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Nasser Winter: Steilküsten sind aufgeweicht und brüchig

Redewisch Nasser Winter: Steilküsten sind aufgeweicht und brüchig

Spaziergänger sollen sich an Warnungen halten und Hinweise auf Infotafeln beachten / Höchste Stelle am Kleinklützhöved ist besonders von Abbrüchen betroffen

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Schilder warnen Spaziergänger das ganze Jahr hindurch.

Redewisch. Der milde Winter ist ideal für Spaziergänge am Strand. Aber die frostfreie Zeit mit viel Regen hat auch dafür gesorgt, dass die Böden an den Steilküsten mit Wasser vollgesogen sind. Dadurch erhöht sich die Gefahr von Abbrüchen an den Steilufern der Ostsee. Auch Küstenbereiche von Redewisch bis kurz vor Groß Schwansee sind davon betroffen. Dort gilt für Spaziergänger besondere Vorsicht. Sie sollten unbedingt aufgestellte Warn- und Hinweisschilder beachten.

Offizielle Warnhinweise gibt es aktuell vor allem für die Kliffs auf Rügen und Hiddensee. „Im Klützer Winkel sind die Steilküsten etwas anders aufgebaut“, sagt Karsten Schütze, Dezernent für Küstenschutz beim Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung). „Aber die Kombination aus lehmigem Boden und den großen Niederschlagsmengen führt auch hier immer wieder dazu, dass Stücke abrutschen.“ Vor allem nach starken Regenfällen sollten Spaziergänger daher die Kanten der Kliffs meiden. „Im Klützer Winkel sollte man derzeit vorhandene Wege wie den Kolonnenweg nicht verlassen, da auch das ganze Niederschlagswasser von den Feldern zur Küste abgeleitet wird“, rät Karsten Schütze. „Wer unten am Strand entlanggeht, sollte sich nah der Wasserlinie aufhalten und nicht zu dicht an die Steilküste herangehen.“ Vor allem an schmalen Strandabschnitten mit steilen Kliffs sei Vorsicht geboten.

Karsten Schütze bittet auch Hotels und Vermieter von Ferienhäusern, Touristen auf die möglichen Gefahren an den Steilküsten hinzuweisen. „Flyer mit Gefahrenhinweisen gab es bislang nur für Rügen und Hiddensee. Wir werden sie in diesem Jahr für alle betroffenen Landkreise erstellen und so die Urlauber und Tagesgäste informieren“, sagt Schütze.

Informiert und gewarnt werden Spaziergänger an den Steilküsten vor allem durch Schilder und Infotafeln der jeweiligen Gemeinden und Naturschutzverbände. So steht auch an der Redewischer Steilküste eine Tafel, die über den speziellen Naturraum informiert. Dort erfahren Spaziergänger, dass der durchschnittliche Abbruch der Steilküste pro Jahr 30 bis 50 Zentimeter beträgt, an einzelnen Stellen aber auch mehrere Meter der Küste abbrechen können. In Redewisch wird das an Stellen deutlich, an denen Zaunstücke in der Luft hängen, die im vergangenen Jahr noch am Küstenrand standen.

Die höchste Stelle der Steilküste zwischen Redewisch und Groß Schwansee liegt am Kleinklützhöved bei Warnkenhagen. Dort ist die Küste 37 Meter hoch. Dieses Stück zählt zu den besonders von der Abtragung betroffenen Steilufern.

Seit 2012 kommt es bei Warnkenhagen immer wieder zu Abbrüchen, was inzwischen dazu geführt hat, dass der Kolonnenweg, der erst 2006 für Radfahrer und Wanderer ausgebaut worden war, nur noch auf eigene Gefahr betreten werden darf. Wiederkehrende Abbrüche können nicht verhindert werden, weil die zuständige Gemeinde Kalkhorst keine Spundwände zum Schutz des Hangs bauen darf. Das verhindert der Naturschutz.

Unterschätzte Gefahr

Noch Tage nach schweren Regenfällen kann es wegen des durchnässten Bodens zu Abbrüchen oder abrutschender Erde an den Steilküsten kommen.

Anfang Februar dieses Jahres waren etwa 7000 Kubikmeter eines Gemischs aus Kreide, Mergel und Lehm zwischen Sassnitz und Lohme auf Rügen von der Steilküste abgerutscht.

Im Dezember 2011 war am Kap Arkona auf Rügen ein zehnjähriges Mädchen bei einem Abbruch der Steilküste unter Erdmassen verschüttet worden und starb.

• Infos:

www.lung.mv-regierung.de im Bereich Geologie/Geogefahren



Malte Behnk

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