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Neue Feuerwache für Boltenhagen?

Boltenhagen Neue Feuerwache für Boltenhagen?

Die Gemeinde befasst sich mit einem Neubau am Ortsrand / Brandschützer befürworten den Plan

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Die Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Boltenhagen im Weidenstieg wurde 2003 eingeweiht. Ein Anbau (l.) kam vor zwei Jahren hinzu.

Quelle: Foto: M. Behnk

Boltenhagen. Die Gemeinde Ostseebad Boltenhagen will eine neue Feuerwache bauen lassen. Das aktuelle Gebäude der Brandschützer am Weidenstieg entspricht nach Angaben von Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) nicht mehr den heutigen Ansprüchen und biete nicht genügend Platz. „Die Richtlinien haben sich geändert und wir wollen die Feuerwehr erweitern“, meint das Gemeindeoberhaupt. Nicht zuletzt die Bildung einer First-Responder-Gruppe (die OZ berichtete) mache mehr Raum notwendig. Es habe bereits Gespräche zwischen den Fraktionen gegeben. Ein Grundsatzbeschluss fiel positiv aus. In den nächsten Wochen soll das Thema in den Ausschüssen und der Gemeindevertretersitzung auf die Tagesordnung kommen.

OZ-Bild

Die Gemeinde befasst sich mit einem Neubau am Ortsrand / Brandschützer befürworten den Plan

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Unterbringung mit Bauhof?

Erste Planungsschritte für einen Neubau sind bereits unternommen worden. So wurden ein Architekt und ein Gutachter beauftragt. Als favorisierter neuer Standort hat die Gemeinde eine eigene Fläche am südwestlichen Ortsrand auserkoren: ein Grundstück zwischen dem Sportplatz und einer Gartenanlage. Hier könnte im Idealfall ein Komplex entstehen, in dem die Freiwillige Feuerwehr Boltenhagen und der Bauhof gemeinsam untergebracht werden. Das wäre laut Schmiedeberg eine optimale Lösung, denn vier der ehrenamtlichen Brandschützer sind gleichzeitig beim Bauhof beschäftigt. „Aktuell ist die Entfernung zwischen Feuerwache und dem Bauhofgelände bei einem Alarm nicht ideal“, erklärt der Bürgermeister. Der Bauhof ist momentan am anderen Ende der Gemeinde in Tarnewitz kurz vor dem Kreisel zur Weißen Wiek ansässig. Distanz zur Feuerwehr: drei Kilometer. Wie Wehrführer Sebastian Hacker betont, hätten die entsprechenden Kameraden vor allem im Sommer enorme Probleme, schnell zur Feuerwache im Zentrum des Urlaubsortes zu gelangen. „Wir würden den Neubau begrüßen“, sagt Hacker deshalb.

Probleme mit dem Verkehr

Doch nicht nur die Anfahrt zur Wache stellt in der Hochsaison eine Schwierigkeit dar, auch die Abfahrt zu den Einsatzorten wird gelegentlich zur Nervensache. „Der Weidenstieg, der an unserer Wache vorbeiführt, ist die Hauptzufahrt zum Großparkplatz“, so Hacker. Besonders an Tagen mit Großveranstaltungen, wie dem Seebrückenfest, stellt das die Kameraden vor Schwierigkeiten. Nicht nur der dichte Verkehr vor der Feuerwehr-Ausfahrt, sondern auch illegal am Straßenrand parkende Autos würden bei Einsätzen schon mal für minutenlange Verzögerungen sorgen. Die können im Notfall entscheidend sein, so Hacker.

Wehrführer sieht viele Vorteile

Der Wehrführer sieht noch weitere Vorteile einer gemeinsamen Unterbringung mit dem Bauhof: So könnten die Kameraden schnell auf Spezialtechnik wie Radlader zurückgreifen. Außerdem lagert der Bauhof die Sandsäcke, die für den Hochwasserschutz vorgesehen sind. „Es wäre eine gute Kombination“, betont Hacker. Auch vor dem Hintergrund, dass die Einsatzzahlen in den zurückliegenden Jahren merklich angestiegen sind. 2016 rückte die Freiwillige Feuerwehr 126 Mal aus. In diesem Jahr sind es bisher 45 Einsätze. Zudem benötigen die Brandschützer dringend mehr Platz. „Wir platzen aus allen Nähten“, so Hacker. Die Gerätschäften würden im Moment gerade so passen. Doch Ende des Jahres soll für den Aufbau der First-Responder-Gruppe (Sanitäter) ein weiteres Fahrzeug dazukommen. „Wir sind an einem Punkt, an dem es nicht weitergeht“, sagt Hacker. Für die Jugendfeuerwehr gelte wegen fehlender Kapazitäten bereits ein Aufnahmestopp.

Breite Zustimmung für Neubau

Bei den Boltenhagener Gemeindevertretern stößt der Plan einer neuen Wache auf breite Zustimmung. Einem Grundsatzbeschluss wurde bereits zugestimmt. Auch Olaf Claus (Bolte) hält den Standort Weidenstieg für nicht mehr zeitgemäß. Im Jahr 2003, als das Gebäude eingeweiht wurde, sei der Platz noch geeignet gewesen. „Doch die Bebauung drum herum hat sich geändert. Die Feuerwehr wäre jetzt draußen am Sportplatz besser aufgehoben“, sagt Claus. Zudem habe es von Anwohnern schon mehrfach Beschwerden wegen der ausgeschilderten Halteverbote und dem Lärm gegeben, den die Kameraden beim Ausrücken verursachen.

Förderung vom Land möglich

Ende September hat Bürgermeister Christian Schmiedeberg zusammen mit dem Bauamt und den Boltenhagener Wehrführern einen Termin beim Innenministerium des Landes. Schwerin habe bereits signalisiert, dass das Vorhaben grundsätzlich förderfähig sei. Im Gespräch soll dann konkret geklärt werden, mit welchen Baukosten und mit welcher finanziellen Unterstützung zu rechnen ist. Christian Schmiedeberg schätzt, dass ein Neubau bei rund zwei Millionen Euro liegen dürfte. Im Raum steht, die derzeitigen Grundstücke der Feuerwehr und des Bauhofs zu veräußern und das eingenommene Geld in die neue Wache zu reinvestieren. Doch auch eine weitere Nutzung durch die Gemeinde sei möglich, beispielsweise durch die Rettungsschwimmer der DLRG. „Wir wollen die neue Wache, aber nur wenn sie gefördert wird und finanziell machbar ist“, so Schmiedeberg, der betont: „Wir können keine Paläste bauen, die wir nicht unterhalten können.“

2003 eingeweiht

2003 ist die Feuerwache am Weidenstieg eingeweiht worden. Zuvor hatten die Boltenhagener Brandschützer wegen räumlichen Mangels mit ihrer Auflösung gedroht. Auch am Weidenstieg wurde es schnell eng: 2015 wurde ein Anbau hinzugefügt.

30 aktive Kameraden zählt die Freiwillige Feuerwehr Boltenhagen derzeit. Hinzu kommen sechs Brandschützer aus anderen Feuerwehren, die zeitweise unterstützen. In der Jugendfeuerwehr sind 26 Kinder aktiv.

126 Einsätze absolvierten die Boltenhagener Brandschützer im Jahr 2016. Davon entfielen 94 in den Bereich technische Hilfeleistungen. Ein Großteil fiel beim Orkan am 24. Juni 2016 an, der das Ostseebad mit ganzer Wucht traf. In diesem Jahr sind es bisher 45 Einsätze.

Zu den Gerätschaften der Kameraden im Ostseebad zählen ein Einsatzleitfahrzeug, zwei Löschgruppenfahrzeuge und ein Mehrzweckboot. Zum Jahresende soll ein weiterer Wagen für die First-Responder-Gruppe hinzukommen.

Daniel Heidmann

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