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Milchbauern: Mit dem Rücken zur Wand

Upahl Milchbauern: Mit dem Rücken zur Wand

Milchviehhalter wurden in Upahler Molkerei vorstellig und überreichten Petition zur Anhebung der Abgabepreise

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Milchbauern aus MV auf dem Weg in die Upahler Arla-Molkerei: Sie wollen, dass die derzeitige Erholung des Milchmarkts tatsächlich auch auf ihren Höfen ankommt.

Quelle: Fotos: Annett Meinke

Upahl. Im Moment scheint zwar tatsächlich ein wenig Licht am Milchmarkt-Horizont aufzutauchen – in den zurückliegenden Wochen sind unter anderem die Preise für Rohmilch und Blockbutter förmlich in die Höhe geschossen – doch die Milchbauern in Mecklenburg-Vorpommern kann das nur bedingt freuen. Sie empfinden, dass sie nach wie vor mit dem Rücken zur Wand stehen.

OZ-Bild

Milchviehhalter wurden in Upahler Molkerei vorstellig und überreichten Petition zur Anhebung der Abgabepreise

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Jetzt muss die Markterho- lung auch voll- ständig bei uns ankommen.“Gregor Maas, BDM-MV

„Durch die Milchmarktkrise haben wir Milchviehhalter immense Verluste hinnehmen müssen. Wir haben das Marktrisiko praktisch alleine getragen – jetzt muss die Markterholung auch vollständig bei uns ankommen“, erklärte Georg Maas vom Bund der Deutschen Milchviehhalter – Landesteam MV (BDM-MV).

Maas sowie Landwirt Christian Kaarp (Vorsitzender Landesteam BDM-MV) und weitere fünf Milchbauern aus dem Land nahmen gestern an einem bundesweiten Aktionstag des BDM teil. Sie besuchten die Arla-Molkerei in Upahl und überreichten dem stellvertretenden Betriebsleiter Jens Paulsen eine Petition. Darin werden die deutschen und europäischen Molkereien unter anderem aufgefordert, in den jetzt laufenden Verhandlungen mit den fünf marktbeherrschenden Handelsketten „keine Preiszugeständnisse im Poker um Regalanteile“ einzugehen.

Weiterhin verlangen die Milchbauern, dass „die erzielten Mehrerlöse vollständig und umgehend an die Milchviehalter durchgereicht werden.“ Ein Grundpreis von 0,40 Cent je Kilogramm Rohmilch soll angestrebt werden und „die durch die Krise erlittenen Milliardenverluste in einem überschaubaren Zeitraum“, ausgleichen. Im Sommer hatten die Milchpreise zwischenzeitlich bei nur noch 0,20 bis 0,22 Cent gelegen. „Allein 0,19 Cent“, erklärte Christian Kaarp, „betragen schon die Futterkosten pro erzeugtem Liter“. Aktuell soll der Milchpreis in Mecklenburg-Vorpommern bei durchschnittlich 0,25 Cent liegen.

Der stellvertretende Arla-Betriebsleiter Paulsen nahm die Petition entgegen und äußerte Verständnis für die Position der Milcherzeuger. Jedoch betonte er: „Ich persönlich kann Ihre Forderungen an dieser Stelle nur entgegennehmen und an die entsprechenden Stellen in unserem Unternehmen weiterleiten.“

Wolfgang Rommel, Pressesprecher der Arla-Foods-Gruppe mit Hauptkonzernsitz in Düsseldorf betonte gegenüber der OZ ebenfalls sein „vollstes Verständnis für die schwierige Lage der Milchbauern“ und ist der Ansicht: „Die Situation für die Milchbauern ist nicht länger hinnehmbar.“ Man gehe davon aus, so Rommel weiter, in den laufenden Verhandlungen mit dem Handel, die Ende Oktober zu Ende gehen, deutlich höhere Abnahmepreise als zuvor heraushandeln zu können. „Wir haben bei Arla bereits aufgrund der sich erholenden Situation“, so Rommel, „im September und Oktober 0,26 Cent pro Liter gezahlt.“

Ein Problem, so Wolfgang Rommel, sei, dass es in den derzeitigen Verhandlungen zur sogenannten „Weißen Linie“ lediglich um die Abnahmepreise von Trinkmilch, Speisequark und Sahne gehe. „Wir sprechen hier nur über einen Teil der Molkereiprodukte – nicht über Käse, Joghurt oder Butter.“ Zudem gäbe es 100 Molkereien in Deutschland – „nicht nur genossenschaftliche, sondern auch private und die Erfahrung zeigt, dass immer mal die eine oder andere ausschert.“

Forderungskatalog der Milchbauern

Alle Molkereien sind aufgefordert mit dem Handel deutlich höhere Abnahmepreise zu vereinbaren.

Jeder Mehrerlös muss bei den Milchviehhaltern ankommen und darf nicht zur Verbesserung der Marktpositionen der Molkereien beim Handel landen.

Keine Verlagerung der Produktionen der Molkereien auf Milchprodukte, die im Moment höherpreisig gehandelt werden. Das wäre kurzfristig gedacht und würde über kurz oder lang zu erneutem Preisdruck im jeweiligen Marktsegment führen.

Mindestens 40 Cent Grundpreis je Kilogramm Rohmilch.

Unterstützung für die Milchbauern in ihrem Bestreben ein wirkungsvolles Sicherheitsnetz für den EU-Milchmarkt zu schaffen, mit dem künftigen Milchmarktkrisen frühzeitig und präventiv entgegengewirkt werden kann.

Annett Meinke

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