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Klützer Wehr hofft auf neue Fahrzeuge

Klütz Klützer Wehr hofft auf neue Fahrzeuge

Fuhrpark der Brandschützer ist größtenteils veraltet. Förderanträge für neue Wagen sind gestellt.

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So könnte es in Klütz bald aussehen, bei einer Werbeveranstaltung wurden neue Fahrzeuge präsentiert.

Quelle: Steffen Oldörp

Klütz. Von Zuständen wie in Schönberg, Selmsdorf oder Dassow können die Klützer Brandschützer nur träumen. Moderne Technik schmückt die meisten Fuhrparks in den Gerätehäusern im Amt Schönberger Land. Ganz anders dagegen sieht es in der Schlossstadt Klütz aus. Hier ist der Glanz der Fahrzeuge verblichen. Beim Blick auf den Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Klütz ist klar: Ihre besten Tage haben die sechs Einsatzfahrzeuge lange hinter sich. Die Drehleiter ist aus dem Jahr 1979 und im Moment kaputt. 2019 soll eine neue beschafft werden. Dann hat der Oldtimer, wenn er denn durchhält, 40 Jahre auf dem Buckel.

Nicht besser sieht es bei den anderen fünf Einsatzfahrzeugen aus. „Sie alle sind ziemlich alt, haben ein Durchschnittsalter von 38 Jahren“, schüttelt Wehrführer Daniel Jenner mit dem Kopf. Immer wieder müssten Autos und Lkw in die Werkstatt. Die Brandschützer müssen nach dem teuren Neubau des Gerätehauses in den 90er-Jahren allerdings ausschließlich mit gebrauchten Fahrzeugen klar kommen.

Die Rettungsfahrzeuge aus DDR-Zeiten wurden nach der Wende alle aussortiert. „Die waren Schrott“, sagt Jenner. Die Klützer Wehr entschied sich für Autos aus dem Westen. Das Problem: Die waren nicht neu, sondern gebraucht, hatten also bereits einige Jahre auf dem Buckel. Das rächt sich jetzt offenbar, 25 Jahre nach der Wende. Die Reparaturkosten aufgrund des Verschleißes und vor allem wegen des hohen Alters seien „enorm“, sagt Jenner.

„Wie hoch genau, das möchte ich mir gar nicht anschauen“, winkt der Wehrführer ab. Jenner bedauert, dass in den vergangenen Jahren „nichts passiert“ sei. Denn er wisse seit langem, dass es an der Qualität der Fahrzeuge „hapert.“ „Da besteht auf jeden Fall Bedarf“ bei den im Schnitt 38 Jahre alten Autos.

Zum Vergleich: In Dassow ist das älteste Fahrzeug, die Drehleiter, 32 Jahre alt. Sie soll 2018 ersetzt werden, wenn genügend Fördermittel fließen. Zusammen sind die sieben Dassower Einsatzfahrzeuge nur 13 Jahre alt, sagt Dassows Wehrführer Daniel Selzer. Das Jüngste steht erst seit November vergangenen Jahres im Dassower Gerätehaus. Im benachbarten Schönberg hat die Stadt in den vergangenen Jahren auch kräftig investiert. Fünf der sieben Fahrzeuge wurden neu gekauft.

Für Dassows Wehrführer Daniel Selzer sind gebrauchte Fahrzeuge „aufgrund des Alters und der intensiven Nutzung nur eine kurzfristige Lösung“. Die Kosten im Laufe der Jahre seien nicht unerheblich, „was bei dem Alter nicht überraschend ist“. Denn „privat kauft sich auch niemand ein 20 Jahre altes Auto und will es dann noch weitere 20 Jahre fahren“, so Selzer. Seinen Angaben zufolge dauert der Kauf eines Fahrzeuges im Schnitt fünf Jahre. Zuerst müsse die Gemeinde grünes Licht geben, dann müssen Fördermittel beantragt werden. „Wenn die Finanzierung steht, dauert die Bewilligung der Fördermittel rund zwei Jahre.“ Anschließend plane die Wehrführung, was für Technik aufs Auto kommt. Die Zeit dafür: rund ein Jahr. Und nicht zuletzt müsse das neue Einsatzfahrzeug ja auch noch gebaut werden. Das hat nach Angaben von Selzer beim neuen Auto in Dassow zwei Jahre gedauert.

Mittlerweile ist auch in Klütz die Vorfreude groß. Der Grund: in gut einem Jahr bekommen wohl auch die Feuerwehrleute aus der Schlossstadt ihr erstes neues Löschfahrzeug nach der Wende. Der Förderantrag ist bereits genehmigt. Das Fahrzeug ist mittlerweile europaweit ausgeschrieben. Bis Ende März soll laut Kreisbrandmeister Torsten Gromm eine Entscheidung fallen, wer das Löschfahrzeug baut. „Mitte April kann dann der Auftrag erteilt werden“, so Gromm, selbst jahrelang Wehrführer in Klütz. Sein Nachfolger Daniel Jenner rechnet Anfang 2016 mit dem neuen Fahrzeug. In ein paar Jahren hoffen die Klützer dann auch auf ein Tanklöschfahrzeug. So ein TLF müsse laut Wehrführer Jenner ebenfalls dringend angeschafft werden. Ein Antrag sei bereits gestellt.

Denn eins scheint in Klütz festzustehen: Mit alten, gebrauchten Autos wollen sich die Klützer in Zukunft nicht mehr begnügen.

 



Steffen Oldörp

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