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Streit um Sanierung des Amtsgebäudes: Kosten belaufen sich auf 2,2 Millionen

Klütz Streit um Sanierung des Amtsgebäudes: Kosten belaufen sich auf 2,2 Millionen

Die Mitglieder des Amtsausschusses in Klütz haben den Haushalt abgelehnt

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Klütz. . Für 2,2 Millionen Euro soll das Amtsgebäude in Klütz energetisch saniert und barrierefrei umgebaut werden. Doch ohne eine Vorstellung der Pläne wollten die Mitglieder des Amtsausschusses keinen Beschluss zu der großen Investition fassen. Damit wurde auch der Haushalt des Amtsgebiets für 2017 noch nicht beschlossen.

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Die Mitglieder des Amtsausschusses in Klütz haben den Haushalt abgelehnt

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„Wir haben für eine Sanierung des Amtsgebäudes mal von etwa 500000 Euro Kosten gesprochen“, sagt Damshagens Bürgermeisterin Mandy Krüger (ptl.). „Die Investition von 2,2 Millionen Euro wurde uns jetzt präsentiert, ohne dass uns dazu etwas erklärt wurde.“ Das kritisiert auch Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick (FWK): „Es ist nicht strittig, dass am Amtsgebäude etwas gemacht werden muss.“

Darauf habe er als Amtsvorsteher schon vor etwa vier Jahren mit der damaligen leitenden Verwaltungsbeamtin hingewiesen – allerdings mit nur einem Viertel der jetzt präsentierten Investitionssumme.

„Ich habe empfohlen, dass uns die Planung kurzfristig noch vorgestellt wird. Wir wollen den Haushalt ja nicht verhindern“, sagt Neick „Wir wurden gewählt, um vernünftig mit dem Geld unserer Gemeinde umzugehen“, sagt Mandy Krüger. „Und auch bei 90 Prozent Förderung bleiben noch rund 200000 Euro, die die Gemeinden zahlen.“

Allerdings sieht sie auch, dass es deutlich mehr Geld kosten kann, wenn wie geplant Barrierefreiheit im Amtsgebäude geschaffen wird. „Das verschlingt viel Geld“, weiß sie aus ihrer Arbeit an der Hochschule in Wismar.

Auch Guntram Jung (CDU), Bürgermeister von Klütz, war überrascht von der kurzfristig vorgelegten Investition, ist aber nicht grundsätzlich gegen eine Sanierung. „Es gab ja vor einigen Jahren den Umbau, bei dem der Sitzungssaal und zwei Büros im Obergeschoss geschaffen wurden. Aber dort ist es im Sommer heiß und im Winter kalt“, sagt Jung.

„Eigentlich sind seit 1994 keine werterhaltenden Arbeiten mehr gemacht worden“, begründet Amtsvorsteher Gerhard Rappen die Sanierung. Dass die Investition inzwischen wesentlich höher ausfalle, liege daran, dass es deutlich mehr Vorgaben der Landesbauordnung zur Barrierefreiheit gibt und dass der Ausbau des Parkplatzes mit in die Maßnahme aufgenommen wurde. „Mit 500000 Euro hätte man einen Teil energetisch sanieren können.“ Da es jetzt für Arbeiten im Grundzentrum Klütz Fördermittel über 90 Prozent geben kann, habe die Verwaltung alle möglichen Maßnahmen eingeplant. „Als über Sanierungskosten von etwa 500000 Euro gesprochen wurde, hätte es eine geringere Förderung gegeben und der Eigenanteil wäre etwa so groß gewesen wie jetzt“, erklärt Rappen. Mit den gleichen Kosten für die Gemeinden könnten also wesentlich mehr Arbeiten umgesetzt werden. Im vorgelegten Entwurf soll der Eigenanteil von etwa 200000 Euro über liquide Mittel des Amtshaushalts finanziert werden.

Die Kritik der Mitglieder im Amtsausschuss, sie seien im Vorfeld nicht über die geplante Investition informiert worden, teilt Rappen nicht. „Einzeln wurde schon lange über die Sanierung der Gebäude und über den Parkplatz im Zusammenhang mit dem geplanten ,grünen Amt’ gesprochen. Die Bürgermeister wurden auch im Mai darüber informiert, dass an einer Zusammenlegung zu einer größeren Maßnahme gearbeitet wird“, sagt er. Der Amtsvorsteher hat für den 19. Dezember eine Sitzung des Amtsausschusses angesetzt, in der ein Beschluss über die Sanierung gefasst werden soll.

KOMMENTAR

Wie sinnhaft ist so eine teure Sanierung?

Was ist da los im Amt Klützer Winkel? Ohne Vorankündigung taucht im Haushalt ein Posten auf, der mit 2,2 Millionen Euro nicht eben klein ist. Das stellen sich mehrere Fragen: Warum wird so eine Investition nicht im Vorfeld diskutiert? Und macht es Sinn, ein Gebäude für eine solche Summe zu sanieren – oder wäre ein Neubau angesichts dieser Kosten die bessere Variante? Es ist dem Bürger schwer zu vermitteln, dass um jeden Cent bei den Kitagebühren gerungen wird, auf der anderen Seite eine Millionen-Investition nicht einmal in den Ausschüssen diskutiert wird.

Aber, so heißt es dann zur Erklärung, es gehe ja schließlich um Fördermittel, die abgerufen werden müssten. Ein Großteil der Kosten würde gegenfinanziert, das Amt trage den deutlich geringeren Teil.

Eine energetische Sanierung für über zwei Millionen Euro. Wie sinnhaft ist das? Wie viele Jahre braucht es, damit die Einsparungen die Investition wettmachen? 10, 20 oder vielleicht 50 Jahre?

Es gibt viele Dinge, die man mit 2,2 Millionen Euro anstellen könnte, um die Umwelt zu schonen und Kosten zu sparen. Man müsste nur mal darüber reden.

Malte Behnk

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