden durch das Unternehmen bedient. Dazu gehören die Orte Bansin, Ückeritz, Kölpinsee, Koserow, Zempin, Zinnowitz, Trassenheide und Karlshagen auf Usedom, Göhren, Baabe, Binz und Juliusruh auf der Insel Rügen, Zingst, Prerow, Ahrenshoop und Wustrow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sowie Börgerende und Bastorf auf dem mecklenburgischen Festland.

Mehr als 100 Fahrzeuge des Unternehmens sind laut Geschäftsführer Robert Kindermann im Sommer an den Stränden im Einsatz. Zum Verkaufspersonal zählen ausschließlich Studenten und Schüler. Angeboten werden Eis, Snacks und kalte sowie warme Getränke.

Daniel Heidmann

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