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Sorge um Boltenhagens älteste Häuser

Boltenhagen Sorge um Boltenhagens älteste Häuser

Bebauungsplan für das Gebiet mit denkmalgeschützten Häusern ist fehlerhaft / Landkreis sieht Handlungsbedarf

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Bei den ältesten Häusern Boltenhagens (r.) an der Promenade entspricht einiges nicht den Vorgaben des Bebauungsplans.

Quelle: Jana Franke

Boltenhagen. Sie sind wohl das bekannteste Postkartenmotiv des Ostseebads Boltenhagen: die kleinen Häuser zwischen Kurpark und Ostseeallee an der Promenade zur Seebrücke.

 

OZ-Bild

Wir müssen uns vor Ort mit dem gesamten Thema befassen und ganz sensibel vorgehen.“ Christian Schmiedeberg, Bürgermeister

Quelle:

Mit ihren kleinen weißen Zäunen sind die Gebäude eines der Schmuckstücke des Ortes.

Doch der Landkreis und die Amtsverwaltung in Klütz sehen dieses Bild in Gefahr. Der Bebauungsplan, der 2001 rechtskräftig wurde, weise diverse Fehler auf, die offenbar schon bei der Aufstellung des Plans gemacht wurden. So ist auf fast allen Grundstücken mehr Fläche überbaut, als es laut Plan erlaubt ist. Außerdem ist die Erschließung der Grundstücke für den Verkehr nicht geregelt und es gibt Festsetzungen wie zu Einfriedungen, die dringend überarbeitet werden müssten. So ist eigentlich festgesetzt, dass am Weg zur zur Seebrücke Maschendrahtzäune stehen sollen, wo jetzt die kleinen, weißen Holzzäune sind.

„Es hat bei der Aufstellung des Bebauungsplans offenbar keine richtige Bestandsaufnahme gegeben“, vermutet Bauamtsleiterin Maria Schultz. „Diese falschen Vorgaben im B-Plan sind ein Problem, sobald ein Besitzer nur eine kleine Veränderung vornimmt“, sagt sie, warum die Gemeinde den B-Plan überarbeiten soll.

Offenbar gibt es schon erste Streitereien unter Nachbarn. So soll es Beschwerden geben, weil eine Terrasse zu sehr versiegelt ist. An anderer Stelle wird die Höhe des Zaunes moniert. Unter anderem deswegen nannte Boltenhagens Bauausschussvorsitzender Michael Steigmann das Thema auch ein „heißes Eisen“. Während der Sitzung des Bauausschusses riet Maria Schultz den Kommunalpolitikern, sich für das Gebiet einen Fachmann zu holen, um den Bebauungsplan auf ein Niveau zu bringen, das dem prominent gelegenen Gebiet gerecht wird.

„Es ist richtig, dass einiges nicht den Vorgaben des Bebauungsplans entspricht“, sagt auch Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU). „Bislang ist dieser vorhandene Plan aber rechtskräftig und ich denke, wir sollten ihn nicht, wie vorgeschlagen wurde, komplett aufheben, um etwas zu ändern.“ In der Sitzung des Bauausschusses hatte sich Gemeindevertreter Olaf Claus (Bolte) dafür ausgesprochen, den gesamten Bebauungsplan 2a aufzuheben und eine Veränderungssperre zu verhängen, bis ein neuer Plan aufgelegt wurde. „Dann könnten wir damit auch strittige Bereiche wie die Kaffeegärten, die Mittelpromenade und die Minigolfanlage regulieren“, hatte er dazu erklärt. Doch die Mehrheit der Mitglieder im Bauausschuss stimmte gegen diesen Vorschlag. „Den Plan zu öffnen, birgt auch Gefahren“, warnt Christian Schmiedeberg. Damit könnten neue auch rechtliche Auseinandersetzungen einhergehen.

„Die meisten Häuser in dem Bereich stehen unter Denkmalschutz“, sagt Schmiedeberg. Damit sind Veränderungen ohnehin beschränkt. „Wir müssen uns vor Ort mit dem gesamten Thema befassen“, sagt er. Dazu müssten auch die Eigentümer von Häusern und Grundstücken gehört werden. „Da müssen wir ganz sensibel vorgehen und ich denke, das macht der Bauausschuss auch.“

Auf Empfehlung des Bauausschusses soll die Gemeindevertretung nun beschließen, dass der Bebauungsplan 2A für den Bereich der denkmalgeschützten Gebäude geändert werden soll. Davon betroffen sind die sechs denkmalgeschützten Gebäude zwischen dem Kurpark, dem Weg zur Seebrücke und dem kleinen Weg „Zum Kurpark“, der von der Ostseeallee kommt.

Malte Behnk

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