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Grevesmühlen Viel Technik könnte Kurmuschel retten
Mecklenburg Grevesmühlen Viel Technik könnte Kurmuschel retten
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00:00 12.05.2017
Lärmschutzwände, ein anderer Standort oder eine andere Bauweise helfen nicht, um Lärmpegel in der Nachbarschaft der Kurparkbühne einzuhalten.

Die Zukunft der Bühne in Boltenhagens Kurpark hängt vor allem an Investitionen. Für Konzerte und andere Veranstaltungen müsste eine moderne Beschallungsanlage angeschafft werden. Das machte Ingenieurin Birgit Klimek jetzt im Kurbetriebsausschuss des Ostseebads deutlich.

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In Boltenhagen müsste eine moderne Soundanlage für die Bühne im Kurpark angeschafft werden

Sie hatte Möglichkeiten untersucht, wie bei Veranstaltungen auf der Bühne im Kurpark Lärmpegel eingehalten werden können, die die Anwohner des Gebiets nicht stören. Hintergrund ist eine Klage gegen die Genehmigung von Veranstaltungen im Kurpark durch das Amt Klützer Winkel.

Birgit Klimek erklärte, dass eigentlich nur durch eine moderne Tonanlage die Richtwerte aus der Sächsischen Freizeitlärmstudie erreicht werden könnten. Sie liegen werktags vor 22 Uhr bei 60 Dezibel und dürften bei zehn seltenen Veranstaltungen mit dann 70 Dezibel überschritten werden. „Das erreichen Sie nicht durch bauliche Veränderung oder ein Umsetzen der Bühne“, erklärte Birgit Klimek.

Selbst an einer anderen Position am südlichen Rand des Kurparks könnten die Richtwerte nicht eingehalten werden, obwohl der Schall der Bühne dann Hauptsächlich in Richtung Ostsee getragen würde.

Obwohl die Ingenieure in ihren Plänen mit vier bis zehn Meter hohen Lärmschutzwänden und auch mit unterschiedlichen Überdachungen gerechnet hatten, würde für die Wohnhäuser Ostseeallee 9 bis 11 immer noch ein Wert von mindestens 81 Dezibel erreicht werden. Selbst eine Verlegung der Bühne, die dann noch einen Meter tief im Boden versenkt und von einer Lärmschutzwand gesäumt würde, könnte nicht genug Lärmschutz bringen.

„Sie hätten die Möglichkeit, eine moderne Beschallungsanlage zu kaufen oder zu mieten“, sagte Klimek. „Mit so einer Anlage können sie den Beschallungspegel limitieren, egal was auf der Bühne gemacht wird“, so Klimek. Zusätzlich müsse bei der Positionierung von Lautsprechern darauf geachtet werden, dass sie möglichst hoch angebracht werden, „damit der Schall eher nach unten als nach oben strahlt“, so Klimek. Zumindest zur Einrichtung und zur Wartung würde Boltenhagen dann einen Tontechniker benötigen. Er könnte die Anlage auch für verschiedene Veranstaltungstypen programmieren, da ein Pop- oder Rockkonzert andere Voraussetzungen brauche, als eine Kinder- oder Varietéveranstaltung. Bei größeren Rock- und Popkonzerten mit 1000 Besuchern könnten Richtwerte sonst nicht eingehalten werden.

So eine technische Anschaffung sei zumindest eine Möglichkeit für Kurbetrieb und Gemeinde, die Lärmbeeinträchtigung für Anwohner gering zu halten. Birgit Klimek erklärte, dass die Immissionsrichtwerte der Sächsischen Freizeitlärmstudie keinen Grenzwertcharakter hätten. „Die Genehmigung von Veranstaltungen obliegt der Abwägung des Ordnungsamtes“, stellte sie klar. Dabei seien die kulturelle, traditionelle und touristische Bedeutung der Veranstaltung zu beachten.

„Außerdem müssen Sie den Dialog mit den Anwohnern und Vermietern suchen“, riet Klimek den Boltenhagenern. „Erklären Sie, was sie alles geprüft haben und zur Lärmminderung unternehmen wollen, um die Bühne weiter zu betreiben. Erklären Sie, dass diese Veranstaltungen wichtig für den Ort sind.“

Eine Änderung des Bebauungsplans kommt zur Rettung der Kurparkbühne nicht in Betracht.

Bühne hat Tradition

1929 wurde die erste Bühne in Boltenhagens Kurpark errichtet. Schon länger gibt es regelmäßig Veranstaltungen auf dem Gelände im Zentrum des Ostseebads. Die heutige Bühne, genannt Kurmuschel, wurde 2002 mit der Umgestaltung des Kurparks gebaut. Sie musste 2015 für etwa 80000 Euro saniert werden.

2016 hatte das Amt Klützer Winkel zunächst 140 Veranstaltungen für das Jahr im Kurpark genehmigt. Diese Genehmigungen wurden nach einer Klage rückwirkend zurückgezogen. Hintergrund war unter anderem eine Schallmessung auf einem Balkon im Haus Ostseeallee 9a an einem Sonntag im Mai. Beim Konzert der Band „Glory Row“ wurde eine Überschreitung des Richtwertes um 17 Dezibel festgestellt.

Malte Behnk

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