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Wie Tarzan durch die Baumwipfel toben

Boltenhagen Wie Tarzan durch die Baumwipfel toben

Im Kletterpark Boltenhagen gibt es ein neues Element: den Tarzansprung – Er befindet sich in zehn Meter Höhe

Boltenhagen. „Es ist mal was anderes“, sagt die elfjährige Sarah Holter aus Hamberge und klinkt sich mit ihrem Karabiner im Parcours 1 des Kletterwaldes in Boltenhagen ein. Sie geht über wackelige Hölzer, balanciert zwischen Bäumen über gespannte Seile und erklimmt über riesige Netze Plattformen in zehn Meter Höhe. „Das Klettern hier ist interessant und lustig“, sagt die Schülerin der Regionalen Schule in Proseken. „Am liebsten mag ich den Schlitten. Erst geht es schön hoch und dann schnell wieder runter.“ Wirklich sportlich müsse man für dieses Erlebnis nicht sein.

Es sei denn: Man wagt sich an den Parcours mit der Nummer 5. In zehn Meter Höhe turnt man dort regelrecht durch die Baumwipfel. „Der ist schon ordentlich schwer“, sagt Tanja Quirin, Höhenretterin und Geschäftsführerin des Parks. „Erst kürzlich haben wir ein neues Element hinzugefügt“, sagt die 38-Jährige. „Einen Tarzansprung.“ Es ist das neue Highlight im 2014 angelegten Park.

Wie die von Affen aufgezogene Disney-Figur könne man sich nun an einer Liane von einem Baum hinunterschwingen. Dabei erreicht man Geschwindigkeiten von bis zu 40 Kilometer pro Stunde.

Vom Boden aus schaut Marco Holter seinen Töchtern beim Klettern zu. „Ich kann die Kinder entspannt beobachten“, sagt der Inhaber des Alpakahofes Iserberg. „Ich selbst bin hier schon geklettert, kenne den Park also. Hier gibt es gut ausgebildetes Personal. Da brauche ich mir keine Sorgen machen.“ Der Kletter-Ausflug sei für die Kinder auch eine gute Team-Building-Maßnahme. „Um die Hindernisse zu bewältigen, müssen sie zusammenarbeiten, nicht immer nur alleine“, sagt Holter. „Ich selbst habe mich auch schon an Parcours 5 rangetraut.“ Den sogenannten Tarzansprung hat er bisher noch nicht ausprobiert. „Mache ich dieses Jahr aber noch“, sagt Holter.

Im Frühjahr ist die Anzahl der Klettergäste in Boltenhagen noch überschaubar. In der Hochsaison jedoch sind zeitweise alle 100 Klettergurte gleichzeitig im Einsatz. „Juli und August haben wir bis zu 300 Gäste täglich“, sagt Tanja Quirin. „Mehr Kapazität haben wir als mittelgroßer Park auch nicht.“ Dabei sei das Einzugsgebiet recht groß. So gibt es unter anderem auch Tagesgäste aus Schwerin, Lübeck, Hamburg oder Kühlungsborn – dort befindet sich der erste Kletterpark des Familienunternehmens. „Manchmal müssen wir als Höhenretter auch hoch“, erklärt Quirin. „Das kommt selten vor. Aber wir müssen schnell sein. Wir können niemanden dort oben zehn Minuten hängen lassen.“ Mit Tanja Quirin gibt es insgesamt vier Höhenretter im Boltenhagener Park. Zusätzlich gibt es einen Pool aus 15

Studenten und Schülern, die über die Saison die Aufgaben am Boden übernehmen, wie das Angurten der Klettergäste.

Neu im Team ist seit der vergangen Woche auch Lars Sommerfeld. „Ich habe eine dezente Vorliebe für Höhe“, sagt der 26-Jährige. „Ich habe schon in anderen Kletterparks selbstständig gearbeitet. Da ich aber aus Wismar komme und hier Familie und Freunde habe, passt mir das Engagement in Boltenhagen ganz gut.“ Vorher musste er jedoch die Geschäftsführung des Parks von seinen Kletterkünsten überzeugen. Auch das sogenannte Geschwindigkeitsklettern absolvierte er mit Erfolg.

Die schnellste ist jedoch Höhenretterin Tanja Quirin. „Meine Rekordzeit ist 5:20 Minuten im vierten Parcours“, sagt sie. „Da hat mich bisher noch keiner geschlagen. Ich mache das als Frühsport. Wenn ich den zwei bis drei Mal auf Zeit klettere, kommt der Kreislauf ordentlich in Schwung.“ Die Gäste würden jedoch nicht auf Zeit klettern. „Da geht die Sicherheit vor“, sagt Quirin. Deshalb hätten die Gäste ein anderes System. „Sie haben auch zwei Karabiner, müssen sich auch selbstständig umhaken, können aber nicht beide Karabiner lösen“, erklärt Quirin. „Bei uns ist das anders. Wenn wir retten, müssen wir schnell sein. Daher üben wir das regelmäßig.“

Kay Steinke

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