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„Sicher im Sattel“ startet im Ostseebad

Boltenhagen „Sicher im Sattel“ startet im Ostseebad

Aktion der Landespolizei in Boltenhagen / Ziel: Weniger Unfälle mit Radfahrern

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Hans-Jürgen Schröder, Angelika Becker und Ines Buchholz (v.l.) sind Präventionsberater der Polizeiinspektion Wismar. Sie codieren Fahrräder und beraten Radfahrer in Sicherheitsfragen.

Quelle: Foto: Malte Behnk

Boltenhagen. Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern will für mehr Sicherheit bei Radfahrern sorgen. Hintergrund ist, dass im vergangenen Jahr 164 Verkehrsunfälle mit Radfahrern, beziehungsweise Elektrorad-Fahrern, allein im Landkreis Nordwestmecklenburg registriert wurden. Um diese Zahl zu senken, initiiert die Landespolizei jährlich die Aktion „Sicher im Sattel“, deren Auftaktveranstaltung am Freitag, 23. Juni, in Boltenhagen stattfindet.

Unfälle in NWM

2016 gab es in Nordwestmecklenburg 5420 Verkehrsunfälle, 156 mehr als im Jahr zuvor, ein Plus von 2,96 Prozent.

164 Unfälle mit Rad- und Pedelecfahrern wurden 2016 von der Poilzei in NWM registriert, 20 mehr als 2015. Dabei wurde eine Person getötet, 17 Schwer-

und 119 Leichtverletzte festgestellt.

Von 10 bis 14 Uhr werden die Polizei und andere Akteure auf der Festwiese hinter dem Kurhaus informieren, zu Mitmachaktionen einladen und Service anbieten. So werden drei Teams vor Ort Fahrräder codieren, um sie besser vor Diebstahl zu schützen. „Dazu müssen die Fahrradbesitzer ihren Personalausweis mitbringen“, erklärt Hans-Jürgen Schröder, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Wismar. Aus den Initialen des Namens und der Adresse setzen er und seine Kollegen dann einen Code zusammen, der in den Rahmen des Fahrrads graviert wird.

Außer der Codierung bieten „Stock & Steinbikes“ eine Fahrradkontrolle und Kleinstreparaturen, die mit wenigen Handgriffen zu erledigen sind, an.

Damit die Radfahrer ihr Verhalten im alltäglichen Verkehr selber einschätzen können, wird ein Roller- und Fahrradparcours aufgebaut. An einem speziellen Gerät kann die Reaktionszeit gemessen werden und eine Brille simuliert den Blick im Alkoholrausch. Ebenso wird über die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Fahrradunfällen informiert.

Auf dem Drahtesel kommt es wie beim Autofahren auch auf gutes Sehvermögen an. Daher kommt der Optiker Fielmann mit einem Sehtestmobil nach Boltenhagen. Zusätzlich zu einem Sehtest wird auch ein ausführlicher Brillen-Check mit Reparatur, Reinigung und Anpassung angeboten. Bei Sonnenbrillen wird der UV-Schutz überprüft. Dieser Service ist kostenlos, da so Unfälle vermieden werden sollen.

Laut dem Bundesverband der Augenärzte sind jedes Jahr schätzungsweise 300000 Verkehrsunfälle in Deutschland auf mangelnde Sehschärfe zurückzuführen. Bei bisherigen Untersuchungen im Sehtestmobil wurde deutlich, dass bei 220 Aktionstagen im vergangenen Jahr 62 Prozent der Teilnehmer ohne Brille nicht ausreichend sehen können, wenn sie im Straßenverkehr unterwegs sind.

Für Kurdirektorin Claudia Hörl ist die Aktion der Landespolizei ein attraktives Angebot im Ostseebad. „Gerade weil im Umfeld von Boltenhagen das Radwegenetz immer weiter ausgebaut wird, ist die Region bei Urlaubern mit Fahrrad immer beliebter“, sagt sie. „Vor allem das Thema Diebstahlsicherung und auch die Codierungen halte ich für wichtig.“

Neun Verleihstationen für Fahrräder bewirbt die Kurverwaltung im Ostseebad. Außerdem informiert sie über drei unterschiedliche Radtouren im Ort und der Umgebung. Auch in der Nachbarstadt Klütz wurden schon zehn Radtouren durch den Klützer Winkel ausgearbeitet, die online abrufbar und in einem Heft in der Tourist-Info erhältlich sind.

Malte Behnk

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