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Grevesmühlen Neues Schmuckstück auf der Schmalspur
Mecklenburg Grevesmühlen Neues Schmuckstück auf der Schmalspur
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00:03 15.01.2015
Die Diesellokomotive 329-501 war von 1952 bis 1998 für die Inselbahn Wangerooge unterwegs und fährt in diesem Jahr in Klütz. Quelle: Robert Niemeyer

Fast ein halbes Jahrhundert war sie auf der ostfriesischen Insel Wangerooge unterwegs, die Diesellokomotive 329-501. In diesem Jahr rollt sie auf der 600 Milimeter breiten Schiene zwischen Klütz und Reppenhagen. Die Klützer Schmalspurbahn „De lütt Kaffeebrenner“ hat ein neues Schmuckstück auf den Gleisen. „Diese Lok war 1952 die erste Diesellok auf der Insel Wangerooge“, sagt Ludger Guttwein, Vorstand der Stiftung Deutsche Kleinbahnen, die den Kaffeebrenner betreibt. Und nach der Premierensaison im vergangenen Jahr sollen, auch mithilfe der neuen Lok, in diesem Jahr mehr als 10000 Fahrgäste angelockt werden.

15 Jahre lang war die kleine, rote Lok, unter Eisenbahnfans auch bekannt als Gmeinder-Lok nach Bauart HF 130 C, im ebenfalls von Ludger Guttwein betriebenen Eisenbahn- und Technikmuseum Prora auf der Ostseeinsel Rügen ausgestellt. „Für den Einsatz auf der Schiene haben wir die Lok technisch fit gemacht. Unter anderem brauchte sie eine Druckluftbremse. Die hatte sie vorher nicht“, sagt Ludger Guttwein. Vor knapp 15 Jahren hatte er die Lok gekauft, nachdem sie von 1952 bis 1998 für die Inselbahn Wangerooge im Einsatz war. „Der Transport damals war schwierig“, erinnert sich Guttwein.

Weil auf der Insel keine Autos erlaubt sind und es demzufolge auch keine Autofähre gibt, musste eigens ein Cargoschiff gechartert werden. Der Tieflader durfte sich laut Guttwein nur im Hafenbereich bewegen. Dort wurde die Lok dann verladen und mit dem Schiff wieder zum Festland und schließlich nach Rügen gebracht.

Das etwa 16 Tonnen schwere Gefährt soll ab April auch dazu beitragen, dass bereits im zweiten Jahr die benötigte Fahrgastzahl erreicht werden soll. 10000 Fahrgäste würden reichen, damit sich der Kleinbahnbetrieb rechnet, hatte Ludger Guttwein im vergangenen Jahr gesagt. 9000 zahlende Besucher waren 2014 gezählt worden, so Eva Eckert, in Klütz Ansprechpartnerin für die Stiftung Deutsche Kleinbahnen. „10000 werden wir locker schaffen“, sagt Eckert. Bereits jetzt gebe es knapp 1000 feste Vorbuchungen. Vor allem viele Reisgruppen seien bereits angemeldet.

Am 2. April startet die Saison. Im vergangenen Jahr ging es erst am 20. Juni los. Bis 16. Oktober wird werktags gefahren. Der Fahrplan sieht etwas anders aus als 2014 (siehe Infokasten). Am Wochenende wird jedoch nach wie vor nicht regulär gefahren. Die Begründung: An- und Abreisetage der Urlauber. „Wenn die Gruppen groß genug sind, dann ermöglichen wir nach Absprache und Anmeldung aber auch am Wochenende Fahrten“, sagt Eva Eckert.

Für 2015 gebe es bereits Ideen für besondere Angebote. Zu Ostern sollen die „Dampftage“ stattfinden. „Dann fahren wir mit echten Dampfloks“, sagt Eva Eckert. Echte Eisenbahnfans dürfen sich auch die Halle auf dem Gelände anschauen, in der die Personenwagen und Loks parken. Dafür wird derzeit extra der Boden gepflastert. Auch den Abholservice des Gutshauses Stellshagen wird es wieder geben. „Das hat reibungslos funktioniert und wurde super angenommen“, sagt Eva Eckert.

Von 2012 bis 2014 wurde die etwa sechs Kilometer lange Schmalspurstrecke zwischen Klütz und Reppenhagen gebaut. Bereits ab Mitte der 90er-Jahre hatte die Klützer Ostsee-Eisenbahn (KOE) GmbH die Strecke für den Tourismus privat betrieben. Chef der KOE war damals Ludger Guttwein. 2004 wurde die Strecke stillgelegt und 2006 abgebaut.

Fahrplan 2015
„De lütt Kaffeebrenner“ fährt vom 2. April bis 16. Oktober. Im April und Oktober fährt die Bahn montags, dienstags, donnerstags und freitags zweimal täglich um 11 Uhr und um 14 Uhr. Im Mai und September fährt die Bahn montags bis freitags dreimal am Tag um 11 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr. Von Juni bis August fährt der Kaffeebrenner montags bis freitags um 11 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 15 Uhr. Eine Fahrt von Klütz nach Reppenhagen und zurück dauert etwa 50 Minuten.



Robert Niemeyer

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