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Grevesmühlen „Villa Caroline“ blüht bald wieder auf
Mecklenburg Grevesmühlen „Villa Caroline“ blüht bald wieder auf
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03:44 27.08.2013
In der Schloßstraße 45 von Klütz entstehen Mietwohnungen. Fotos (2): uo
Klütz

Das einst baufällige, rund 100 Jahre alte Haus an der Schloßstraße/Ecke Bahnhofstraße in Klütz soll schon bald in neuem Glanz erstrahlen. Auf insgesamt 350 Quadratmetern entstehen sechs Mietwohnungen, jeweils zwei in Erd-, Ober- und Dachgeschoss. Wenn alles nach Plan läuft, sind sie Mitte November bezugsfertig. Die Komplettsanierung hat Anfang April begonnen.

„Die ganze Geschichte ist durch uns erst ins Rollen gekommen“, sagt Günter Lenschow, Geschäftsleiter der Mecklenhaus Immobilien GmbH aus Grevesmühlen. Das Haus gehörte einer Gemeinschaft von 14 Erben, die über ganz Deutschland verteilt und in der Schweiz wohnen. Er habe Kontakt zu einem der Erben aufgenommen, der den Verkauf gemeinsam mit dem Grevesmühlener Unternehmen vorangetrieben habe.

„Um den Verkauf zu ermöglichen, mussten erst alle 14 Erben ihre Zustimmung erteilen“, erklärt Lenschow. „Das Ganze dauerte zwei Jahre.“

Bei den Käufern handelt es sich um ein Ehepaar aus Westfalen, das namentlich nicht genannt werden möchte. Ziel sei von Anfang an gewesen, Mietwohnungen mit gehobener Ausstattung zu schaffen, allesamt barrierefrei, sagt Lenschow. In einem neuen Anbau befinden sich ein Treppenhaus sowie ein Personenaufzug.

Bei der Sanierung muss sich der Bauleiter nicht nur an die Vorgaben der Stadt Klütz halten, da das Objekt im Sanierungsgebiet liegt und deshalb auch ein Sanierungsbeauftragter der Stadt involviert ist. Obwohl das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, orientieren sich die Bauherren außerdem am Ursprungszustand. Lenschow vermutet ein Baujahr um 1910/11. „Es gibt keine Unterlagen dazu, die das hundertprozentig belegen. Aber das Katasteramt hat mir Unterlagen zur Verfügung gestellt: eine Karte von 1906, da ist das Haus nicht drauf. Und eine Karte von 1911 — da ist es drauf.“

Im Grundbuch stehe Caroline Zierow als erste Eigentümerin. Deshalb heißt das Haus jetzt „Villa Caroline“. Die vier Töchter der Erbauerin seien allesamt verstorben. „Ich hatte also schon mit den Erben aus zweiter Generation zu tun.“ Zu DDR-Zeiten habe das Haus der Gebäudewirtschaft unterstanden. Nach der Wende sei es übergegangen „an eine Art Eigenbetrieb der Stadt“, so Lenschow weiter. In dieser Zeit sei der Bau dann vollends verwahrlost. Wohnungen habe es darin immer gegeben.

Vor Beginn der Sanierungsarbeiten hat der Bauleiter recherchiert, wie das Gebäude einst aussah. Er erhielt ein Foto von Bauarbeiten des Nachbarhauses in der Schlossstraße 43, „vermutlich von 1928/30“, auf dem im Hintergrund „sein“ Objekt zu sehen ist. Auf dieser Aufnahme ist auch das Türmchen zu erkennen, das schon zu DDR-Zeiten verschwunden war. „1963 hat die Gebäudewirtschaft das Dachgeschoss ausgebaut. Man hat zur Straßenseite und nach hinten raus grottenhässliche Gauben gebaut. Ich kann mir vorstellen, dass in diesem Zusammenhang der Turm verschwunden ist.“ Jetzt gibt es wieder einen Turm.

Rätsel gibt ihm der separate Raum auf, den es einst links vom Eingang gegeben habe, „als hätte dort ein Verwalter gesessen“. Er versuchte herauszufinden, was es damit auf sich hatte, doch fand nichts heraus. Schon zu DDR-Zeiten sei dort aber immer Wohnraum gewesen.

Derzeit finden auf der Baustelle Ausbauarbeiten statt. In dieser Woche will die Mecklenhaus Immobilien GmbH außen ein Werbeschild zur Vermietung anbringen, zwei Wohnungen sind laut Lenschow aber schon reserviert. Vier der Wohnungen erhalten einen Balkon, zwei einen Wintergarten. Zwei Pkw-Garagen sind in jedem Fall vorgesehen, dazu entweder vier Stellplätze oder weitere vier Garagen. Die Zwei- bis Dreizimmerwohnungen sind zwischen 56 und 81,5 Quadratmeter groß. Die Fassade wird ginsterfarben verputzt.

Ulrike Oehlers

Die Gelder fließen in Vorhaben in der Altstadt und am Kagenmarkt. Die Mecklenburger Straße soll ab dem nächsten Jahr in drei Bauabschnitten saniert werden.

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