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Neues Konzept: Vier Häusern droht Abriss

Hohen Wieschendorf Neues Konzept: Vier Häusern droht Abriss

Ferienwohnungen an der Marina Hohen Wieschendorf sollen besser in die Natur eingebettet werden

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Hohenkirchens Bürgermeister Jan van Leeuwen (l.), Barbara Falkinger von der Salzburger Investorengruppe „Soini“ (M.) und Architekt Hartwig Duensing vor der unfertigen Ferienhaussiedlung.

Quelle: Daniel Heidmann

Hohen Wieschendorf. Neuigkeiten im Fall Marina Hohen Wieschendorf: Nachdem sich auf dem Ferienhaus-Gelände seit dem verhängten Baustopp im Juni 2013 nichts mehr getan hat, soll dort in den nächsten Wochen ein Musterhaus entstehen. Es soll das neue Konzept von Architekt Hartwig Duensing veranschaulichen. Darin ist vorgesehen, wesentliche Teile der ursprünglichen Planungen zu verwerfen oder anders umzusetzen. „Ich bin unglücklich mit dem alten Konzept“, sagte Duensing gestern bei einer Begehung der Baufläche.

Die Fläche ist ein Makel. Daher bin ich schon ganz heiß darauf, fertig zu werden.“Jan van Leeuwen, Bürgermeister Hohenkirchen

Die Verantwortlichen um Investor Oliver Soini warten jedoch noch auf neues Baurecht. Aktuell läuft eine Umweltverträglichkeitsprüfung, deren Ergebnisse bis Ende des Jahres erwartet werden. „Vorab haben wir die Erlaubnis erhalten, ein Musterhaus herzurichten.“ Ziel ist es, die 22 000 Quadratmeter große Ferienhaus-Siedlung bis 2018 endlich fertigzustellen.

Das neue Konzept soll so etwas wie ein Neuanfang für das Tourismus-Projekt werden, das seit 2002 für zahlreiche Negativ-Schlagzeilen sorgte (siehe Info-Kasten). In den neuen Vorstellungen nehmen die Planer deshalb Abstand von alten Ideen. Dennoch müssen sie mit der schon vorhandenen, seit Jahren leerstehenden Bausubstanz arbeiten. Sie sei aber nach wie vor intakt. Technische Mängel oder Schimmelbefall wurden nicht festgestellt.

„Damals wurde auf Profit konzipiert. Wir möchten mit der Landschaft wuchern und jetzt alles schön ins Grüne einbetten“, meinte Duensing. Ihm schwebt eine Dünenlandschaft vor, die die Wohnungen umgibt und mit wenig versiegelten Flächen auskommt. Die künstliche Umgebung soll bereits für das Musterhaus angelegt werden. Der bisher vorgesehene und auch schon angelegte Teich im Zentrum der Siedlung muss dafür weichen. „Wir hoffen, dass wir die Dünen im Sommer zur Strandsaison fertig haben. Kurz darauf wird das Musterhaus folgen“, so der Hamburger Architekt. Am 300 Quadratmeter großen Gebäude mit vier Wohnungen wird ebenfalls eine wesentliche Veränderung vorgenommen. Zu beiden Seiten wird angebaut, um das Musterhaus geräumiger zu machen.

Um das touristische Projekt in Hohen Wieschendorf noch weiter mit der Natur zu „versöhnen“, schreckt der Bauplaner auch nicht davor zurück, einen Teil der fertigen Häuser abzureißen. Vier Gebäude sollen weg, um „die kasernenartig organisierten Baumassen in einzelne Hausgruppen aufzulösen“ sowie den Innenbereich zu den gegenüberliegenden Salzwiesen zu öffnen. Barbara Falkinger, die gestern für die Salzburger Investorengruppe „Soini“ bei der Begehung dabei war, gab dafür grünes Licht: „Wenn es sein muss, um mit Einwohnern und Natur in Einklang zu leben, sind wir bereit, die Abrisse zu machen. Wir haben großes Vertrauen in den Architekten.“

Damit das Gelände auch weitgehend autofrei bleibt, will Duensing einen großen Parkplatz für alle künftigen Anwohner errichten. Seine Idee: Die Stellflächen entstehen auf dem Areal, wo einst eine Tiefgarage angedacht war. Dafür war damals sogar schon Erdreich bewegt worden. Ein Loch klafft heute in der Landschaft. „Wir würden einen Teil der Aufballungen abtragen und zurückschütten. Dennoch soll auch der Parkplatz ein wenig versenkt gebaut werden, damit die Autos nicht sofort ins Blickfeld geraten“, erklärt er.

Jan van Leeuwen, Bürgermeister der verantwortlichen Gemeinde Hohenkirchen, ist von den neuen Ideen überzeugt. Er hofft, dass die Maßnahmen so schnell wie möglich starten. „Die Missstände sind ein Makel. Deshalb bin ich ganz heiß darauf, fertig zu werden. Dann können wir in der Gemeinde auch wieder über neue Vorhaben sprechen.“

Firmenpleiten - Fördermittelmissbrauch - Versteigerungen

120 Liegeplätze für Boote und Yachten, 21 Häuser mit 84 Ferienwohnungen — das waren 2002 die Planungen für die Marina Hohen Wieschendorf. Zudem sollten 30 bis 40 Arbeitsplätze entstehen.

35 Millionen Euro nannte der damalige Lübecker Investor Michael Veit Ivanschitz als Investitionssumme. 7,16 Millionen Euro gab es als Fördermittel vom Land und der EU.

2004 geht die Baufirma aus Dassow pleite. Zudem verstärken sich Gerüchte, dass Ivanschitz Fördermittel missbräuchlich eingesetzt habe. 2012 wird der Investor wegen Subventionsbetruges zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. 2009 soll die Marina zwangsversteigert werden, doch die Gläubigerbank stimmte gegen den Zuschlag.

2011 erhält die HoWiDo GmbH nach erneuter Versteigerung den Zuschlag, Geschäftsführer ist Oliver Soini. Der Hafen gehört mittlerweile der Hafen Hohen Wieschendorf GmbH. Geschäftsführer ist der Hamburger Unternehmer Dr. Michael Schäfer.

2013 verhängt der Landkreis einen Baustopp für die Marina Hohen Wieschendorf.

Von Daniel Heidmann

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