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Kostenfrei: Spaziergänge am Strand

Boltenhagen Kostenfrei: Spaziergänge am Strand

Nur wer am Boltenhagener Strand verweilt, muss die Strandnutzungsgebühr bezahlen. Doch wer kontrolliert das?

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Nordic Walking am Boltenhagener Strand ist laut Kurdirektorin Claudia Hörl kostenfrei.

Quelle: Anne Kubik

Boltenhagen. Schon Goethe ließ seinen Faust sagen: „Verweile doch, du bist so schön.“ Allerdings galten sowohl Goethe als auch Faust eher als Freunde des Voranschreitens. Schließlich zahlt die Hauptfigur der Tragödie aufgrund der Wette mit Mephistopheles einen hohen Preis für‘s Verweilen. Und auch am Boltenhagener Kurstrand sollten Besucher künftig weitergehen, soll der Strandgenuss kostenfrei bleiben. Die Gemeindevertretung hat in der vergangenen Woche die Satzung über die Erhebung von Strandbenutzungsgebühren geändert. Sollte zuvor bereits zur Kasse gebeten werden, wer den Strand auch nur betrat, so heißt es nun in der geänderten Fassung in Absatz 1: „Die Pflicht zur Zahlung der Strandbenutzungsgebühr entsteht mit dem Aufenthalt/Verweilen der als Kurstrand bezeichneten Abschnitte.“ Und weiter in Absatz 2: „Gebührenschuldner ist, wer sich in Abs. 1 genannten Gebiet aufhält/verweilt.“ Doch wann verweilt jemand am Strand? Wann hält sich jemand auf?

„Gemeint ist damit hinlegen, baden gehen und ähnliches“, sagt Boltenhagens Kurdirektorin Claudia Hörl. Auch Nordic Walking oder Joggen am Strand sei ohne Benutzungsgebühr möglich. Und wenn jemand stehen bleibt? „Auch dann dürfte ein Auge zugedrückt werden“, sagt Hörl.

Der Hintergrund für die Regelung ist ein Passus im sogenannten Naturschutzausführungsgesetz, der das reine Spazierengehen am Strand kostenfrei erlaubt. „Das ist in der Vergangenheit auch schon so gehandhabt worden. Mit der Änderung der Satzung ist es jetzt explizit festgelegt worden“, sagt Claudia Hörl.

So dehnbar Begriffe wie verweilen und aufhalten sind, so viele verärgerte Touristen gebe es laut Hörl aber auch jedes Jahr. „Die Diskussionen hat es schon immer gegeben“, sagt Hörl, die für dieses Unverständnis wenig Verständnis übrig hat. „Der Strand wird gereinigt, es ist ein bewachter Strand. Das führt natürlich zu immensen Kosten.“ Im vergangenen Jahr habe die Kurverwaltung etwa 133

000 Euro für die Bewirtschaftung des Strandes eingenommen. „Kostendeckend ist das nicht“, sagt Claudia Hörl.

Zum kostenpflichtigen Gebiet zählen rund vier Kilometer Strand links und rechts der Seebrücke. Über die genaue Definition des Bereichs gab es in der Sitzung der Gemeindevertretung kurze Unsicherheit.

Die Politiker einigten sich darauf, den kostenpflichtigen Strand von der westlichsten Buhne vor Redewisch bis zur westlichen Grenze des Naturschutzgebiets in Tarnewitz auszuweisen.

Die Nutzungsgebühr von 2,50 Euro pro Tag wird seit langem entweder von Strandkorbvermietern an den Strandaufgängen oder von Beauftragten der Kurverwaltung eingesammelt. Vom 15. Mai bis zum 15.

September wird die Strandnutzungsgebühr bis jeweils 16 Uhr erhoben, außerhalb dieser Saison ist die Nutzung des Strandes kostenfrei. Übernachtungsgäste zahlen eine Kurabgabe, müssen deshalb die Strandnutzungsgebühr nicht noch einmal extra bezahlen.

Doch wer kontrolliert, ob jemand am Strand nur spaziert oder tatsächlich verweilt? Die Kurverwaltung könnte das laut Claudia Hörl tun. Doch Strafen dürfen deren Mitarbeiter nicht aussprechen. Die Ordnungsbehörde dagegen darf das. „Es gibt noch keine Festlegung, wer die Kontrollfunktion ausübt. Das muss noch zwischen Amt und Kurverwaltung abgesprochen werden“, sagt Maria Schultz, Leiterin des Bau- und Ordnungsamtes der Amtsverwaltung Klützer Winkel. Ein angemessenes Bußgeld sei nach Auskunft der Verwaltung auszusprechen, schließlich handele es sich um eine Ordnungswidrigkeit, sollte jemand die Strandnutzungsgebühr unrechtmäßig nicht gezahlt haben. Bis zu 500 Euro seien möglich.

Das Thema Strandnutzungsgebühr hatte im vergangenen Jahr Wellen geschlagen. Im niedersächsischen Oldenburg war beispielsweise eine Bürgerinitiative aus Hooksiel (Landkreis Friesland) gegen die Abgabe vor Gericht gezogen. Die Klage wurde abgewiesen. Auch entlang der Ostseeküste hatte es immer wieder Diskussionen um das Thema gegeben.

 



Robert Niemeyer

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