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Schwansee hat 700. Geburtstag verpasst

Groß Schwansee Schwansee hat 700. Geburtstag verpasst

1316 wurde der Ort erstmals erwähnt / Gemeinde und Chronist kannten das Jubiläumsdatum nicht

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Dieses Ölbild von Groß Schwansee aus dem Jahr 1752 fotografierte Manfred Rohde bei einem Gespräch mit Einwohnern ab. FOTOS (2): PRIVAT

Groß Schwansee. Geburtstage sollte man eigentlich nicht verpassen. Beim Jubiläum eines Ortes kann es dennoch vorkommen, dass die erste Erwähnung aus dem Spätmittelalter vergessen wird. Das ist im vergangenen Jahr in Groß und Klein Schwansee – Ortsteilen der Gemeinde Kalkhorst – geschehen.

OZ-Bild

1316 wurde der Ort erstmals erwähnt / Gemeinde und Chronist kannten das Jubiläumsdatum nicht

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Am 1. August 1316 wurde der Ort Schwansee nämlich erstmals in einer Urkunde erwähnt. „Marquard, Bischof von Ratzeburg, verpfändet den Gebrüdern Nicolaus und Hermann von Poppenhusen alle Zehnten im Dorf Papenhusen und den Zehnten von einer Hufe zu Schwansee“, hieß es darin.

„Das war uns gar nicht bekannt“, sagt Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick (FWK). Sogar Manfred Rohde, der viel über die Geschichte von Kalkhorst und seinen Ortsteilen geforscht und auch eine Chronik über Kalkhorst geschrieben hat, war das Jubiläum durchgerutscht.

Rohde hatte eine Chronik über Kalkhorst verfasst, die 2005 zur 775-Jahrfeier des Ortes erschien. Dafür hatte er auch über die Ortsteile der Gemeinde geforscht, konnte aber über Schwansee nur Teile seines Wissens unterbringen. Schon damals traten Bewohner der beiden Orte an ihn heran, eine weitere Chronik zu schreiben. Immerhin lässt sich auch über den Ort mit etwa 250 Einwohnern einiges aus der Geschichte berichten. Da gab es Freiherr Wilhelm Ludwig Hartwig von Both aus Westfalen, der 1745 das Schlossgut erbauen ließ, und weitere Besitzer bis 1945. Danach wurde das Schlossgut im Sperrgebiet der DDR als Flüchtlingsunterkunft, Schule und Internat genutzt, bevor es nach der Wende von der Silvius Dornier GmbH & Co KG gekauft und zum Hotel umgebaut wurde.

An all diese historischen Fakten wurde Manfred Rohde wieder erinnert, als er kurz vor dem Jahreswechsel ein Buch über Künstler aus Kalkhorst und den umliegenden Orten herausbrachte. Da meldeten sich Menschen aus Klein und Groß Schwansee erneut bei ihm mit dem Wunsch nach einer eigenen Chronik. In dem Buch über die Künstler tauchten wieder Passagen über die beiden kleinen Orte an der Ostsee auf.

Unter anderem schrieb Manfred Rohde darin, dass einer seiner Brüder in Groß Schwansee mit einer Schwester des 1930 in Crivitz geborenen Malers Günther Uecker zur Schule gegangen war.

Nachdem Rohde nun wiederholt darum gebeten wurde, hat er sich daran gemacht, sein bisher zusammengetragenes Wissen über beide Orte zu sichten und neue Recherchen anzustellen. Dabei stieß er auf eine Ansicht Groß Schwansees auf einem Ölbild von 1752, das ihm ein Anwohner zeigte und das Manfred Rohde abfotografierte. Auf dem Bild sind reetgedeckte Bauernhäuser und die alte Allee dargestellt, die heute nicht mehr befahren wird. Zusätzlich stieß Rohde auch auf die besagte Urkunde von 1316. „Schade eigentlich“, bedauert er, dass er nicht schon ein paar Monate vorher darauf gestoßen ist.

Eine große Feier hätte es vermutlich auch dann nicht gegeben. „Man kann das nicht in jedem Ortsteil groß feiern“, sagt Bürgermeister Dietrich Neick, der sich aber noch gut an die Feier zum 775-jährigen Bestehen des Ortes Kalkhorst erinnert. „Da war richtig was los“, sagt Neick. „Etwa 5000 Menschen waren hier und haben gefeiert“, erinnert er sich an den Festumzug mit 40 Wagen, die Motive aus der Geschichte zeigten und zum Beispiel auf Heinrich Schliemann hinwiesen, der Tage seiner Jugend in Kalkhorst verbrachte und später Troja entdeckte. Dass Manfred Rohde, dem Schloss Kalkhorst von 1999 bis 2015 gehörte, jetzt an einer Chronik über Klein und Groß Schwansee arbeitet, freut auch Dietrich Neick.

Noch in diesem Jahr möchte Rohde die neue Chronik herausbringen. Dafür hat er auch schon viel Material gesammelt. Über weitere historische Fotos, Dokumente oder Erinnerungen aus Klein und Groß

Schwansee würde sich der Autor aber freuen.

Wer etwas zu seiner Chronik beisteuern möchte, kann sich an Manfred Rohde wenden (Telefon 03881/7566874; E-Mail: mm-rohde@t-online.de).

Malte Behnk und Dirk Hoffmann

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