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Förderung für den Schliemann-Pavillon

Kalkhorst Förderung für den Schliemann-Pavillon

Für die Sanierung des Baus in Kalkhorst gibt es EU-Fördermittel / Gesamtkosten liegen wohl bei 70 000 Euro

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Der 65-jährige Dirk Jacoby hat die Rettung des Schliemann-Pavillons angeschoben.

Quelle: Daniel Heidmann

Kalkhorst. Der Schliemann-Pavillon in Kalkhorst wird wohl noch in diesem Jahr in neuem Glanz erstrahlen. Für die Sanierung des Gebäudes, das im Pfarrgarten der Kirchengemeinde steht, werden EU-Fördermittel über das Leader-Programm bereitgestellt: mehr als 67000 Euro. Voraussetzung ist, dass der Bau einen öffentlichen Zugang erhält und die Maßnahme bis November abgeschlossen ist.

Schliemann ist tolle Werbung für den Ort.“Dietrich Neick,

Bürgermeister Kalkhorst

Angeschoben haben das Rettungsprojekt Claudia Steinbrück, Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Kalkhorst, und der interessierte Einwohner Dirk Jacoby. „Bei den Anträgen hat alles reibungslos geklappt“, so Steinbrück. Nicht selbstverständlich, denn der achteckige Bau, in dem der berühmte Archäologe und Troja-Entdecker Heinrich Schliemann Latein gebüffelt haben soll, steht wie das gesamte Pfarrensemble unter Denkmalschutz.

„Das Engagement ist super“, lobt Bürgermeister Dietrich Neick. „Schliemann ist eine tolle Werbung für den Ort. Doch der Bau ist in Vergessenheit geraten.“ Das Gemeindeoberhaupt unterstützte die Rettungsmission. „Die Initiatoren wurden beraten und ihnen wurde der Weg für die Fördermittel geebnet“, berichtet Neick.

Die Gesamtkosten der Sanierung sollen sich laut erster Schätzungen auf etwas mehr als 70000 Euro belaufen. Eine genaue Angabe sei noch nicht möglich. Denn wie schlecht der Zustand des Baus wirklich ist, könne erst nach fachmännischer Prüfung gesagt werden. Das werde in den nächsten Tagen geschehen. Zu erwarten sei laut Dirk Jacoby, dass die Stützbalken von Holzwürmern befallen sind. Im Gemäuer klaffen zudem sichtbare Spalten. Auch das Fundament müsse überprüft werden.

Die Experten sollen auch das genaue Alter des Gebäudes ermitteln. Dazu gibt es keine konkreten Angaben. „Auf diese Weise bekommen wir auch eine Vorstellung, was sich an diesem Bau noch im Originalzustand befindet“, erklärt Jacoby. Denn ein Ziel der Retter ist, den Pavillon wieder so weit es geht in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Entstehen soll nach der Sanierung ein Informationspunkt zur Figur Heinrich Schliemann. „Wir haben die Idee, dort vielleicht kleine Kammerkonzerte im Sommer zu veranstalten. Möglich ist auch ein Café.

Radfahrer könnten hier rasten“, beschreibt Claudia Steinbrück. Denn auch der umgebende Park und der kleine Teich sollen auf Vordermann gebracht werden. „Das ist ein wunderschöner romantischer Ort“, meint Jacoby.

Um den Eigenanteil für die Sanierung abdecken zu können, hat die Kirchengemeinde einen Spendenaufruf gestartet. „2000 Euro sind schon zusammengekommen“, berichtet Steinbrück. Die gleiche Summe werde nochmal benötigt. Wer für den Pavillon spenden möchte, kann sich bei der Kirchengemeinde in Kalkhorst melden.

Kontakt: ☎ 038827/230

Entdecker Trojas und Pionier der Feldarchäologie

Heinrich Schliemann wurde am 6. Januar 1822 in Neubukow geboren. Er wuchs nach dem Tod seiner Mutter bei seinem Onkel in Kalkhorst auf, der Pfarrer war. Geldmangel ermöglichte ihm nur den Realschulabschluss. Er wurde Kaufmann, Millionär und begann ein Forscherleben. 1873 entdeckte Schliemann in Kleinasien die Ruinen des bronzezeitlichen Trojas. Heute gilt er als Pionier der Feldarchäologie. Viele seiner Methoden kommen noch immer zum Einsatz. Nach ihm sind unter anderem die Gymnasien in Neubukow, Fürth und Berlin sowie das Institut für Altertumswissenschaften der Universität Rostock benannt. Schliemann starb am 26. Dezember 1890 in Neapel.

Daniel Heidmann

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