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Platzprobleme in Boltenhagen bei „Neptuns Kinnings“

Boltenhagen Platzprobleme in Boltenhagen bei „Neptuns Kinnings“

Vorschriften beim Brandschutz könnten die Zahl der Plätze vermindern

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Der Hort „Neptuns Kinnings“ in Boltenhagen bietet nicht genug Platz für 150 Kinder.

Quelle: Foto: Malte Behnk

Boltenhagen. Der Hort „Neptuns Kinnings“, den das Deutsche Rote Kreuz (DRK) an der Grundschule in Boltenhagen betreibt, ist stark ausgelastet. Schon im vergangenen Jahr hat das DRK eine erweiterte Betriebserlaubnis beantragt, so dass statt der bis dahin 121 Kinder 129 Kinder betreut werden konnten.

Ein Erzieher für 22 Kinder

Betreut werden „Neptuns Kinnings“ in Boltenhagen von der Hortleiterin und fünf Erzieherinnen. Im Hort gilt ein Betreuungsschlüssel von 1:22 (1 Erzieher pro 22 Kinder).

Das Angebot zur Betreuung in Boltenhagens Hort kann ganztags (sechs Stunden) oder halbtags (drei Stunden) genutzt

werden. Auch in den Schulferien wird eine Betreuung der Kinder angeboten.

Die Gemeinde Boltenhagen würde aber gerne Platz für 150 Kinder in dem Hort haben, da die Zahlen der Grundschüler stetig steigen – ab dem Sommer gibt es drei dreizügige und nur noch eine zweizügige Klassenstufe. Doch derzeit werden Brandschutzgutachten für die Schule und für den Hort erstellt. Dabei wurde deutlich, dass Platz für 150 Kinder nicht ohne umfangreiche Erweiterungen zu schaffen wäre. Michaela Slopinski vom Bauplanungsbüro Slopinski aus Wismar erklärte, dass bei verschiedenen Varianten des Umbaus im Sinne des Brandschutzes im Hort noch Raum für 119 bis maximal 136 Kinder bleiben würde.

Das besorgt nicht nur die Kommunalpolitiker im Ostseebad, sondern auch im benachbarten Klütz und in der Gemeinde Damshagen. In der neu gebauten Klützer Kita „Schlossspatzen“ gibt es nämlich keinen Hort und in der Kita „Kleine Strolche“ in Damshagen soll der Hortbereich geschlossen werden.

Im Klützer Sozialausschuss waren die Mitglieder jetzt der gleichen Meinung wie die Elternvertretung der Kita „Schlossspatzen“, dass dort keine zusätzliche Hortgruppe geschaffen werden soll. Die Klützer Ausschussmitglieder, zu denen auch Boltenhagens früherer Schulleiter Rolf Kruse gehört, waren sich einig, dass eine Lösung im Schulgebäude gefunden werden könnte. „Als ich dort Schulleiter war, hatten wir deutlich mehr Schüler. Dort müsste also Platz genug sein“, sagte Kruse über das Schulgebäude in Boltenhagen.

Grundsätzlich gibt es dort Platz. Das bestätigte auch Michaela Slopinski. In ihren Plänen müsste ein großer Werkraum im Hortgebäude weichen. Er müsste verkleinert werden, um einen Flur zu verlängern und so zwei vollwertige Rettungswege für den Notfall zu schaffen. In Gesprächen mit Schulleiterin Anne Behl konnte die Planerin aber keine Alternative für den Werkraum finden. Vorhandene Klassenräume, erläuterte die Planerin, seien mit 42 bis 46 Quadratmetern zu klein, um alle Werkbänke so zu stellen, dass kein Schüler mit dem Rücken zum Lehrer sitzt. „Nutzbar wäre der sogenannte Sozialkunderaum“, so Slopinski. Er sei mit etwas mehr als 60 Quadratmetern groß genug. „Er wurde aber kürzlich renoviert und ist offenbar tabu“, sagte sie in Boltenhagens Bauausschuss.

Eine weitere Möglichkeit, den Werkraum einzurichten, sieht die Planerin im Dachgeschoss der Schule. Dort könnten die Werkbänke gut angeordnet werden. Mit Blick auf den Brandschutz müsste dann eine feste Treppe ins Dachgeschoss gebaut werden.

Der Vorsitzende von Boltenhagens Bauausschuss, Michael Steigmann (Die Linke), merkte allerdings an, dass mit einer Verlegung des Werkraums immer noch keine Lösung gefunden werde, um Platz für 150 Kinder oder mehr im Hort zu haben. „Wenn die Verlegung des Werkraums also keine grundlegende Lösung bringt, sollten wir uns vielleicht mit einer Vergrößerung des Horts beschäftigen. Könnte man eine Etage draufsetzen?“, war seine Frage an die Planerin. Michaela Slopinski erklärte, dass dazu die Statik des Gebäudes überprüft werden müsste. Zudem dränge ein wenig die Zeit.

Im Klützer Sozialausschuss wurde das Platzproblem in Boltenhagens Hort als „hausgemacht“ bezeichnet. Schon im vergangenen Jahr hätte man sich Gedanken machen müssen, bevor die Betriebserlaubnis erweitert werden musste. Es sollte jetzt auf keinen Fall dazu kommen, dass mit einem Erweiterungs- oder gar einem Neubau eine Kostenspirale in Gang gesetzt werde, wie es die Klützer mit der Kita „Schloßspatzen“ erlebt haben.

Bereits bei der jüngsten Anhebung der Betreuungskosten hatte der Klützer Bürgermeister Guntram Jung erklärt, dass bereits Eltern ihr Kind bei den „Schlossspatzen“ abmelden mussten, weil sie sich den Kitaplatz nicht mehr leisten können. Vor allem Alleinerziehende, die berufstätig sind, könnten, aber dürften nicht in so eine Situation kommen.

Malte Behnk

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