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Eulenkrug Imker zeigt Straßenmeisterei an

Auf seinem Grundstück wurde ohne Grund eine halbe Weidenhecke abgeholzt

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Die Bienen des Imkers benötigen die Blüten der Weiden als erste Nahrung im Frühjahr.

Quelle: Fotos: Malte Behnk

Eulenkrug. Behörden lassen sich zu viel Zeit, wenn Bürger sich beschweren. Dieser Ansicht ist der Berufsimker Dietmar Vogelsang aus dem Klützer Ortsteil Eulenkrug. Er ärgert sich über das Straßenbauamt in Schwerin und die Straßenmeisterei in Gostorf.

OZ-Bild

Auf seinem Grundstück wurde ohne Grund eine halbe Weidenhecke abgeholzt

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Deren Mitarbeiter hatten im Auftrag des Straßenbauamtes im Februar eine Weidenhecke auf Vogelsangs Grundstück in Teilen abgeholzt. „Wir kamen von der Hochzeitsreise und waren erschrocken“, sagt Vogelsang. Etwa die Hälfte der buschigen Hecke, die zur dortigen Bushaltestelle hin wuchs, ist weg. „Völlig ohne Grund“, sagt der Grundstückseigentümer. Damit hat er offenbar auch recht, denn während eines Telefonats mit der Straßenmeisterei gab es eine Entschuldigung, die Mitarbeiter hätten nicht gewusst, dass die Hecke auf seinem Grundstück stehe.

Doch das zuständige Straßenbauamt in Schwerin hat wochenlang nicht reagiert, seit fast drei Monaten ist der Schaden nicht reguliert. Also ist Vogelsang zur Polizei gegangen und hat Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung erstattet. Denn dem Berufsimker ist nach eigenen Angaben ein Schaden von etwa 2500 Euro entstanden. Das habe die Gartenbaufirma Kidschun ermittelt, die die Weiden untersucht hat. Es handelt sich nämlich nicht um irgendwelche Weiden.

„Ich habe sie, als ich vor zehn Jahren hergezogen bin, selber gepflanzt“, sagt Dietmar Vogelsang. Unterstützung bekam er dabei von Schloss Bothmers damaligem Gärtner Wolfgang Kaletta. „Wir haben zusammen Zweige von seinen Weiden geschnitten. Ich habe sie dann gewässert und an der Straßenseite meines Grundstücks gepflanzt“, schildert Vogelsang. Inzwischen haben die Stämme Durchmesser von etwa 20 Zentimetern. Bis Februar diente die Hecke als Lichtschutz für das Badezimmer der Vogelsangs, hielt den Lärm der nah gelegenen Straße ab und bremste den Wind, wenn er von Norden kam.

Zusätzlich hat sie eine für den Imker und seine Bienen wichtige Funktion. „Die Weiden liefern mit ihren frühen Blüten im März die erste Nahrung für die Bienen. Auch deswegen hatte ich sie gepflanzt“, sagt Vogelsang. In seinem Garten stehen hauptsächlich Kästen, in denen Bienen oder Bienenköniginnen gezüchtet werden. Auch deshalb ist es dem Imker wichtig, Nahrung für das Frühjahr in der direkten Umgebung vorzuhalten.

Nun hat das Beschneiden seiner Hecke nicht dazu geführt, dass Bienen verhungert sind, aber Dietmar Vogelsang ärgert sich über die Gleichgültigkeit der Behörden. „Erst in dieser Woche kam ein Brief vom Straßenbauamt, dass sie mein Schreiben erhalten haben“, sagt Vogelsang. Doch seine Forderung über 2500 Euro hatte er schon vor Wochen mitgeteilt. „Jetzt wollen die noch prüfen, ob die Hecke wirklich auf meinem Grundstück steht und so weiter. Die wollen auf Zeit spielen“, ärgert sich Dietmar Vogelsang.

Außerdem ärgert er sich zusätzlich über die aus seiner Sicht unfachmännische Ausführung des Schnitts an seinen Weiden. „Da wurde einfach die Kettensäge mal hier und mal da angesetzt und nach dem Kahlschlag alles gehäckselt. Es gibt doch überall Baumschnittlehrgänge.“

Notfalls will sich Dietmar Vogelsang seinen entstandenen Schaden auch vor Gericht einklagen. Deswegen hat er die Anzeige erstattet.

In der Zwischenzeit widmet er sich seinem beruhigenden wie auch anstrengenden Beruf. Gerade hat er Bienen aus dem Alten Land zurückgeholt – in der Nacht, wenn alle Insekten in ihrem Holzkasten sind.

„Ihr Obstblütenhonig wird jetzt geschleudert. Die Bienen habe ich schon nach Boltenhagen gebracht. Dort stehen sie in einem Rapsfeld“, sagt Vogelsang, der mit etwa 300 Bienenvölkern arbeitet. Sein Verdienst sind die Bestäubungsprämien der Landwirte und der Erlös aus dem Honigverkauf.

Wichtige Frühjahrsnahrung

Die Weide ist nicht nur die wichtigste Trachtpflanze der Bienen im März, sondern im gesamten Jahr. Weidenpollen bietet reichlich hochwertiges Eiweiß für eine gesunde Aufzucht der Jungbienen und die Bienen nutzen das großzügige Angebot der Natur, um die erste größere Menge an Jungbienen aufzuziehen. Nektar aus der Weidenblüte bringt auch schon die ersten Überschüsse ein, so dass die Bienen danach wieder einige Schlechtwettertage überbrücken können. Daher sollten Rückschnitte in Gärten, öffentlichen Anlagen und in Hecken im Frühjahr erst nach der Blüte erfolgen.

Malte Behnk

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