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Nachfolger für Villa „Rehse“ präsentiert

Boltenhagen Nachfolger für Villa „Rehse“ präsentiert

An Boltenhagens Dünenweg soll Hotel „Baltischer Hof“ entstehen / Projekt nicht unumstritten

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So könnte das Hotel „Baltischer Hof“ nach dem jetzt vorgelegten Entwurfskonzept einmal aussehen. Grafik: WBG Projektentwicklung

Boltenhagen. Den Boltenhagener Kommunalpolitikern liegt ein neuer Entwurf für ein Hotel auf dem einst angestammten Platz der Villa „Rehse“ im Dünenweg vor. „Baltischer Hof“ soll es heißen. Das Konzept wurde den Mitgliedern des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Bau, Verkehr und Umwelt Mittwochabend vorgestellt und zum Teil kontrovers diskutiert.

Die WBG Projektentwicklung aus Stade als Vorhabenträger war angetreten, um im Vorfeld der weiteren Planung die Zustimmung der Kommune für einige Vorhaben einzuholen. So erging dann am Ende von den Gremiumsmitgliedern mehrheitlich die Empfehlung an die Gemeindevertretung, sich mit Mansarddächern, Erker- und Balkongrößen sowie Größen von Gauben und Giebeln einverstanden zu erklären.

Eine Teilungsgenehmigung zwecks Finanzierung nach dem Wohnungseigentumsgesetz zum Teileigentum zu geben, sahen die Ausschussmitglieder dann kritischer. Bei einer Enthaltung, gab es vier Ja- und vier Gegenstimmen. Für eine Bebauung im Küstenschutzstreifen auf der gegenüberliegenden Seite des Dünenweges zum Strand hin konnte sich gar niemand erwärmen.

Sollten sich Gemeinde und Investoren aber einig werden, dann will die WBG nach Erwerb des Grundstückes vom jetzigen Eigentümer auf rund 3500 Quadratmetern ein Vier-Sterne-Hotel mit etwa 65 Zimmern und Suiten errichten. Im Konzept, das Architekt Carsten Gieseke vorgestern vorstellte, ist auch die Rede von um die 80 Plätze im Innen- wie Außenbereich von Restaurant und Café, einem kleinen Wellnessbereich – laut Geschäftsführer Frank Dieckmann auf den Entwurfscharakter erster Zahlen verweisend: 150/200 Quadratmeter groß – sowie einem Versammlungsraum für Familienfeiern und Tagungen. Kapazität: 60 Personen. Zudem ist eine Tiefgarage geplant. Als potenzielle Betreiber gäbe es bereits drei interessierte Familienbetriebe aus Hamburg, Hannover sowie dem friesischen Bereich, erklärte Frank Dieckmann gestern im Gespräch mit der OZ. Im September 2017 würde er mit dem Bauen beginnen, zur Saison 2019 eröffnen wollen.

Merkmale der für Boltenhagen typischen Bebauung habe er ins Projekt aufgenommen, warb Architekt Carsten Gieseke unter anderem für die Vielfalt der Dachlandschaft des Hotels. Gleichzeitig verwies er dabei auch auf den Anspruch, auf dem relativ kleinen Grundstück doch eine sich von anderen Anlagen im Ort unterscheidende mit einem „Maß an hoher Exklusivität“ präsentieren zu wollen.

Das wurde dann auch von den Ausschussmitgliedern honoriert. Wolfgang Kupsch, sachkundiger Einwohner, sagte: „Der Entwurf gefällt mir gut. Von der Ansicht her eine tolle Sache.“ Allerdings stellte er infrage, die Ver- und Entsorgung über die Tiefgarage realisieren zu wollen. Er teilte zudem die Sorge von Christiane Meier (CDU), die das Projekt zuvor vehement abgelehnt hatte: „Das ist ein Objekt, wie wir es nicht wollen.“ Die Unterlagen studierend, sah sie Ferienwohnungen anstatt eines Hotels entstehen. Steffen Beckert, sachkundiger Einwohner, fragte: „Hotelzimmer mit Küchen?“

Ausschussvorsitzender Michael Steigmann (Die Linke) versuchte der Diskussion die Schärfe zu nehmen. „Seit Jahren versuchen wir einen Investor zu finden, der sich ohne Wenn und Aber an den Bebauungsplan hält“, betonte er auch angesichts der Beteuerung der Investoren, sie würden ein Hotel bauen wollen. Frank Dieckmann gestern: „Das ist keine Mogelpackung.“

Für eine Bebauung nördlich der Hotelanlage nahm Olaf Claus (Bolte) den Investoren allen Wind aus den Segeln. Er würde einer Bebauung dort niemals zustimmen, betonte er. Das Entwurfskonzept sah im Küstenschutzstreifen offene Konstruktionen für Strandtoiletten und Umkleiden vor sowie einen gastronomischen Service. Damit sollte auch die Wirtschaftlichkeit des Projektes angesichts des kleinen Grundstückes gesteigert werden.

Altes Logierhaus

Im August 2004 war die denkmalgeschützte Villa „Rehse“ während eines bis heute umstrittenen und damals als „Nacht- und Nebelaktion“ bezeichneten Vorgehens abgerissen worden. Ein noch während der Arbeiten verhängter Baustopp sorgte dafür, dass am Ort des Geschehens lange eine Ruine an eines der ältesten Logierhäuser des Ortes erinnerte.

2014 war als neue Bebauung ein Projekt mit Ferienwohnungen abgelehnt worden. Zu Jahresbeginn 2016 fand ein anderes Hotelprojekt keine Zustimmung in Boltenhagen.

Cornelia Roxin

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