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Neugier auf Kälber und Feldfrüchte

Brook Neugier auf Kälber und Feldfrüchte

Bei Hofführungen in Brook und Steinbeck lernen Besucher die moderne Landwirtschaft kennen

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Die Besucher konnten sehen, welches Getreide angebaut wird.

Brook. Wie viel Milch gibt eigentlich eine Bio-Kuh? Warum wird kaum noch Hafer angebaut? Diese und weitere Fragen wurden Teilnehmern einer Hofführung auf Gut Brook beantwortet. Der Kreisbauernverband bietet in diesem Sommer zum ersten Mal solche Rundgänge in Brook und im Betrieb der Familie Mann in Steinbeck an, um Urlauber und auch Einheimische über die Landwirtschaft zu informieren.

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Bei Hofführungen in Brook und Steinbeck lernen Besucher die moderne Landwirtschaft kennen

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„Gerade als jetzt die Ernte lief, könnten sich Urlauber vielleicht gestört gefühlt haben, wenn die Landwirte auch nachts noch auf dem Acker waren“, sagt Ulrich Bosch, der Betriebsleiter von Gut Brook. „Wir wollen hier gerne erklären, was wir machen und warum wir teilweise rund um die Uhr ernten müssen und auch warum unsere Produkte ihren Preis haben müssen“, sagt Bosch, warum er den Hofführungen zugestimmt hat.

Elke Lenschow vom Kreisbauernverband zeigte in dieser Woche einer 15-köpfigen Gruppe den Landwirtschaftsbetrieb von Gut Brook. Unter den Neugierigen waren sowohl Urlauber als auch Bewohner der Region. „Jetzt, wo die Ferien vorbei sind, kommen mehr Einheimische. In den Ferien waren es fast nur Urlauberfamilien. Teilweise waren es bis zu 50 Teilnehmer“, sagt Elke Lenschow.

Sie erklärte der Gruppe die landwirtschaftlichen Besonderheiten des Klützer Winkels mit Bodenwerten von 50 bis 60 und den großen Ackerflächen. „Sie haben ihren Ursprung in den großen Gütern in der Region. Graf Bothmer gehörten bis in die 1930er Jahre etwa 7000 Hektar. Und auch in der DDR blieben die Flächen so groß“, berichtet Lenschow. Inzwischen gehört das Gut Brook der Silvius Dornier GmbH.

„Die Familie hat früher in Wismar Flugzeuge auch für den Zweiten Weltkrieg gebaut“, informiert Lenschow. Inzwischen bewirtschaftet das Gut Brook 1400 Hektar eigene Flächen nach den Richtlinien des Verbands Biopark.

„Hier wird in einer Kreislaufwirtschaft mit vielen Fruchtfolgen gearbeitet. Auch der Pflanzenschutz muss über die bestimmte Abfolge unterschiedlicher Feldfrüchte erfolgen“, erklärt Elke Lenschow.

Daher baue der Betrieb nicht nur Gerste, Weizen, Hafer, Roggen und Mais an, sondern auch Lupinen, oder Rotklee. Zum Teil werden Getreide und eiweißreiche Feldfrüchte als Futter für das eigene Milchvieh genutzt. Die Lupinen zum Beispiel werden auch zu einem Gemüsebrotaufstrich verarbeitet, in dem sie anstatt von Soja eingesetzt werden. „Der Betrieb vermehrt außerdem Dinkel als zertifiziertes Bio-Saatgut“, erklärt Lenschow an der großen Getreide-Trocknungsanlage des Gutes.

Nur ein kleines Stück nebenan befinden sich die Ställe von 240 Milchkühen und 160 Tieren in der Nachzucht. Direkt neben den luftigen Ställen befindet sich die Weide, zu der die Kühe freien Zugang haben. „Im Schnitt liefert hier eine Kuh 8700 Liter pro Jahr. Die Milch wird zur Gläsernen Molkerei nach Dechow geliefert. Dort wird sie dann unter verschiedenen Namen als Bio-Milch vermarktet“, erklärt Lenschow. Sie berichtet, dass das Gut Brook derzeit für einen Liter Bio-Milch etwa 40 Cent erhalte. „Das klingt ganz gut im Vergleich zu konventionellen Milchbetrieben, aber auch Bio-Betriebe unterliegen Preisschwankungen. Kostendeckend wären 50 Cent pro Liter“, so Lenschow. „Aber wenn etwas gut ist, zahlen einige Leute inzwischen auch gerne etwas mehr dafür“, wirft einer der Besucher ein. Elke Lenschow gibt ihm recht. „Aber es sind nicht genug.“

Aus Sicht des Bauernverbands sind die Führungen durch die Landwirtschaftsbetriebe ein Erfolg. „Da wir die Besichtigungen im Wechsel in Steinbeck und Brook angeboten haben, haben einige Gäste sogar beide Betriebe besucht“, sagt sie.

Am Mittwoch, 14. September, kann ab 10 Uhr noch einmal der Landwirtschaftsbetrieb Mann in Steinbeck besichtigt werden. „Familie Mann vermarktet einen großen Teil ihrer Produkte selber im Hofladen“, sagt Elke Lenschow, was an dem konventionell wirtschaftenden Betrieb besonders ist.

Malte Behnk

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