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Land senkt die Kita-Kosten: Klützer Ausschuss protestiert trotzdem dagegen

Klütz Land senkt die Kita-Kosten: Klützer Ausschuss protestiert trotzdem dagegen

Landes- und Kreismittel für Kindertageseinrichtungen sind erhöht worden / Dennoch gibt es im Gremium Enthaltungen und Ablehnungen / Stadt hatte im Sommer ein politisches Zeichen gesetzt

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Im vergangenen Jahr war die Kita „Schloßspatzen“ in Klütz laut Bürgermeister Guntram Jung die teuerste in ganz Nordwestmecklenburg.

Quelle: Foto: Michael Prochnow

Klütz. Eigentlich ist es eine gute Nachricht: Der Landkreis Nordwestmecklenburg hat im Dezember mitgeteilt, dass sich die Höhe der Landes- und Kreismittel für die Kindertageseinrichtungen ab dem 1. Januar 2017 erhöht. Je nach Art des Krippen- oder Kindergartenplatzes werden vier bis zehn Euro mehr als im Vorjahr beigesteuert. Das soll Eltern und Gemeinden entlasten. Dennoch stößt die Maßnahme in Klütz auf Widerstand. Der Sozialausschuss der Stadt hat in seiner jüngsten Sitzung den vorgelegten Gemeindewohnsitz- und Elternanteilen nicht zugestimmt – obwohl die Gebühren für beide Seiten sinken. „Der Vorschlag wurde wohlwollend aufgenommen. Trotzdem haben sich die Ausschussmitglieder mehrheitlich ihrer Stimme enthalten, hinzu kamen drei Gegenstimmen“, berichtet der Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU).

Zuschüsse ab 1. Januar 2017

Krippenplatz ganztags:

277 Euro (bisher 267 Euro)

Krippenplatz Teilzeit:

161 Euro (bisher 155 Euro) Krippenplatz halbtags:

100 Euro (bisher 96 Euro) Kindergartenplatz ganztags:

146 Euro (bisher 136 Euro)

Kindergartenplatz Teilzeit:

83 Euro (bisher 77 Euro)

Kindergartenplatz halbtags:

48 Euro (bisher 44 Euro)

Grund: Der Ausschuss folgt damit einem politischen Zeichen, das die Stadt bereits im Juli vergangenen Jahres gesetzt hatte. Damals lehnte Klütz die Ergebnisse der alljährlichen Entgeltverhandlung zwischen dem Träger der örtlichen Kita „Schloßspatzen“ – dem DRK – und dem Landkreis ab. Damit wollte die Stadt gegen die zunehmenden Kosten für Gemeinde und Eltern protestieren. „Wir wollen unsere Kita natürlich unterstützen. Aber die Kosten für Kommune und Eltern sind in den zurückliegenden Jahren erheblich nach oben gegangen, während die des Landes gleich geblieben sind“, kritisiert der Bürgermeister. Der Sozialausschuss zeigte sich nun solidarisch und sah sich vor dem Hintergrund der Abläufe im Sommer nicht in der Lage, die aktuelle Vorlage einfach durchzuwinken. „Ob sich die Stadtvertreter letztlich auch so verhalten werden, kann ich nicht sicher sagen“, so Jung. Letztlich sei die Stadt Klütz nach Kindertagesförderungsgesetz ohnehin dazu verpflichtet, 50 Prozent der nicht gedeckten Kita-Kosten zu zahlen.

Dass die Landes- und Kreismittel erhöht werden, sieht Jung grundsätzlich positiv. „Doch höchstens zehn Euro sind sehr dürftig“, sagt er. Die monatlichen Einsparungen für Eltern und Stadt bewegen sich damit im Bereich von zwei bis fünf Euro. Man habe nach den Versprechen im Landtagswahlkampf mehr erwartet. Das sieht auch Ekkehard Giewald, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Nordwestmecklenburg, so. „Es wurde viel in Aussicht gestellt. Dass die Maßnahmen nach aktuellen Aussagen frühestens 2018 umgesetzt werden, ist ein Unding.“ Die Landespolitik müsse aktiver werden und die Kinderbetreuung besser unterstützen, sagt er. „Die Kosten steigen, auch weil die Mitarbeiter gut bezahlt werden sollen. Das ist auch gerechtfertigt. Aber es geht nicht, dass diese Kosten ausschließlich auf Kommunen und Eltern umgelegt werden“, so Giewald weiter. Der Landkreis sei dafür aber nicht zu kritisieren. „Dort findet im Prinzip nur der Transfer der Landesmittel statt.“

Im Februar oder März tritt das DRK in die diesjährigen Entgeltverhandlungen mit dem Landkreis ein. Dem werden auch wieder der Elternbeirat sowie die Kommune beiwohnen.

Daniel Heidmann

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