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Strandkorbvermieter fordern mehr Sicherheit

Boltenhagen Strandkorbvermieter fordern mehr Sicherheit

Boltenhagens Strandkorbvermieter wollen mehr Planungssicherheit. Sie sind mit der vertraglichen Situation unzufrieden. Seit 2015 warten sie auf die neuen Verträge. Auch die Planungen für die Dünenpromenade stoßen bei den Vermietern auf wenig Verständnis, sie sind gegen das Projekt.

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Dadurch, dass die Gemeinde nicht mit ihren Bürgern spricht, entstehen wieder neue Konflikte. Achim Chille, Vorsitzender des Vereins der Strandkorbvermieter

Boltenhagen. Die Strandkorbvermieter in Boltenhagen sorgen sich um ihre Zukunft. Sie möchten mehr Mitsprache, wenn es um ihre Verträge und Veränderungen ihres Arbeitsplatzes durch den Bau einer Dünenpromenade geht.

Schon seit dem Frühjahr 2015 fordern sie, dass sie Nutzungsverträge für die Strandabschnitte mit einer Laufzeit von fünf Jahren erhalten, aber Gemeindevertretung und Kurverwaltung arbeiten noch immer an den Mustern für diese Verträge. Außerdem haben die Vermieter der Strandkörbe Probleme mit der Architektur der geplanten Dünenpromenade.

Achim Chille ist Vorsitzender des Vereins „Strandkorbvermieter Ostseebad Boltenhagen“, der sich im vergangenen Jahr gegründet hat. Er hatte schon vor einem Jahr angemerkt, dass die Planung der Standorte für Hütten der Strandkorbvermieter auf der geplanten Dünenpromenade aus seiner Sicht fehlerhaft ist. Sie sind südlich der hölzernen Promenade vorgesehen. „Dann können Gäste die Promenade entlanggehen, und wenn sie zum Strand abbiegen kommen wir nicht hinterher, um ihre Kurtaxe zu kontrollieren oder zu kassieren“, sagt Chille. Doch seine Vorschläge, den Standort der Hütten zu versetzen, seien bisher nicht berücksichtigt worden.

Für diesen konkreten Kritikpunkt hat Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) eine Antwort. „Aus Gründen des Hochwasserschutzes wird es nicht zugelassen, dass die Hütten der Strandkorbvermieter nördlich der Promenade stehen. Für mich ist das Argument aber durchaus nachvollziehbar, dass die Kontrolle und das Kassieren der Kurtaxe so schwierig wird“, sagt er. „Es wäre denkbar, dass die Hütten am Fuß der Düne auf der Meerseite stehen. Dann müssten sie aber im Herbst abgebaut werden und es müsste einen Beschluss der Gemeindevertretung dazu geben“, geht Schmiedeberg auf einen weiteren Vorschlag der Strandkorbvermieter ein. „Wir wären bereit, unsere Hütten auf- und abzubauen. Dr. Frank Weichbrot vom Umweltministerium hat uns das sogar nahegelegt“, sagt Achim Chille.

Hintergrund ist, dass für das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) zwar ein öffentliches Interesse bei den Türmen der Rettungsschwimmer, nicht aber bei den Hütten der Strandkorbvermieter besteht. „Von daher dürfen unsere Hütten überhaupt nicht auf Pfählen in der Düne stehen. Das gilt dann auch für den Entwurf der Hütten auf der Dünenpromenade“, sagt Chille, der die Argumente des Stalu einsieht.

Aus seiner Sicht wurden bei der Promenadenplanung Bauvorschriften zur Barrierefreiheit nicht berücksichtigt. „Es sind in den Plänen nur Neigungen zur Landseite angegeben. Zur Seeseite fehlen sie“, sagt Chille und sieht genau da das Problem. Er hat am Strandaufgang 4, dort vermietet seine Frau Liane Strandkörbe, den Weg zum Strand mit einem Laser vermessen. „Dort haben wir eine Neigung von 8,41 Prozent. Mit der vorgesehenen Erhöhung der Düne und dem Promenadenbau wird es noch steiler“, prophezeit er. „Wir können jetzt schon Rollstuhlfahrer nur mit Mühe hochschieben.“ Chille sagt, laut Bauvorschrift dürfte die Neigung der Strandzugänge maximal 6 Prozent betragen. Schon die jetzt vorhandene Neigung an manchen Strandaufgängen mache es schwierig, die Strandkörbe an ihre Plätze zu bringen und im Herbst wieder abzutransportieren. „Über so etwas muss man doch miteinander reden“, meint Chille.

Noch wichtiger als die Pläne für die Dünenpromenade sind den Strandkorbvermietern aber ihre Verträge, die aktuell nur um ein Jahr verlängert wurden. „Wir brauchen Planungssicherheit“, sagt auch der zweite Vorsitzende des Strandkorbvermieter-Vereins, Stefan Jeske. „Wir müssen ja auch investieren und zum Beispiel zusätzliche Strandkörbe anschaffen, wenn die Strandklinik erweitert und das Tarres-Hotel gebaut wird“, sagt Jeske, der mit seiner Frau Tina am Strandaufgang 20 Körbe vermietet. Zwischen 800 und 1000 Euro kostet ein neuer Strandkorb. Wie Jeske ist auch Achim Chille verärgert, dass es keine Gespräche der Gemeinde und der Kurverwaltung zur Vertragsgestaltung mit den Strandkorbvermietern gibt. „Es ist doch durchaus üblich, dass sich beide Vertragspartner gemeinsam einen Entwurf ansehen und mögliche Fehler im Vorfeld beheben“, sagt Chille.

Die Strandkorbvermieter werden einigen Punkten, die bisher im Entwurf stehen, nämlich nicht zustimmen. „Dadurch, dass die Gemeinde nicht mit ihren Bürgern spricht und deren Meinungen anhört, entstehen immer wieder neue Konflikte, die sogar schon von einem Fachinstitut angeprangert wurden“, so Chille.

Malte Behnk

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