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„Klützer Winkel“ als Regionalmarke

Klütz „Klützer Winkel“ als Regionalmarke

Rund 60 Teilnehmer bei erster Infoveranstaltung / Es gibt großes Interesse an Kooperationen

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Henning Bombeck von der Uni Rostock (li.) informierte über Möglichkeiten der Markenbildung.

Quelle: Foto: Malte Behnk

Klütz. Aus sechs Gemeinden besteht der Klützer Winkel. Sie alle haben unterschiedliche Attraktionen, die Touristen anlocken sollen. Doch jede Kommune oder jeder einzelne Anbieter arbeitet für sich allein. Das soll sich ändern, indem eine Regionalmarke „Klützer Winkel“ geschaffen wird. Seit August ist dafür Jennifer Hurth in der Amtsverwaltung angestellt. Sie hatte am Donnerstagabend zur ersten Diskussionsrunde eingeladen und etwa 60 Teilnehmer kamen ins Literaturhaus nach Klütz.

 

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„„Wir werden von den Kommunen als Partner wahrgenommen und das wünsche ich mir auch vom Tourismus.“ Pirina Kittel, Pastorin für Klütz, Bössow und Boltenhagen

Quelle: Foto: Cornelia Roxin
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„„Wir sollten die Perspektive wechseln und uns nicht zu sehr da- mit beschäftigen, was wir wollen, sondern was der Gast möchte.“ Nadine Schmidt, Museumsleiterin

Quelle: Foto: Dirk Hoffmann

Nach einer kurzen Einführung durch Jennifer Hurth und Erklärungen zur Bildung einer Marke von Professor Henning Bombeck von der Uni Rostock entwickelte sich schnell eine rege Diskussion, bei der viele unterschiedliche Ideen und Vorschläge geäußert wurden. Nadine Schmidt, Leiterin des Museums in Schloss Bothmer erklärte zu Beginn: „Wir sollten die Perspektive wechseln und uns nicht zu sehr damit beschäftigen, was wir wollen, sondern was der Gast möchte. Besucher sehen die Region schon als Ganzes.“

In der Diskussion und den Informationen von Henning Bombeck wurde deutlich, dass Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern eng mit Kultur und Kunstschaffenden sowie mit der Landwirtschaft verbunden ist. So könne man nicht Wanderwege planen, ohne die Landwirte einzubinden.

Bombeck betonte auch mehrfach, dass „das Rad nicht neu erfunden werden“ müsse und man bereits bestehende Kooperationen ausbauen sollte. „Wir sind als Kirchengemeinden untereinander sehr gut vernetzt“, ging Pastorin Pirina Kittel, zuständig für Klütz, Boltenhagen und Bössow, darauf ein. „Wir werden von den Kommunen als Partner wahrgenommen und das wünsche ich mir auch vom Tourismus“, sagte sie. Die Kirchen würden von Urlaubern wegen ihrer Architektur besucht, außerdem organisieren die Kirchengemeinden Konzerte und könnten auch thematische Wanderungen anbieten. „Den Fakt ,Kirche macht Tourismus’ finde ich ganz toll“, lobte Henning Bombeck.

Ebenso bewertete er positiv, dass die Stadt Klütz mit Infostelen, Stadt- und Regionalplänen und einer Sammlung von Rad- und Wandertouren ein touristisches Informationspaket aufgebaut hat, an das sich andere Gemeinden jetzt anschließen. „Die Broschüre mit Rad- und Wandertouren legen wir jetzt mit den Gemeinden Kalkhorst und Boltenhagen neu auf“, sagte Amiyo Ruhnke, die das Projekt als Planerin begleitet. „Wenn eine Gemeinde bei einem Projekt ein Vorreiter ist und sich andere später anschließen wollen, kann man von ihnen Eintrittsgeld verlangen“, sagte Bombeck. Das könne auch für Kommunen am Rand des Klützer Winkels gelten, wenn eine Marke geschaffen wurde.

Wie die Anbieter von Kultur oder Ferienzimmern haben auch die Kommunen im Amtsbereich ein Interesse an der Marke „Klützer Winkel“. „Wir brauchen eine Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden und erhoffen uns, dass ein Gemeinschaftsgefühl aufgebaut werden kann“, sagt der Klützer Bürgermeister Guntram Jung. „Die meisten Aktionen in den Dörfern werden von Vereinen oder Ehrenamtlern realisiert“, sagte Damshagens Bürgermeisterin Mandy Krüger. „Am wichtigsten ist es, Informationen zu bündeln und sich gemeinsam zu vermarkten. Damit ist die Politik aber überfordert und muss auch nach ganz anderen Grundsätzen handeln.“ Krüger wünsche sich eine Marke als Dachverband mit festem Personal, „dass Boltenhagens Kurverwaltung genauso einbindet wie Sportvereine, Kirche und kleine Vermieter von Ferienwohnungen“. Dem stimmte auch Hohenkirchens Bürgermeister Jan van Leeuwen zu. „Ein Fehler wäre aber, alle sechs Gemeinden gleich zu machen. Manche suchen noch nach ihrer eigenen Identität und sollten dabei unterstützt werden“, sagte er. Mit einer gestärkten eigenen Identität könnten die Gemeinden den Klützer Winkel auch besser nach außen vermarkten und diese Marke wie sechs Säulen tragen.

Fortgesetzt wird die Arbeit an der Regionalmarke „Klützer Winkel“ am Sonnabend, 18. November, mit einem Workshop in Boltenhagen. Wer sich dafür interessiert, kann sich noch bis Dienstag, 14.

November, bei Jennifer Hurth unter ☎ 038825/393700 melden.

Malte Behnk

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