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Klütz: Brückenprüfung sorgt für Unmut

Klütz Klütz: Brückenprüfung sorgt für Unmut

Anwohner Peter Wienhold kritisiert in der Stadtvertretung das Ingenieurbüro

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Die Brücke über den Klützer Bach zu den Torfmoorwiesen: Sie muss laut Gutachten dringend saniert werden.

Quelle: Daniel Heidmann

Klütz. Die maroden Brücken in der Stadt Klütz sorgen für Diskussionen. Die Kommune muss nach einer Überprüfung der IBD Ingenieurgesellschaft mbH aus Raben Steinfeld zwei Überquerungen dringend erneuern. Sie haben die Note 3,8 erhalten – Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit des Bauwerks seien beeinträchtigt (OZ berichtete).

Baujahr und Gründung sind unbekannt, weil es zu dieser Brücke nur spärlich Unterlagen gibt.“Stefan Reintrog,

Bauwerksprüfer IBD

Diese ganze Vorplanung der Prüfer ist für die Katz’.“Peter Wienhold,

Anwohner über die

Brückenprüfung

Eines dieser sanierungsbedürftigen Bauwerke ist die „Brücke 9“, die über den Klützer Bach zu den Torfmoorwiesen führt. Sie mache laut Prüfungsbüro den Eindruck eines nicht zurückgebauten Provisoriums. Peter Wienhold, der seit Jahren in der Nähe der Brücke wohnt und selber Stadtvertreter war, stört sich an Aussagen im Prüfungsprotokoll. „Darin steht, dass sowohl über das Baujahr als auch über die Gründung der Brücke nichts bekannt ist“, sagte er bei der jüngsten Klützer Stadtvertretersitzung. „Der Prüfer muss sich doch schlau machen. Ich kann nicht nachvollziehen, wie das Büro ohne diese Angaben zu den Aussagen und dieser Note kommt. Das ist ein unmögliches Verhalten“, kritisierte Wienhold. Die Brücke sei nach Meinung des 61-Jährigen, der einst im Melioriationsbau tätig war, Anfang der 1980er Jahre vom Wasseranlagenbau errichtet worden und kein Provisorium. Er meint: „Diese ganze Vorplanung der Prüfer ist für die Katz’“.

„Das ist Quatsch“, entgegnet Stefan Reintrog auf die Vorwürfe. Er ist Bauwerksprüfer bei der IBD Ingenieurgesellschaft mbH und war damals bei der Begutachtung der Brücke dabei. „Baujahr und Gründung sind unbekannt, weil es zu dieser Brücke nur spärlich Unterlagen gibt“, erklärt er. Zudem sei es nicht die Aufgabe der Prüfer gewesen, derartige Angaben machen zu können. „Wir prüfen nur den sichtbaren Bereich und stellen Schäden fest. Wenn es keine augenscheinlichen Probleme mit der Gründung gibt, dann erkundigen wir uns auch nicht weiter“, so Reintrog. Bei tiefergehenden Schäden würden ohnehin Statiker oder Labore zur Materialuntersuchung zum Einsatz kommen. Die Note für das Bauwerk werde schließlich anhand der Prüferangaben durch ein Programm errechnet.

Peter Wienhold hinterfragte in der Stadtvertretersitzung auch die Beschilderung vor der Brücke. Hier ist eine Gewichtsbeschränkung von 2,5 Tonnen angegeben. „Doch es fahren seit Jahren Fahrzeuge des Zweckverbandes über die Brücke, die sicher 25 Tonnen oder mehr wiegen. Das hat sie ausgehalten“, sagt der Anwohner. Stattdessen fehle für ihn ein Sackgassenschild sowie der Zusatz „für Anlieger frei“, denn hinter der Brücke befinden sich private Grundstücke und ein Areal des Zweckverbandes. „Da kein öffentlicher Verkehr stattfindet, erfüllt die Brücke die Belange“, ist Wienhold sicher.

Auch unter den Stadtvertretern wurde diskutiert. Da die öffentliche Straße unmittelbar vor der Brücke ende, stellte sich die Frage: „Ist die Stadt überhaupt für die Erneuerung verantwortlich?“

Bürgermeister Guntram Jung machte wenig Hoffnung: „Ich glaube nicht, dass die Stadt aus dieser Nummer herauskommt.“ Doch Klütz will nur dann in die Sanierung der Brücke investieren, wenn sich der Zweckverband finanziell daran beteiligt. Das hat das Gremium während der Sitzung einstimmig beschlossen. „Für uns als Stadt kommt ein Neubau nicht infrage. Nun soll mit dem Zweckverband verhandelt werden“, berichtete Stadtvertreterin Antje Zimmer.

Daniel Heidmann

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