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Mehrheit für die Dünenpromenade

Boltenhagen Mehrheit für die Dünenpromenade

Mit nur einer Gegenstimme haben Boltenhagens Gemeindevertreter Millionenprojekt beschlossen

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Diese Montage zeigt, wie die Dünenpromenade in Boltenhagen etwa verlaufen würde. FOTO: KURVERWALTUNG

Boltenhagen. . Auf der Düne am Strand von Boltenhagen soll eine Promenade gebaut werden. Das hat die Mehrheit der Gemeindevertreter des Ostseebads am Donnerstagabend beschlossen. Lediglich der neue Gemeindevertreter Jörg Gniwotta (ptl.) stimmte dagegen.

Zum einen sei er grundsätzlich gegen das Millionenprojekt und hatte deswegen auch einen Alternativvorschlag eingebracht, der abgelehnt wurde. Außerdem stützte sich Gniwotta bei seiner Ablehnung auf den Bericht des Bürgermeisters über ein Treffen mit Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Christian Schmiedeberg (CDU) hatte erklärt, das Landwirtschaftsministerium werde Baumaßnahmen auf der Düne nicht zulassen, aber auch erwähnt, dass die bisherige Planung der Dünenpromenade vom Ministerium als ein Kompromiss gebilligt werde.

Hintergrund ist, dass sowohl die Hütten der Strandkorbvermieter als auch die Rettungstürme der DLRG eigentlich als Schwarzbauten gelten. „Das Stalu hat bislang noch keine Abrissverfügung erteilt, weil wir an dieser Promenade planen“, sagte Christian Schmiedeberg in der Sitzung. Weil diese Gebäude auf der Promenade stehen sollen, die eigentlich unabhängig vom Hochwasserschutz aufgepfahlt wird, gebe es den Kompromiss. Andere Baumaßnahmen, wie sie in Gniwottas Alternativvorschlag vorkamen, schließe das Landwirtschaftsministerium aber aus.

Bürgermeister Christian Schmiedeberg hofft nach dem Mehrheitsbeschluss, dass mit dem Bau des ersten Abschnitts der Dünenpromenade Anfang 2017 begonnen wird. Dabei soll die Promenade vom Aufgang 3 bis zum Aufgang 8 gebaut, drei Strandzufahrten ausgebaut und Hütten für Strandkorbvermieter aufgestellt werden. „Dafür müssen wir jetzt mit Hochdruck an den Baugenehmigungen für die Strandkorbvermieter-Hütten und die DLRG-Türme arbeiten“, sagt Schmiedeberg. „Ohne die Hütten der Strandkorbvermieter haben wir ein Problem die Strandgebühren zu kassieren“, so der Bürgermeister.

Er berichtete außerdem, dass Backhaus zugesagt habe, die Termine in Boltenhagen für die notwendige Erhöhung der Düne zum Hochwasserschutz zu prüfen. „Es wäre durchaus sinnvoll, wenn der Bau der Promenade und das Aufspülen der Düne parallel stattfinden“, sagte Schmiedeberg. Allerdings fehlt bislang ein Sandfeld in der Ostsee, aus dem das Baumaterial gewonnen werden könnte. Christian Schmiedeberg hatte dem Landwirtschaftsminister vorgeschlagen, Sand zu benutzen, der in Boltenhagen aus dem anfallenden Seegras ausgesiebt wurde. „Der Sand sei grundsätzlich zu fein, könnte aber vielleicht mit anderem Sand gemischt werden“, berichtete Schmiedeberg vom Gespräch mit Backhaus.

In ihrem Beschluss legten die Gemeindevertreter fest, dass sie zunächst nur dem ersten Bauabschnitt der Dünenpromenade zustimmen, sofern 75 Prozent der Kosten gefördert werden. Das Geld gibt es faktisch noch nicht, lediglich eine Zusage.

Mit ihrem Beschluss für die Dünenpromenade haben die Gemeindevertreter auch einer Mehrheit entsprochen, die in einer Online-Umfrage der OSTSEE-ZEITUNG für den Bau gestimmt hatten. Die Umfrage läuft noch heute. Auch in einer telefonischen Befragung in Boltenhagen hatte sich eine Mehrheit von 89,9 Prozent für den Bau der Dünenpromenade ausgesprochen, auch wenn lediglich 36,8 Prozent darin einen Mehrwert für das Ostseebad sehen.

Gemeindevertreter Jörg Gniwotta ist dennoch der Ansicht, dass mit dem Projekt Geld verschwendet wird. „Mit dem fehlenden Sand, der Aussage des Landwirtschaftsministers, dass auf der Düne nicht gebaut werden darf, den fehlenden Baugenehmigungen und den noch ausstehenden Fördermitteln ist es für mich nicht rund“, sagte er und hofft darauf, dass sich der Landwirtschaftsminister noch mit seinem Alternativvorschlag beschäftigt. Darin geht es darum, die vorhandene Strandpromenade auszubauen und zu pflastern, sowie die Strandzugänge baulich zu verändern.

Zustimmung für das Projekt wächst

Befragungen der OSTSEE-ZEITUNG im Internet und am Telefon haben ergeben, dass eine Mehrheit der Befragten für eine Dünenpromenade in Boltenhagen ist.

89,8 Prozent der telefonisch befragten Boltenhagener sind für die Promenade. Einen Mehrwert für den Ort sehen aber nur 36,8 Prozent.

81,7 Prozent der Befragten hatten am Telefon erklärt, dass Boltenhagen andere Vorhaben nötiger hätte. Eine Ortsumgehung ist ihnen zum Beispiel wichtiger.

33,1 Prozent der telefonisch Befragten haben erklärt, dass ihnen ein Ersatz für die seit 2015 geschlossene Therme wichtiger ist als die Dünenpromenade.

Das bisherige Ergebnis der Online-Befragung, die noch heute läuft, sieht ähnlich aus. Bis gestern waren dort etwa 60 Prozent der Befragten für den Bau der Dünenpromenade. Etwa 70 Prozent sehen einen Mehrwert für den Ort. Aber auch etwa 50 Prozent halten eine südliche Ortsumgehung für wichtiger als die Dünenpromenade.

Malte Behnk

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