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Stille in der Konzertmuschel im Kurpark

Boltenhagen Stille in der Konzertmuschel im Kurpark

Das Bundesimmissionsschutzgesetz setzt klare Grenzen – die auch in Boltenhagen gelten

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Es kann dort leider keine regulären Ver- anstaltungen mehr geben, die 60 Dezibel überschreiten.Claudia Hörl, Kurdirektorin Ostseebad Boltenhagen

Boltenhagen. Jetzt ist es traurige Gewissheit. Die geschäftigen Zeiten in der „alten“ Konzertmuschel im Kurpark sind definitiv vorbei. „Es kann nach Beschwerde eines Anwohners dort leider keine regulären Veranstaltungen mehr geben, die die vom Immissionsgesetz Lärm vorgeschriebene Höchstbelastung in Wohngebieten von 60 Dezibel überschreiten“, machte Claudia Hörl auf der Kurbetriebsausschusssitzung im Kurhaus des Ostseebades den Ausschussmitgliedern noch einmal deutlich.

Dass es ziemlich leicht ist diesen Wert zu überschreiten, erläuterte Arne Longerich vom Ordnungsamt des Amtes Klützer Winkel denjenigen Ausschussmitgliedern und interessierten Anwohnern, die das immer noch nicht so recht nachvollziehen zu können schienen: „Wir reden hier über eine Lautstärke, die in etwa so ist, wie das gesprochene Wort in einem Raum zwischen zwei Menschen, die sich über einen Abstand von drei, vier Metern miteinander verständigen.“ Lediglich zehn, mit Ausnahmegenehmigung vom Ordnungsamt, erlaubte Sonderveranstaltungen pro Jahr, die über diesem Wert liegen dürfen, so Longerich weiter, sind – solange das Gesetz nicht geändert wird – möglich. Bedeutet, dass alle anderen Veranstaltungen – die sich einige der Kurbetriebsausschussmitglieder, wie der 1.

Stellvertreter der Ausschussvorsitzenden, Mirko Klein, unbedingt wieder in der Kurmuschel zur Belebung des Parkes wünschen – sehr, sehr leise bleiben müssen.

Wer auch immer in der Kurmuschel im nächsten Jahr auftritt, ob Kinderprogramm oder für Erwachsene, muss sich verpflichten, mit seiner Darbietung den Schwellwert auf keinen Fall zu überschreiten, so Kurdirektorin Hörl. Zudem hat die Kurverwaltung fünf Angebote für eine Beschallungsanlage mit einem eingebauten Limiter (Technik, die die lauten Töne begrenzt) eingeholt, die in der Regel bei einem Preis zwischen 5000 bis 14000 Euro liegen. „Beim Ausleih einer solchen Anlage“, erläuterte Hörl die Marktlage, „müssen wir von Kosten in Höhe von 400 bis 1300 Euro pro Veranstaltung ausgehen.“

Trotz der im Großen und Ganzen mehr als trüben Aussichten für die Konzertmuschel im Kurpark – insgesamt konnten dennoch einige Veranstaltungen auch in diesem Jahr dort stattfinden – „die“, so Hörl, „eben aufgrund der niedrigen Frequenz einfach von Einheimischen und Gästen nicht so wahrgenommen wurden.“

Laut Statistik haben im vergangenen Jahr im Kurpark 68 Kinderveranstaltungen, in 2017 sogar 77 stattgefunden. Komplett weggefallen aus Lärmschutzgründen sind die 15 Uhr Veranstaltungen – Blasorchester zum Beispiel liegen verständlicherweise weit über dem gesetzlichen Limit. Noch in 2016 hatten 25 Nachmittagsveranstaltungen im Kurpark stattgefunden. Abendveranstaltungen stehen mit 23 in diesem Jahr 33 Veranstaltungen im vergangenen Jahr gegenüber. Gemeinsam mit den Wiesenklängen und Veranstaltungen im Festsaal finden im Jahr 2017 insgesamt 128 Veranstaltungen im Ostseebad statt – dazu im Vergleich 2016 mit 134 Veranstaltungen.

Ausschussvorsitzende Beatrix Bräunig bedankte sich ausdrücklich für das große Engagement der Kurverwaltung – nicht nur auf diesem Gebiet. Mirko Klein regte an, die Vergitterung der Konzertmuschel, die den Kurpark noch „zusätzlich trostlos“ erscheinen ließe, aufzuheben. Die Kurverwaltung, die aufgrund von Vandalismus und Vermüllung zu dieser Maßnahme gegriffen hatte, sagte zu, der Anregung zu folgen.

Annett Meinke

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Boltenhagen
Ein Bild aus vergangenen Zeiten - große Nachmittagsveranstaltungen kann es in der Konzertmuschel in Boltenhagen aufgrund von Lärmschutz für Anwohner nicht mehr geben.

Das Bundesimmissionsschutzgesetz Lärm setzt klare Grenzen, die auch im Ostseebad Boltenhagen gelten.

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